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Di, 09:07 Uhr
02.10.2007

Bundesweites Interesse

Nordhausen (nnz). Arbeitslosigkeit, Armut, Orientierungslosigkeit und immer mehr Probleme des alltäglichen Lebens erschweren ein glückliches und unbekümmertes Dasein. Mit einem Modellprojekt des Horizont e.V. soll dem begegnet werden. Dieses Projekt wird jetzt bundesweit nachgefragt.

Seeboth, Rzepus (Foto: Horizont) Seeboth, Rzepus (Foto: Horizont)

Komplexer und schwieriger wird es, sich in unserer heutigen Gesellschaft zu orientieren und durchzusetzen. Resignation, sozialer Absturz und Hilflosigkeit sind Folgen und Begleiterscheinungen vieler Menschen, die an den Herausforderungen unserer Elitegesellschaft scheitern, sich und ihr Leben aufgeben. Den Glauben in die eigenen Stärken und Werte verloren - Endstation Hartz 4.

Diesen Menschen eine Perspektive zu bieten, ihnen in ihren schweren und zum teil scheinbar auswegslosen Situationen zu helfen, ist die Aufgabe der Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen. „Hilfebedürftigkeit überwinden“ lautet der gesetzliche Auftrag, welcher an behördlichen Strukturen, Dienstanweisungen und mangelnder Zeitressourcen scheitert.

Viele Menschen, darunter gerade junge Menschen, benötigen in ihren sozialen Problemlagen gezielte und vor allem intensive professionelle Hilfe. Aus diesem Grund entstand in Kooperation zwischen der ARGE Nordhausen und dem HORIZONT Verein Nordhausen das Soziale Integrations-Zentrum (SIZ).

Nach 18 Monaten zurückliegender und vor allem erfolgreicher Arbeit informierte sich auch der Sozialausschuss des Landkreises Nordhausen im vergangenen Monat den Räumen des SIZ über die bisher geleistete Arbeit. Loni Grünwald (2. Beigeordnete, LINKE) als Mitglied des Sozialausschusses war sehr angetan von dem Modellprojekt und bezeichnete die Arbeit als wertvoll und unverzichtbar. Große Wertschätzung wurde den Mitarbeitern des SIZ entgegengebracht. Sorgen bereitet allen Sozialausschussmitgliedern nur, wie das Projekt über den Modellzeitraum hinaus finanziert werden könnte, denn weg zu denken ist die Arbeit des SIZ nicht mehr.

Dies erkannte man auch im Paritätischen Wohlfahrtsverband, wo man es sich zur Aufgabe macht, im Rahmen von Jugendsozialarbeit nach neuen Möglichkeiten zur Integration junger Menschen zu suchen. Diesbezüglich wurden, unter der Schirmherrschaft des Paritätischen Gesamtverbandes Berlin, zwei bundesweite Fachtagungen für Fach- und Leitungskräfte der Jugendhilfe/Jugendsozialarbeit durchgeführt. Unter dem Motto: „Das Fördern fordern-Integrationschancen junger Menschen im SGB II“ tagte am 12. September in Magdeburg und am 19. September in Hamburg eine ausgewählte Delegation von Vertretern der unterschiedlichsten Jugendhilfeanbietern. Kreative, Zielgerichtete Angebote und notwendige Kooperationsansätze sollten diskutiert und gelungene Projekte zur Integration junger hilfebedürftiger Menschen vorgestellt werden.

Als innovatives und gelungenes Projekt wurde das HORIZONT Modellprojekt SIZ eingeladen und von Stefanie Seeboth als Projektleiterin und ihrem Stellvertreter Thomas Rzepus (siehe Foto) vorgestellt. Beide diplomierten Sozialarbeiter verdeutlichten ihre menschliche Haltung gegenüber den schwierigen Klientel und ihrem Projekt mit dem Leitbild des HORIZONT e.V.:

„Alle Menschen sind gleich wertvoll. In jedem Mensch steckt ein guter Kern! Jeder hat Fähigkeiten, die wir suchen müssen und an die wir anknüpfen. Dabei akzeptieren wir jeden als selbstbestimmte Persönlichkeit und helfen ihm, sich seiner Stärken bewusst zu werden, um sein künftiges Leben lebenswert zu gestalten.“ Die hohe Nachfrage des Fachpublikums verdeutlichte den enormen Bedarf einer solchen Institution, wie Bundeskoordinatorin und Organisatorin Antje Ludwig resümierte.

"Das Projekt SIZ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Kompetenzen freier Träger in Bezug auf die Integration junger Menschen in schwierigen Lebenslagen durch ARGEN/Optionskommunen genutzt werden können. Grundsicherungsträger sollten Angebote freier Träger gezielt in Anspruch nehmen, um das Fallmanagement im Sinne des ‚Förderns und Forderns’ zu qualifizieren und dies als Dienstleistung und Entlastung schätzen.“
Autor: nnz

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