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Di, 13:12 Uhr
10.07.2007

Betrieb besetzt

Nordhausen (nnz). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bike Systems haben heute den Betrieb besetzt. Damit wollen sie gegen die Schließung (nnz berichtete) demonstrieren...

Leere Hallen (Foto: nnz) Leere Hallen (Foto: nnz)

Die rund 130 Mitarbeiter von Bike Systems in Nordhausen wollen sich mit der Schließung des Unternehmens nicht abfinden. Seit 14 Uhr wird das Unternehmen besetzt. Auslöser dieser Aktion war die Nachricht, daß die Verhandlungen des Betriebsrates mit den Vertretern des Unternehmens und dem texanischen Hedge-Fonds über einen Interessensausgleich und eines Sozialplanes gestern gescheitert waren. Hierbei erfuhr der Betriebsrat, daß das Unternehmen nicht mehr in der Lage sei, den Mitarbeitern der Bike Systems GmbH die ausstehenden Löhne für die Dauer der Kündigungsfristen zu bezahlen. Von einer Abfindung ganz zu schweigen.

Aus der Sicht der Arbeitnehmer sei das Unternehmen bewußt zu einem Lohnfertiger für seinen größten Mitbewerber, die MiFa AG degradiert worden. Seit Dezember 2006 seien keine eigenen Aufträge mehr akquiriert worden, es sei bis zur Betriebsschließung ausschließlich für die MiFa gefertigt worden. Die Konditionen der Lohnfertigung seien so gestrickt gewesen, daß für die Belegschaft nichts mehr übrig blieb.

Das war einmal (Foto: nnz) Das war einmal (Foto: nnz)

Als erste Reaktion auf die angekündigte Besetzung habe die Unternehmensleitung nun mit einer Insolvenz gedroht, sagte Astrid Schwarz-Zaplinski von der IG Metall der nnz. Die Gewerkschafterin ist vor Ort, um mit den Arbeitnehmern die weiteren Schritte zu beraten. Auf der heutigen Betriebsversammlung wurden dann beschlossen, den Betrieb rund um die Uhr zu besetzen.

Oberstes Ziel sei natürlich der Erhalt der Arbeitsplätze. Wenn das nicht mehr möglich sei, dann müsse eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Hierzu fordern die Mitarbeiter auch die Unterstützung der regionalen und überregionalen Politik.

Mit der Übernahme des Fahrradwerkes in Nordhausen durch eine belgische Tochtergesellschaft des texanischen Hedge-Fonds Lone-Star Ende 2005 (nnz berichtete) wurde der Belegschaft scheinbar vorgegaukelt, die 130 Arbeitsplätze zu erhalten. „Tatsächlich wurden schrittweise sämtliche Aufträge der Bike Systems GmbH an den Wettbewerber, die MiFa AG in Sangerhausen, übergeben, um die Beteiligung der Lone-Star an der MiFA mit Aufträgen und Vorräten aus Nordhausen zu finanzieren“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Was die Belegschaft jetzt besetzt, das ist quasi ein filetiertes Unternehmen, das für einen Investor vollkommen uninteressant ist. Der Markt ist quasi bereinigt.
Autor: nnz

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