Mi, 22:56 Uhr
05.12.2007
Reise ins Grenzland
Nordhausen (nnz). Die zweitsicherste Grenze, nach der innerdeutschen, war die zwischen Finnland und der Sowjetunion. ARD-Korrespondent Klaus Bednarz wollte wissen, wie die Menschen auf beiden Seiten in Karelien leben.
Er plant seine Reisen selbst, macht nur Reportagen, die ihn interessieren. Klaus Bednarz gehört zu den großen Reportern des deutschen Fernsehens und kann sich derartige Privilegien leisten. Er genießt sie und bringt immer wieder persönliche und ausgesprochen spannende Dokumentationen und Bücher mit. Sein neustes heißt Das Kreuz des Nordens. Er stellte es heute Abend im bis zum letzten Platz gefüllten Audimax der Fachhochschule vor.
Schon vor etwa fünf Jahren reifte die Idee für diese Reportage. Als Bednarz seinen Bekannten davon erzählte, erntete er Kopfschütteln. Die Gegend kannte keiner. Ein Grund mehr sich dahin aufzumachen und die Menschen dort kennenzulernen.
Ein Gebiet so groß wie Deutschland, in dem grade mal ein Viertel der Berliner Bevölkerung leben, 800.000 Menschen, das ist Karelien. Eine Landschaft bestehend aus Seen, Flüssen und den unendlichen Wäldern, idyllisch, doch trügerisch. In den Seen liegt noch immer tonnenweise Kriegsgerät. Die größten Teile Kareliens gehören seit dem Krieg zur Sowjetunion. Nur ein kleiner Teil blieb Finnland. Aus dem nunmehr sowjetischen Teil wurden rund 400.000 Finnen vertrieben. Ihre Geschichte sei der der deutschen Vertriebenen nicht unähnlich, berichtete Klaus Bednarz, dessen Vater aus Ostpreußen stammt. Das war für ihn ein weiterer Grund nach Karelien zu fahren.
Bednarz Interesse für Nord- und Osteuropa sowie Rußland begann schon früh. Er erlebte eine normale Kindheit in der DDR mit Russischunterricht, hatte aber anders als die meisten Interesse daran, und setzte diesen auch in Hamburg fort, nachdem er mit seinen Eltern das Heimatdorf in der Nähe Berlins verlassen hatte. Der promovierte Slawist war der erste westdeutsche Korrespondent in Polen und später viele Jahre für die ARD in Moskau.
Sein Buch über Karelien ist auch interessant für alle, die nicht so gern lesen, denn es enthält 200 teils großformatige Fotos, die einen interessanten Einblick in einen unbekannten Landstrich geben. Einige davon zeigte Klaus Bednarz während der Lesung. Mehrere Kapitel gab er zum besten. Im Anschluß stand er für eine Diskussion unter der Leitung von Buchhändler Dietrich Rose bereit. Die Zuhörer stellten dem besonders aus dem Politmagazin Monitor bekannten Journalisten eine Menge Fragen.
Wer keine Karten für die heutige Lesung bekommen hat oder doch lieber fernsieht, der sollte sich den 30. 12. und den 01. 01. vormerken. Jeweils um 21.45 werden die zwei Teile von Klaus Bednarz Reportage in der ARD ausgestrahlt.
Autor: wfEr plant seine Reisen selbst, macht nur Reportagen, die ihn interessieren. Klaus Bednarz gehört zu den großen Reportern des deutschen Fernsehens und kann sich derartige Privilegien leisten. Er genießt sie und bringt immer wieder persönliche und ausgesprochen spannende Dokumentationen und Bücher mit. Sein neustes heißt Das Kreuz des Nordens. Er stellte es heute Abend im bis zum letzten Platz gefüllten Audimax der Fachhochschule vor.
Schon vor etwa fünf Jahren reifte die Idee für diese Reportage. Als Bednarz seinen Bekannten davon erzählte, erntete er Kopfschütteln. Die Gegend kannte keiner. Ein Grund mehr sich dahin aufzumachen und die Menschen dort kennenzulernen.
Ein Gebiet so groß wie Deutschland, in dem grade mal ein Viertel der Berliner Bevölkerung leben, 800.000 Menschen, das ist Karelien. Eine Landschaft bestehend aus Seen, Flüssen und den unendlichen Wäldern, idyllisch, doch trügerisch. In den Seen liegt noch immer tonnenweise Kriegsgerät. Die größten Teile Kareliens gehören seit dem Krieg zur Sowjetunion. Nur ein kleiner Teil blieb Finnland. Aus dem nunmehr sowjetischen Teil wurden rund 400.000 Finnen vertrieben. Ihre Geschichte sei der der deutschen Vertriebenen nicht unähnlich, berichtete Klaus Bednarz, dessen Vater aus Ostpreußen stammt. Das war für ihn ein weiterer Grund nach Karelien zu fahren.
Bednarz Interesse für Nord- und Osteuropa sowie Rußland begann schon früh. Er erlebte eine normale Kindheit in der DDR mit Russischunterricht, hatte aber anders als die meisten Interesse daran, und setzte diesen auch in Hamburg fort, nachdem er mit seinen Eltern das Heimatdorf in der Nähe Berlins verlassen hatte. Der promovierte Slawist war der erste westdeutsche Korrespondent in Polen und später viele Jahre für die ARD in Moskau.
Sein Buch über Karelien ist auch interessant für alle, die nicht so gern lesen, denn es enthält 200 teils großformatige Fotos, die einen interessanten Einblick in einen unbekannten Landstrich geben. Einige davon zeigte Klaus Bednarz während der Lesung. Mehrere Kapitel gab er zum besten. Im Anschluß stand er für eine Diskussion unter der Leitung von Buchhändler Dietrich Rose bereit. Die Zuhörer stellten dem besonders aus dem Politmagazin Monitor bekannten Journalisten eine Menge Fragen.
Wer keine Karten für die heutige Lesung bekommen hat oder doch lieber fernsieht, der sollte sich den 30. 12. und den 01. 01. vormerken. Jeweils um 21.45 werden die zwei Teile von Klaus Bednarz Reportage in der ARD ausgestrahlt.


