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Mo, 17:53 Uhr
25.06.2007

Hornberg in Sollstedt

Nordhausen (nnz). Sie, liebe nnz-Leser, werden den Ausgang des Hornberger Schießens kennen. Ähnlich dem Spektakel aus dem 16. Jahrhundert verhält es sich mit einem Vorgang im Landkreis Nordhausen. Heute wurde dazu wieder diskutiert...


Es geht um die Zukunft der Schwimmhalle in Sollstedt, es geht um ihren baulichen Zustand und ihre Statik. Ein Prüfingenieur aus Eisenach hatte sich das Bauwerk aus dem Jahr 1973 angesehen. Zwar würden die großen Stahlträger der Decke schon vom Rost befallen sein, doch die Statik sei dadurch nicht gefährdet. Es ist der überwiegende Teil der Dachkassettenplatten, der Probleme bereitet. Dort, wo einst sehr unsauber Lüfter eingebaut wurden, dort zeigen sich Risse, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Das alles sei schon sehr bedenklich. Dr. Erich Winter, der Fachmann des Landratsamtes, teilte den Mitgliedern des Kreisausschusses mit, das man einzelne Platten austauschen könne, man könne auch weitere Untersuchungen zur Standsicherheit beauftragen. Das würde letztlich Sicherheit bringen, doch beides würde Geld kosten.

Was durch den Prüfer als riskant im Gutachten eingeschätzt wurde ist die Tatsache, dass es bei großen Schneeablagerungen gefährlich werden kann. Es bestehe dann sogar „Gefahr für Leib und Leben“, wurde heute aus dem Gutachten zitiert.

Und dann schwirrten Zahlen durch den Raum: Ein weiteres Gutachten würde zwischen zwei- und dreitausend Euro kosten, für den Austausch einzelner Platten wurden mehr als 30.000 Euro veranschlagt, die umfangreiche Variante der Dachsanierung würde mit einer Viertel Million Euro zu Buche schlagen. Letztlich einigte sich der Kreisausschuss für ein erneutes Gutachten, um letztlich Sicherheit zu bringen. Sicherheit auch für Landrat Joachim Claus (CDU), der als einziger haftbar gemacht werden könne, wenn es zu Verletzungen durch einstürzende Dachteile käme. Die Diskussion nahm zum Teil bizarre Formen an. Da wurde die TGL der DDR gegen die DIN der BRD aufgerechnet, da sollten Heizdecken auf dem dach angebracht werden, damit sich kein Schnee ablagern kann, und so weiter.

Die Ansätze der Mitglieder des Kreisausschusses waren durchweg lobenswert. Alle, vor allem Egon Primas (CDU), ließen mehr oder weniger durchblicken, dass ihnen am Erhalt der Halle gelegen sei. Dennoch: Außer der kostengünstigen Variante einer nochmaligen Prüfung kann weder eine Teil- noch eine komplette Sanierung des Daches der Sollstedter Schwimmhalle aus dem Kreishaushalt finanziert werden. Eigentlich kann gar nichts bezahlt werden. Man erinnere sich: Nicht einmal der einst beschlossene Zuschuss für die Halle wurde in diesem Jahr von der Kreisverwaltung nach Sollstedt rübergereicht.

Die erste Beigeordnete des Landkreises, Jutta Krauth (SPD), plädierte dafür, sich mit allen an einer weiteren Betreibung interessierten Gemeinden zu unterhalten, wie diese in das Kostenboot geholt werden können. Vielleicht gibt es in der kommenden Woche erste Klarheiten. Nach den Erfahrungen um das Gezerre mit der Sollstedter Schwimmhalle jedoch muss befürchtet werden: Hornberg wird vorerst weiter in Sollstedt und Nordhausen kopiert.
Autor: nnz

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