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Sa, 08:57 Uhr
13.10.2007

Dreimal Elisabeth

Nordhausen (nnz). Es sind nur noch zwei Wochen, bis sich im Theater Nordhausen der Vorhang für eine Ballett-Uraufführung hebt: „Die Heilige“, eine Choreografie von Ballettdirektorin Jutta Wörne. Die Titelfigur wird von drei „Damen“ gespielt.


Die Ballettkompanie fiebert der Premiere genauso entgegen wie die Ballett-Fans, die schon ungeduldig auf die Uraufführung warten.. Das Ballett, das vom Loh-Orchester begleitet wird, handelt von der heiligen Elisabeth von Thüringen. Die Musik ist eigens dafür von C. René Hirschfeld komponiert worden.

In „Die Heilige“ wird in vier Bildern die Entwicklung der Persönlichkeit Elisabeths vom Kind, das vierjährig von Ungarn an den thüringischen Hof auf die Wartburg kam, über die Frau bis hin zur Verehrung als Heilige gezeigt, die schließlich noch als Tote eine besondere Rolle im Leben ihrer Umwelt spielte und spielt. Das Ballett erzählt die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau aus ihrer eigenen Perspektive und wird dem Zuschauer dennoch seine eigene Sicht auf die Figur ermöglichen. Die Mitglieder der Ballettkompanie erhalten in diesem Handlungsballett erneut anspruchsvolle solistische Aufgaben.

Ballettdirektorin Jutta Wörne hat sich bei ihrer Choreografie von der außergewöhnlichen Geschichte Elisabeths leiten lassen. Die Rolle der Elisabeth hat sie auf drei Tänzerinnen verteilt: Leticia Forattini Martins tanzt Elisabeth als Kind, die Frau wird von Caroline Barnard dargestellt und als Elisabeth die Heilige ist Kathrin Weiss zu sehen. Diese Rollenaufteilung macht die Geschichte noch greifbarer, weil auf diese Art noch besser gezeigt werden kann, wie sich Elisabeth entwickelt hat, wie ihr Leben verlaufen ist. „Es ist unheimlich spannend mit drei Tänzerinnen zu arbeiten, die eigentlich die gleiche Person darstellen – und sie sind auch passend ausgewählt“, so Jutta Wörne.

Die Tänzerinnen haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit dem Leben der heiligen Elisabeth beschäftigt. Für alle drei war die Figur recht neu. Leticia Forattini Martins kommt aus Brasilien, Caroline Barnard aus den Niederlanden und Kathrin Schweiz aus der Schweiz. Für die drei ist aber die Figur der Elisabeth in den Proben schon zu einem Teil ihres eigenen Lebens geworden.

„Ich sehe Elisabeth als ein normales Kind, sehr fröhlich, aber schon mit einem sehr starken Glauben, und obwohl Elisabeth noch klein ist, weiß sie schon genau, was sie will“, erklärt Leticia Forattini Martins ihre Rolle.

Mit 14 Jahren wird Elisabeth mit Ludwig verheiratet. Eine glückliche Fügung, denn die beiden liebten sich. Elisabeth ist vom Alter her noch Kind, wirkt aber wie eine Frau mit einem sehr starken Willen. „Sie ist eine Person, die man spürt, wo man verstehen muss, warum sie das so und nicht anders macht - es sind nicht einfach nur Schritte, die wir auf der Bühne umsetzen“, fügt Caroline Barnard hinzu, die die heilige Elisabeth als Frau tanzt.

Für Kathrin Weiss - die Darstellerin der Heiligen - ist besonders beeindruckend, dass Elisabeth alles aufgibt, alles hergibt, um den Armen zu helfen. Das ausdrucksvoll zu tanzen sei eine besondere Herausforderung für sie und nicht ganz einfach. Aber Jutta Wörne konnte gemeinsam mit Oberspielleiterin Kerstin Weiß, die das Libretto geschrieben hat, der Kompanie das Leben der heiligen Elisabeth sehr nahe bringen, nicht nur durch Literatur, sondern auch durch den Besuch solcher Orte wie die Wartburg, wo Elisabeth von Thüringen gelebt hat.

Einen ersten Vorgeschmack auf den Ballettabend gibt es am kommenden Donnerstag, wenn die Kompanie um 19 Uhr im Theater Nordhausen zur Einführung in das Ballett „Die Heilige“ lädt. Karten für die Premiere am 26. Oktober und die nächsten Vorstellungen am 4. und 11. November sind an der Theaterkasse erhältlich (Tel. 0 36 31/98 34 52).
Autor: nnz

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