Di, 17:41 Uhr
19.02.2002
nnz-Forum: Nabucco... zum zweiten
Nordhausen (nnz). Das Nordhäuser Theater machte in diesem Jahr mit der Aufführung von Nabucco von sich reden. Dazu ein Beitrag im nnz-Forum.
Letztendlich lebt unser Theater von gut besuchten Vorstellungen. Und um dies zu erreichen, muß die Qualität und die Auswahl der Stücke und deren Regisseuren von hohem Standart sein. Schon im letzten Jahr wurde die Aufführung Verdis Oper Nabucco bekannt gemacht. Im Bekanntenkreis wurde diskutiert, ob denn das Theater Nordhausen dieses imposante Stück so umsetzen kann, daß es dem hohen Anspruch, der sich mit dem Stück verbindet gerecht werden könne. Das Theater Nordhausen hat dies jetzt eindrucksvoll bewiesen.
Nachdem der Premierenabend ausklang, wuchs der Wunsch, zum zweitenmal diese Aufführung zu besuchen. Nicht verwundert waren wir, als uns schon vor einer Woche der Ausverkauf der Vorstellung am letzten Sonntag signalisiert wurde. Doch wir konnten noch zwei Karten ergattern und so erlebten wir einen weiteren, unvergesslichen Opernabend, der einer Aufführung an deutlich größeren und bekannteren Bühnen in nichts nachstand. Wie sagt man so schön, wenn man zwei Stunden Gänsehaut hat, ist die Botschaft angekommen.
Wolfgang Lambertz wurde seiner Rolle als Nabucco stimmlich und schauspielerisch mehr als gerecht, Sabine Blanchard und Brigitte Roth glänzten wieder einmal, auch in den schwierigen Höhen. Solches Stammpersonal ist für das Nordhäuser Theater ein wahrer Glücksfall. Ein wahrer Glücksfall ist auch der Chor, der als die tragende Säule der Oper Beifallsstürme, berechtigterweise, auslöste. Va Pensionera, der Chor der Gefangenen schwingt lange in einem nach Bravo! Ob Zacharias oder der Verstoßene - gesanglich war diese Vorstellung ein wahrer Hochgenuß. Dafür sorgte auch Abigail, dargestellt vom Gast Lucie Mac Farlane, die uns vergessen ließ, das wir doch eigentlich in Nordhausen im Theater saßen, und nicht in Mailand oder in der Arena di Verona. Für diesen Glücksgriff der Besetzung wird das Publikum noch lange dankbar sein.
Die Fäden dieser Inszenierung hielt jemand in der Hand, der in Nordhausen bis dato noch weitgehend unbekannt war: Harald Siebler, umstrittener Regisseur von Corpus Christi, dem Skandalstück des letzten Jahres. Wir können nur sagen, es wäre für Nordhausen und für diese Inszenierung ein Verlust gewesen, wenn man sich vom Ruf hätte leiten lassen und Herrn Siebler nicht verpflichtet hätte. Die Gestaltung des Bühnenbildes und die visuellen Wahrnehmungen und die damit in Nordhausen in dieser Form noch nicht da gewesene Bühnenbeleuchtung ließen ahnen, wozu die Nordhäuser Bühnentechniker fähig sind.
Einen Wermutstropfen hatte diese Aufführung dann aber doch: GMD Peter Stangel. Nicht, daß das Loh-Orchester nicht fantastisch spielte und das eben GMD Stangel dafür verantwortlich war, nein, es war die Gewissheit, diesen Dirigenten nur noch kurze Zeit in Nordhausen erleben zu können. Diese Lücke im Orchestergraben wird schwer zu schließen sein und seinem Nachfolger wurde die Messlatte sehr hoch gelegt.
Wenn unser Theater in dieser Qualität weiterhin agiert, wenn sich das Personalkarussell nicht mehr in dieser Geschwindigkeit drehen würde und die öffentliche Unterstützung nicht nachließe, bräuchte man sich keine Gedanken um die Zukunft zu machen. Die letzten, ausverkauften Vorstellungen zeugen von der Berechtigung dieses Theaters, einer gesicherten Zukunft entgegen zu gehen. Unsere Unterstützung hat dieses Theater auf jeden Fall. Auch deshalb Nabucco ..die Dritte!
Für die vielen Begeisterten: Klaus-Dieter Korb, Urbach
Autor: nnzLetztendlich lebt unser Theater von gut besuchten Vorstellungen. Und um dies zu erreichen, muß die Qualität und die Auswahl der Stücke und deren Regisseuren von hohem Standart sein. Schon im letzten Jahr wurde die Aufführung Verdis Oper Nabucco bekannt gemacht. Im Bekanntenkreis wurde diskutiert, ob denn das Theater Nordhausen dieses imposante Stück so umsetzen kann, daß es dem hohen Anspruch, der sich mit dem Stück verbindet gerecht werden könne. Das Theater Nordhausen hat dies jetzt eindrucksvoll bewiesen.
Nachdem der Premierenabend ausklang, wuchs der Wunsch, zum zweitenmal diese Aufführung zu besuchen. Nicht verwundert waren wir, als uns schon vor einer Woche der Ausverkauf der Vorstellung am letzten Sonntag signalisiert wurde. Doch wir konnten noch zwei Karten ergattern und so erlebten wir einen weiteren, unvergesslichen Opernabend, der einer Aufführung an deutlich größeren und bekannteren Bühnen in nichts nachstand. Wie sagt man so schön, wenn man zwei Stunden Gänsehaut hat, ist die Botschaft angekommen.
Wolfgang Lambertz wurde seiner Rolle als Nabucco stimmlich und schauspielerisch mehr als gerecht, Sabine Blanchard und Brigitte Roth glänzten wieder einmal, auch in den schwierigen Höhen. Solches Stammpersonal ist für das Nordhäuser Theater ein wahrer Glücksfall. Ein wahrer Glücksfall ist auch der Chor, der als die tragende Säule der Oper Beifallsstürme, berechtigterweise, auslöste. Va Pensionera, der Chor der Gefangenen schwingt lange in einem nach Bravo! Ob Zacharias oder der Verstoßene - gesanglich war diese Vorstellung ein wahrer Hochgenuß. Dafür sorgte auch Abigail, dargestellt vom Gast Lucie Mac Farlane, die uns vergessen ließ, das wir doch eigentlich in Nordhausen im Theater saßen, und nicht in Mailand oder in der Arena di Verona. Für diesen Glücksgriff der Besetzung wird das Publikum noch lange dankbar sein.
Die Fäden dieser Inszenierung hielt jemand in der Hand, der in Nordhausen bis dato noch weitgehend unbekannt war: Harald Siebler, umstrittener Regisseur von Corpus Christi, dem Skandalstück des letzten Jahres. Wir können nur sagen, es wäre für Nordhausen und für diese Inszenierung ein Verlust gewesen, wenn man sich vom Ruf hätte leiten lassen und Herrn Siebler nicht verpflichtet hätte. Die Gestaltung des Bühnenbildes und die visuellen Wahrnehmungen und die damit in Nordhausen in dieser Form noch nicht da gewesene Bühnenbeleuchtung ließen ahnen, wozu die Nordhäuser Bühnentechniker fähig sind.
Einen Wermutstropfen hatte diese Aufführung dann aber doch: GMD Peter Stangel. Nicht, daß das Loh-Orchester nicht fantastisch spielte und das eben GMD Stangel dafür verantwortlich war, nein, es war die Gewissheit, diesen Dirigenten nur noch kurze Zeit in Nordhausen erleben zu können. Diese Lücke im Orchestergraben wird schwer zu schließen sein und seinem Nachfolger wurde die Messlatte sehr hoch gelegt.
Wenn unser Theater in dieser Qualität weiterhin agiert, wenn sich das Personalkarussell nicht mehr in dieser Geschwindigkeit drehen würde und die öffentliche Unterstützung nicht nachließe, bräuchte man sich keine Gedanken um die Zukunft zu machen. Die letzten, ausverkauften Vorstellungen zeugen von der Berechtigung dieses Theaters, einer gesicherten Zukunft entgegen zu gehen. Unsere Unterstützung hat dieses Theater auf jeden Fall. Auch deshalb Nabucco ..die Dritte!
Für die vielen Begeisterten: Klaus-Dieter Korb, Urbach
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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