Mo, 09:51 Uhr
15.10.2007
Hilfe zur Selbsthilfe (4)
Nordhausen (nnz). Anlässlich des weltweiten Tages der psychisch kranken Menschen am 10. Oktober, beschäftigt sich diese Woche die nnz-Reihe Hilfe zur Selbsthilfe mit den Selbsthilfegruppen für psychisch Kranke im Landkreis Nordhausen.
Ingrid Francke, Amtsärztin des Landratsamt Nordhausen erklärt: Als Psyche bezeichnet man das System menschlichen Wahrnehmens und Denkens, also das, worin die effektiven und rationalen Motive des Verhaltens und Handelns gründen. Ist dieses alteriert können die verschiedensten Symptome auftreten.
So vielfältig diese Symptome sind, so weitreichend ist auch das Spektrum psychischer Krankheiten. Die Diagnosen reichen von Angsterkrankungen und manischen oder depressiven Episoden bis hin zu Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Andere Erkrankungen wieder tragen z. B. Namen wie Schizophrenie oder wahnhafte Störung. Oft gibt es keine Heilung und die Medizin kann nur dazu beitragen, eine Verschlimmerung zu verhüten. Selbst nach einem Klinikaufenthalt leiden die Betroffenen.
Sie fühlen sich missverstanden, geben sich die Schuld an ihrer Erkrankung und haben Angst vor einem Rückfall. Hier hilft die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle am August-Bebel-Platz 6 in Nordhausen. Mit ihren vier Selbsthilfegruppen für psychisch Kranke verschafft sie den Betroffenen und ihren Angehörigen sozialen Kontakt zu Gleichgesinnten. Vordergründig können sie hier ihre Probleme hinter sich lassen, abschalten und einfach nur plaudern. Allerdings sprechen die Gruppen auch über wichtige Themen, wie die Vermeidung von sozialem Rückzug oder besserer Akzeptanz gegenüber der Gesellschaft, und trainieren die Kommunikationsfähigkeit der Erkrankten.
Zukünftig ist der Aufbau einer neuen Selbsthilfegruppe geplant, die noch problemzentrierter arbeiten soll. An dieser können dann auch erkrankte Menschen teilnehmen, die tagsüber arbeiten, da die Treffen erst am späten Nachmittag beginnen werden. Betroffene sollten sich also nicht scheuen und sich an die Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle wenden. Die teils wöchentlichen Treffen der Selbsthilfegruppen finden in den Räumlichkeiten der Kontakt- und Beratungsstelle statt, in denen außerdem jeden Mittwoch nicht nur für Mitglieder der SHG ein offenes Frühstock stattfindet.
Die Gruppen werden zu einem kleinen Teil von den Krankenkassen unterstützt, um z. B. Ausgaben für Büromaterial oder Referentenhonorare zu finanzierten. Aber dieses Geld darf nicht für Ausflüge und Veranstaltungen, wie Theaterbesuche genutzt werden. Dies ist teilweise unverständlich, da sich gerade diese gemeinschaftlichen Aktivitäten positiv auf die Erkrankungen auswirken und somit möglicherweise Klinikaufenthalte vermieden werden, erklärt Diplom-Psychologe Andreas Hauptmann, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle.
Trotz gegenteiliger internationaler Erfahrungen wird außerdem davon ausgegangen, dass sich die Selbsthilfegruppen psychisch Kranker selbst leiten und organisieren können. Aber gerade dazu ist ein gewisses Maß an Belastbarkeit, Organisationsvermögen und Selbstvertrauen nötig, also Eigenschaften, die viele Betroffene auf Grund ihrer Erkrankung verloren haben. Aus diesem Grund werden die Selbsthilfegruppen durch die Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle begleitet und unterstützt, obwohl dies eigentlich nicht zu den Aufgaben der Kontakt und Beratungsstelle gehört.
Auch die Selbsthilfegruppe der Angehörigen psychisch Erkrankter trifft sich am August-Bebel-Platz aller 14 Tage. Sie wird von Sabine Dünisch, Sozialarbeiterin der Erwachsenenpsychiatrie des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses unterstützt.
In enger Zusammenarbeit mit der Brücke versucht die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle, die fester Bestandteil des sozial-psychiatrischen Dienstes des Landkreises Nordhausen ist, die betroffenen Menschen im Landkreis Nordhausen gemeinsam mit dem Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes bestmöglich zu beraten und zu unterstützen.
Kontakt: Andreas Hauptmann, Tel.: 03631/980127 | Sabine Dünisch (Angehörige psychisch Kranker), Tel.: 03631/412044
Autor: nnzIngrid Francke, Amtsärztin des Landratsamt Nordhausen erklärt: Als Psyche bezeichnet man das System menschlichen Wahrnehmens und Denkens, also das, worin die effektiven und rationalen Motive des Verhaltens und Handelns gründen. Ist dieses alteriert können die verschiedensten Symptome auftreten.
So vielfältig diese Symptome sind, so weitreichend ist auch das Spektrum psychischer Krankheiten. Die Diagnosen reichen von Angsterkrankungen und manischen oder depressiven Episoden bis hin zu Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Andere Erkrankungen wieder tragen z. B. Namen wie Schizophrenie oder wahnhafte Störung. Oft gibt es keine Heilung und die Medizin kann nur dazu beitragen, eine Verschlimmerung zu verhüten. Selbst nach einem Klinikaufenthalt leiden die Betroffenen.
Sie fühlen sich missverstanden, geben sich die Schuld an ihrer Erkrankung und haben Angst vor einem Rückfall. Hier hilft die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle am August-Bebel-Platz 6 in Nordhausen. Mit ihren vier Selbsthilfegruppen für psychisch Kranke verschafft sie den Betroffenen und ihren Angehörigen sozialen Kontakt zu Gleichgesinnten. Vordergründig können sie hier ihre Probleme hinter sich lassen, abschalten und einfach nur plaudern. Allerdings sprechen die Gruppen auch über wichtige Themen, wie die Vermeidung von sozialem Rückzug oder besserer Akzeptanz gegenüber der Gesellschaft, und trainieren die Kommunikationsfähigkeit der Erkrankten.
Zukünftig ist der Aufbau einer neuen Selbsthilfegruppe geplant, die noch problemzentrierter arbeiten soll. An dieser können dann auch erkrankte Menschen teilnehmen, die tagsüber arbeiten, da die Treffen erst am späten Nachmittag beginnen werden. Betroffene sollten sich also nicht scheuen und sich an die Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle wenden. Die teils wöchentlichen Treffen der Selbsthilfegruppen finden in den Räumlichkeiten der Kontakt- und Beratungsstelle statt, in denen außerdem jeden Mittwoch nicht nur für Mitglieder der SHG ein offenes Frühstock stattfindet.
Die Gruppen werden zu einem kleinen Teil von den Krankenkassen unterstützt, um z. B. Ausgaben für Büromaterial oder Referentenhonorare zu finanzierten. Aber dieses Geld darf nicht für Ausflüge und Veranstaltungen, wie Theaterbesuche genutzt werden. Dies ist teilweise unverständlich, da sich gerade diese gemeinschaftlichen Aktivitäten positiv auf die Erkrankungen auswirken und somit möglicherweise Klinikaufenthalte vermieden werden, erklärt Diplom-Psychologe Andreas Hauptmann, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle.
Trotz gegenteiliger internationaler Erfahrungen wird außerdem davon ausgegangen, dass sich die Selbsthilfegruppen psychisch Kranker selbst leiten und organisieren können. Aber gerade dazu ist ein gewisses Maß an Belastbarkeit, Organisationsvermögen und Selbstvertrauen nötig, also Eigenschaften, die viele Betroffene auf Grund ihrer Erkrankung verloren haben. Aus diesem Grund werden die Selbsthilfegruppen durch die Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle begleitet und unterstützt, obwohl dies eigentlich nicht zu den Aufgaben der Kontakt und Beratungsstelle gehört.
Auch die Selbsthilfegruppe der Angehörigen psychisch Erkrankter trifft sich am August-Bebel-Platz aller 14 Tage. Sie wird von Sabine Dünisch, Sozialarbeiterin der Erwachsenenpsychiatrie des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses unterstützt.
In enger Zusammenarbeit mit der Brücke versucht die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle, die fester Bestandteil des sozial-psychiatrischen Dienstes des Landkreises Nordhausen ist, die betroffenen Menschen im Landkreis Nordhausen gemeinsam mit dem Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes bestmöglich zu beraten und zu unterstützen.
Kontakt: Andreas Hauptmann, Tel.: 03631/980127 | Sabine Dünisch (Angehörige psychisch Kranker), Tel.: 03631/412044

