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Mi, 10:01 Uhr
19.12.2007

nnz on tour: Alpen Spezial 2007 (4)

Tag vier der Alpentour 2007 handelt von großen Koffern, etwas Schnee, viel Regen, eisiger Kälte, blauen Lippen, Gänsehaut und dem gescheiterten Versuch Lift zu fahren. Alles in allem ein schrecklicher Tag mit viel grenzwertiger Erfahrung.


21. August 2007 S-chanf – San Carlo
S-chanf – Alp Chaschauna – Pass Chaschauna – Val Federia – Livigno – Passo Alpisella – Valdidentro – San Carlo

Den Spaß am Morgen lieferte der Anblick der Koffer »der Anderen«. Lustigerweise hatten alle riesige Koffer mit, die normalerweise für zwei Wochen Fuerteventura reichen würden. Es stellte sich heraus, dass es sich wohl eher um eine Reisegruppe handelte. Die meisten kannten sich untereinander nicht und nahmen so an einer organisierten, geführten Alpenüberquerung mit Koffertransport teil.
Dies erklärte einiges ...

Die ersten paar hundert Höhenmeter hinauf zum Pass Chaschauna (2694 Hm) waren gut fahrbar. 400 Höhenmeter vor dem eigentlichen Pass war dann natürlich wieder Schluss. Von unten sahen wir nur schneebedeckte Berge und kleine schiebende Radfahrer.

Die Schiebestrecke war selbst für die Alpen sehr steil. Weite Strecken setzten wir, im wahrsten Sinn des Wortes, einen Fuß vor den anderen. Die kleinsten Schritte dieser Welt. Je weiter es nach oben ging, um so kälter wurde es. Die letzten 100 Höhenmeter fing es dann an zu schneien und das wo wir doch »noch« zwei Grad Außentemperatur hatten. Es war jetzt schon Sch... kalt und so schoben wir eher lieblos über den völlig verhangenen Pass.

Bevor es super unangenehm wurde, fanden wir ein warmes Plätzchen zum Mittag im 100 Meter unter dem Pass gelegenen Rifugio Cassana. Wie sich später heraus stellte, war bis dort alles nur »Spaß«.
Weiter ging es vorerst bergab. Zum ersten Mal sollte das schlimmer sein, als berghoch. Es regnete immer noch und nach 200 Metern waren die Handschuhe vollkommen durchnässt. Wir froren erbärmlich. Wir hätten wohl nie gedacht, dass man beim Fahrradfahren so zittern kann. Es ging! Fünf Kilometer weiter war alles durchnässt. Vergleichen könnte man das damit, dass man in einen See springt, dann aufs Fahrrad steigt und bei »freundlichen« 5 bis 10 Grad etwas fährt. Natürlich hatten wir gute Regensachen mit, aber es lief im wahrsten Sinn des Wortes durch alle Ritzen und Schwitzwasser von innen gab es ja auch noch.

Der Passo Alpisella und 40 Kilometer lagen noch vor uns und so kamen wir in Livigno auf die Idee mit dem Lift zu fahren. Leider führte dieser auf den falschen Berg. Also Pass fahren. Bergauf bei Regen war besser als bergab.

Bergauf zum Pass trafen wir dann auch die »Reisegruppe« wieder. Im Regen gibt es keine Unterschiede und so war es auch für diese unmenschlich nass und kalt. Den Gesichtern nach zu Urteilen »freuten« diese sich ebenso überschwänglich über das Wetter wie auch wir. Jede kleine Pause wurde zur Qual, da man im Stehen noch mehr fror als beim Fahren (von den Händen mal abgesehen). Stellenweise steckte wir die Finger mit den Handschuhen in den Mund, um sie etwas aufzuwärmen. Nach der Abfahrt vom Pass stand Mike mit blauen Lippen, zitternd da. Spätestens wenn das eisige Wasser aus den Schuhen quillt, ist das Hotel das einzig mögliche Ziel.

Vom eigentlichen Highlight des Tages, dem Stausee beim Rifugio Val Fraele sowie den traumhaften Alpenpanoramen bekamen wir nur am Rand etwas mit. Die zehn Kilometer lange Schotterstraße (»Deccouville«) auf 1900 Meter Höhe, oberhalb von Bormio, klemmten wir uns ganz. Bei dem Wetter hätten wir ohnehin nichts gesehen.

Als wir Valdidentro erreichten merkten wir, dass es sich hierbei auch um einen Verwaltungsbezirk handelt. Nach längerem Suchen und Fragen stellte sich heraus, dass zwischen uns und unserm Hotel noch drei Kilometer und 250 Höhenmeter lagen. Es lag in San Carlo, Verwaltungsbezirk Valdidentro. Anastazia war den Tränen nah.

Alle waren überglücklich, als wir nach zehn Stunden und elf Minuten unser Hotel erreichten.

Ganz nebenbei hatten wir auch wieder mit ein paar technischen Problemen zu kämpfen. Bei Anastazia ließ sich die Sattelstütze nach dem ersten Pass nicht mehr hundertprozentig feststellen und bei Mike fiel irgendwann wegen dem Regen der Tacho aus. Das Dauerproblem »Bremse« gab es natürlich auch noch.
Kofferhoffer – die Taschen »der Anderen« (Foto: VGF)
Hotel in S-chanf (Foto: VGF)
auf dem Weg zur Alp Chaschauna (Foto: VGF)
unser Weg hinauf zum Pass Chaschauna (Foto: VGF)
Kühe (Foto: VGF)
auf dem Weg zur Alp Chaschauna (Foto: VGF)
etwas Wasser (Foto: VGF)
es wurde schwieriger (Foto: VGF)
es wurde steiler (Foto: VGF)
Pass Chaschauna (Foto: VGF)
Pass Chaschauna (Foto: VGF)
vor dem Rifugio Cassana (Foto: VGF)
hinauf zum Passo Alpisella (Foto: VGF)
Passo Alpisella (Foto: VGF)
Passo Alpisella (Foto: VGF)
Autor: vgf

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