Mo, 10:37 Uhr
16.07.2007
Schall und Rauch – mehr nicht!
Nordhausen (nnz). Den nunmehr siebten Tag halten die Mitarbeiter der Bike Systems GmbH ihren Betrieb besetzt. Mitarbeiterversammlung wird das offiziell genannt. Erreicht haben sie mit der Aktion bisher nur eines: Öffentlichkeit.
Und von dieser Öffentlichkeit fühlen sich vor allem Politiker angezogen. Sie nehmen offensichtlich Anteil am Geschehen, wollen sich informieren, obwohl sie eigentlich alle schon hätten informiert sein müssen. Die Probleme bei Bike Systems waren nicht erst seit vergangenem Dienstag bekannt. Damals, Mitte Juni, gab es keinerlei Reaktionen zu den Schließungsplänen. Nicht von den politischen Ebenen, nichts von den Parteien.
Jetzt stehen sie quasi mit Presseerklärungen bei Fuß und geben sich die Klinke des Werkstores in die Hände. Man sei bestürzt oder betroffen von dem, was sich an der Freiherr-vom-Stein-Straße abspiele und plötzlich ist er wieder in aller Munde – der Begriff von der Heuschrecke.
Die Beschäftigen, so scheint es, können sich der Besuche kaum erwehren. Sicher, es ist schon nicht schlecht, wenn ein Bundestagsabgeordneter, wenn Landtagsabgeordnete oder lokale Akteure zu Gast ist. Nur: Können sie wirklich helfen, gibt es wirklich Investoren, nach denen sie Ausschau halten wollen? Was kann eine Landesregierung tun gegen eine Entscheidung, die ein Hedge-Fonds getroffen hat. Dessen Manager sind nicht einmal betroffen von dem, was sich in Nordhausen abgespielt hat und noch abspielen wird. Sie haben ihr Werk erledigt, ein Federstrich war die Ankündigung der Schließung.
Heute Nachmittag wird eine Delegation der Linken in Nordhausen Unterschriftenlisten übergeben. Die waren beim Vereinigungsparteitag in Gotha gesammelt worden. Solidarität? Ja! Hilfe? Nein! Die Hilflosigkeit ist immer dann da, wenn Entscheidungen weit weg, in irgendwelchen Konzernzentralen getroffen werden, siehe Reemtsma.
Statt dessen sollte sich die lokale Politik darauf konzentrieren, ihren eigenen Beitrag für eine Wirtschaftsförderung zu leisten. Aufträge vergeben, in die Region hinein, So kann die hiesige Wirtschaftskraft gesteigert, zumindest erhalten werden. Im Falle der Stadtverwaltung Nordhausen ist das so. Die Verwaltung vergibt Aufträge, sichert damit Arbeit. Bei der Kreisverwaltung ist das ein wenig anders. Ist erst einmal das Vorhaben für das Berufsschulzentrum in Nordhausen abgearbeitet, dann ist Ritze mit Aufträgen. Auf Jahre hinweg kann nicht mehr investiert werden, der Finanzpolitik der vergangenen Jahre sei Dank.
So sieht sie aus, die Verantwortung für die Region, wenn man Politik auf Wirtschaft herunterbricht. Und so sind alle Bekundungen, Gespräche, Krisengipfel für den Erhalt von Bike Systems nicht mehr als Worte. Die aber sind, man weiß es: Schall und Rauch...
Autor: nnzUnd von dieser Öffentlichkeit fühlen sich vor allem Politiker angezogen. Sie nehmen offensichtlich Anteil am Geschehen, wollen sich informieren, obwohl sie eigentlich alle schon hätten informiert sein müssen. Die Probleme bei Bike Systems waren nicht erst seit vergangenem Dienstag bekannt. Damals, Mitte Juni, gab es keinerlei Reaktionen zu den Schließungsplänen. Nicht von den politischen Ebenen, nichts von den Parteien.
Jetzt stehen sie quasi mit Presseerklärungen bei Fuß und geben sich die Klinke des Werkstores in die Hände. Man sei bestürzt oder betroffen von dem, was sich an der Freiherr-vom-Stein-Straße abspiele und plötzlich ist er wieder in aller Munde – der Begriff von der Heuschrecke.
Die Beschäftigen, so scheint es, können sich der Besuche kaum erwehren. Sicher, es ist schon nicht schlecht, wenn ein Bundestagsabgeordneter, wenn Landtagsabgeordnete oder lokale Akteure zu Gast ist. Nur: Können sie wirklich helfen, gibt es wirklich Investoren, nach denen sie Ausschau halten wollen? Was kann eine Landesregierung tun gegen eine Entscheidung, die ein Hedge-Fonds getroffen hat. Dessen Manager sind nicht einmal betroffen von dem, was sich in Nordhausen abgespielt hat und noch abspielen wird. Sie haben ihr Werk erledigt, ein Federstrich war die Ankündigung der Schließung.
Heute Nachmittag wird eine Delegation der Linken in Nordhausen Unterschriftenlisten übergeben. Die waren beim Vereinigungsparteitag in Gotha gesammelt worden. Solidarität? Ja! Hilfe? Nein! Die Hilflosigkeit ist immer dann da, wenn Entscheidungen weit weg, in irgendwelchen Konzernzentralen getroffen werden, siehe Reemtsma.
Statt dessen sollte sich die lokale Politik darauf konzentrieren, ihren eigenen Beitrag für eine Wirtschaftsförderung zu leisten. Aufträge vergeben, in die Region hinein, So kann die hiesige Wirtschaftskraft gesteigert, zumindest erhalten werden. Im Falle der Stadtverwaltung Nordhausen ist das so. Die Verwaltung vergibt Aufträge, sichert damit Arbeit. Bei der Kreisverwaltung ist das ein wenig anders. Ist erst einmal das Vorhaben für das Berufsschulzentrum in Nordhausen abgearbeitet, dann ist Ritze mit Aufträgen. Auf Jahre hinweg kann nicht mehr investiert werden, der Finanzpolitik der vergangenen Jahre sei Dank.
So sieht sie aus, die Verantwortung für die Region, wenn man Politik auf Wirtschaft herunterbricht. Und so sind alle Bekundungen, Gespräche, Krisengipfel für den Erhalt von Bike Systems nicht mehr als Worte. Die aber sind, man weiß es: Schall und Rauch...


