Mo, 11:56 Uhr
16.07.2007
Bewegende Geschichte
Nordhausen/Ellrich (nnz). Es ist eine bewegende Geschichte die im Jahr 1944 begann. Jetzt wurde ein Ehepaar aus Ellrich in Frankreich für sein langjähriges uneigennütziges Engagement geehrt.
Ausgezeichnet (Foto: nnz)
Gerade 19 Jahre zählte der französische Widerstandskämpfer Robert Lancon, als er im Frühjahr 1944 ins KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte deportiert wurde. Hier wurde er auf Grund seiner Arbeitsfähigkeiten einer Tischlerei zugeteilt. Unter diesen Umständen lernte er den damals 16jährigen Lehrling Gerhard Eisenächer kennen, der ihn moralisch und physisch unterstützte, indem er ihm heimlich Brotstücke zusteckte. So entwickelte sich eine innige Freundschaft.
Robert Lancon war einer der Häftlinge, die auf dem ersten Transport das Lager in Ellrich verließen. Gerhard Eisenächer hörte nichts mehr von Robert Lancon. Erst Ende des 2. Weltkrieges traf er seinen Freund Robert zufällig bei einem Treffen einer französischen Delegation bei einer Gedenkfeier im Lager, Anfang der fünfziger Jahre wieder. Diese Freundschaft hielt bis zum Tode von Robert Lancon, der am 31. Oktober 1998 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Saint-Claude starb.
Der letzte Wille seines Freundes war, dass seine Asche nach Ellrich überführt und an dem Platz verstreut wird, wo er so viele seiner Kameraden hat sterben sehen. Das geschah am 23. Juli 1999 in einer kleinen Feierstunde hinter dem Gedenkstein des ehem. KZ-Außenlagers Juliushütte in Ellrich.
Herr und Frau Eisenächer legten eine Blumenrabatte an. Das Ehepaar Eisenächer hat seit Jahren die Pflege des einst grausigen Terrains übernommen, über das so lange geschwiegen wurde. Ihr weiteres Engagement ist, Gäste aus Frankreich oder Holland zu empfangen. Ihre Gastfreundlichkeit ist unter den ausländischen Gästen bekannt. Viele Gäste nahm das Ehepaar Eisenächer mit zu sich nach Hause.
Bei Führungen ausländischer Delegationen steht Herr Eisenächer dem Dolmetscher zur Seite. Er ist ein guter Kenner der damaligen Zeit sowie des Geländes, in dem er einst die Baracken aufstellen musste, die er und sein toter Freund gezimmert hatten. Frau Eisenächer ist fasst jeden Tag im Bereich der Gedenkstätte unterwegs, sie sammelt den Unrat, harkt den Weg, und an den Mahn-und Gedenksteinen werden die Blumen gepflegt.
Frankreich würdigte die herausragenden Dienste, die das Ehepaar Eisenächer für ihr langjähriges Engagement im ehemaligen KZ-Außenlager Ellrich und für die Freundschaft zwischen beiden Völkern erbracht haben.
Autor: nnz
Ausgezeichnet (Foto: nnz)
Gerade 19 Jahre zählte der französische Widerstandskämpfer Robert Lancon, als er im Frühjahr 1944 ins KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte deportiert wurde. Hier wurde er auf Grund seiner Arbeitsfähigkeiten einer Tischlerei zugeteilt. Unter diesen Umständen lernte er den damals 16jährigen Lehrling Gerhard Eisenächer kennen, der ihn moralisch und physisch unterstützte, indem er ihm heimlich Brotstücke zusteckte. So entwickelte sich eine innige Freundschaft. Robert Lancon war einer der Häftlinge, die auf dem ersten Transport das Lager in Ellrich verließen. Gerhard Eisenächer hörte nichts mehr von Robert Lancon. Erst Ende des 2. Weltkrieges traf er seinen Freund Robert zufällig bei einem Treffen einer französischen Delegation bei einer Gedenkfeier im Lager, Anfang der fünfziger Jahre wieder. Diese Freundschaft hielt bis zum Tode von Robert Lancon, der am 31. Oktober 1998 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Saint-Claude starb.
Der letzte Wille seines Freundes war, dass seine Asche nach Ellrich überführt und an dem Platz verstreut wird, wo er so viele seiner Kameraden hat sterben sehen. Das geschah am 23. Juli 1999 in einer kleinen Feierstunde hinter dem Gedenkstein des ehem. KZ-Außenlagers Juliushütte in Ellrich.
Herr und Frau Eisenächer legten eine Blumenrabatte an. Das Ehepaar Eisenächer hat seit Jahren die Pflege des einst grausigen Terrains übernommen, über das so lange geschwiegen wurde. Ihr weiteres Engagement ist, Gäste aus Frankreich oder Holland zu empfangen. Ihre Gastfreundlichkeit ist unter den ausländischen Gästen bekannt. Viele Gäste nahm das Ehepaar Eisenächer mit zu sich nach Hause.
Bei Führungen ausländischer Delegationen steht Herr Eisenächer dem Dolmetscher zur Seite. Er ist ein guter Kenner der damaligen Zeit sowie des Geländes, in dem er einst die Baracken aufstellen musste, die er und sein toter Freund gezimmert hatten. Frau Eisenächer ist fasst jeden Tag im Bereich der Gedenkstätte unterwegs, sie sammelt den Unrat, harkt den Weg, und an den Mahn-und Gedenksteinen werden die Blumen gepflegt.
Frankreich würdigte die herausragenden Dienste, die das Ehepaar Eisenächer für ihr langjähriges Engagement im ehemaligen KZ-Außenlager Ellrich und für die Freundschaft zwischen beiden Völkern erbracht haben.


