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Do, 17:36 Uhr
04.04.2002

Gedenken und Vermächtnis

Nordhausen (nnz). Am 11. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten einige Hundert kranke und sterbende Insassen des KZ Mittelbau in den Lagern Dora und Boelcke-Kaserne. Diesem Tag vor 57 Jahren soll in der kommenden Woche gedacht werden.


Vor der Befreiung wurden rund 40 000 Menschen von den Wachmannschaften über den Harz in Richtung Nordosten und nach Süddeutschland getrieben. Die Überlebenden dieser Todesmärsche wurden erst Wochen später von alliierten Truppen befreit. Für die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora kam die Befreiung erst Ende April oder Anfang Mai 1945. Das KZ Mittelbau-Dora selbst gab es jedoch seit dem 11. April 1945 nicht mehr. Seit Ende der vierziger Jahre wird der 11. April symbolisch als Jahrestag der Befreiung des Lagers im Gedenken an über 20.000 Häftlinge begangen, die das KZ Mittelbau-Dora nicht überlebt haben.

Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen beginnen am 10. April um 19.00 Uhr mit einer Ausstellungseröffnung im Museum Flohburg in Nordhausen. Gezeigt wird in Kooperation mit der Stadt Nordhausen die Ausstellung „Wer waren die 999er?“, in der die Geschichte der Strafdivision 999 der Wehrmacht gezeigt wird. Einleitende Worte sprechen Wilhelm Gabel (Überlebender der Strafdivision 999), Dr. Cornelia Klose (Leiterin des Kulturamtes der Stadt Nordhausen) und Dr. Jens-Christian Wagner (Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora).

Der 11. April beginnt um 10.00 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung am ehemaligen Krematorium in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Es folgt um 11.00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „Stätten der Erinnerung - Das ehemalige KZ Mittelbau-Dora“ in der ehemaligen Feuerwache der Gedenkstätte. Der Fotograf Jürgen M. Pietsch präsentiert mit der Ausstellung eine fotografische Bestandsaufnahme der Lagerstandorte des KZ Mittelbau-Dora im heutigen Zustand.

Um 16.00 Uhr schließt sich eine Kranzniederlegung auf dem Friedhof in Harzungen an, auf dem Tote aus dem Außenlager Harzungen bestattet sind, das mit rund 4000 Insassen das drittgrößte Lager des KZ-Komplexes Mittelbau-Dora war. Anschließend wird der Verein „Jugend für Dora“ am ehemaligen Lagerbahnhof in Harzungen an die täglichen Transporte der Häftlinge zu ihren Arbeitsstellen erinnern. Um 17.00 Uhr folgt im Gemeindehaus in Harzungen eine Lesung aus dem Buch von Willy Mirbach „Damit du es später deinem Sohn einmal erzählen kannst“ mit anschließendem Bericht von Aleksei Momot, einem ehemaligen Häftling des Lagers Harzungen.
Autor: nnz

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