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Do, 07:22 Uhr
07.06.2007

nnz-doku: Alle Zweifel ausgeräumt?

Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete gestern ausführlich über die Sitzung des Nordhäuser Stadtrates, die mit einer Bürgerinformation zum Stand der Errichtung eines Kinderhospiz begann. Die Pressemitteilung des Vereins im Anschluß der Veranstaltung liest sich jedoch etwas anders. Wir veröffentlichen sie innerhalb unserer doku-Reihe.


Und so ist die Pressemitteilung überschrieben: Alle Zweifel ausgeräumt: Projekt Kinderhospiz Mitteldeutschland in Nordhausen ist „auf einem guten Weg“. Nordhäuser Oberbürgermeisterin freut sich auf den Bau des Kinderhospiz Mitteldeutschland in Nordhausen. Nordhäuser Stadtrat und Bürger informierten sich über den Stand der Dinge.


Weiter geht es so: Klaus-Dieter Heber war die Begeisterung, auch nach Jahren der Arbeit für die Errichtung eines Kinderhospizes im thüringischen Nordhausen, anzusehen. Mit klaren Fakten, Zielen und Hindergrundinformationen, schilderte der Vorsitzende der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland e.V. den Ist-Stand des Kinderhospiz-Projektes. „Unser erstes Ziel ist geschafft. Dank der Kampagne VISION EINE MILLION des MDR Radio Jump im vergangenen Winter, haben wir rund 1,2 Millionen in Form von Sach- und Finanzspenden zur Verfügung. Wenn der gleiche Betrag noch einmal eingeht, beginnen wir sofort mit dem Bau.“, versprach Heber den interessierten Stadtratsmitgliedern und Bürgern.

Insgesamt werden 4,8 Mio. Euro für das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Nordhausen benötigt, davon bis zu 3,5 Mio. für die Errichtung der Herberge und 1,3 Mio. zur Finanzierung der ersten beiden Betriebsjahre für Personal- und Betriebskosten. Die nachhaltige Finanzierung ist zu 60 % aus Zuwendungen von Kostenträgern sichergestellt, der Rest muss aus Spendengeldern dauerhaft finanziert werden. „Wenn die Hälfte der Baukosten gedeckt ist, fangen wir an. Wir sind den vielen tausenden Spendern verpflichtet nicht nur einen Baubeginn zu realisieren, sondern auch die Fertigstellung zu garantieren. Der moralische Druck einen baldigen Baubeginn zu ermöglichen, verspüren wir durch die vielen Anfragen von betroffenen Familien, die uns bereits jetzt um Hilfe bitten. „ äußerte Heber während der Projektpräsentation.

Das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Nordhausen wird 12 lebensverkürzt erkrankten Kindern und deren Familien einen Ort der Entspannung und Erholung bieten. Über 22.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von einer lebensverkürzenden Krankheit betroffen an der sie versterben werden. Im Kinderhospiz Mitteldeutschland wird nicht nur den betroffenen Kinder psychische und physische Begeleitung angeboten, sondern dem gesamten Familiensystem eine Entlastung von der 24-Stundenpflege ermöglicht. -

Auch erläuterte der 54 jährige Vorsitzende, dass derzeit die ersten 15 ehrenamtlichen Familienbegleiter des Kinderhospizes Mitteldeutschland ausgebildet werden, um den ambulanten Kinderhospizdienst zeitnah ans Netz gehen zu lassen. „Ich freue mich über das große Engagement der Ehrenamtlichen. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe der sich diese Personen stellen.“, betonte Heber.

Auch nicht unkommentiert ließ Klaus-Dieter Heber Fragen über die Verwendung der bisher eingegangenen Spendengelder. „Das gesamte Spendengeld befindet sich auf einem Sperrkonto des Bundesverbandes Deutscher Auktionatoren e.V. . Der Verein selbst bekommt das Geld gar nicht zu sehen- mit den Finanzen werden direkt die Bauabschnitte beglichen“, schilderte Heber dem Stadtrat.

Mit diesen Ausführungen räumte Heber, im Rahmen der öffentlichen Sprechstunde im Bürgersaal, auch die letzten Zweifel im Stadtrat über eine Realisierung des Projektes aus. „Wir sind zum Erfolg verpflichtet.“, sagte Heber.

Auch auf Fragen zu den Auswirkungen des Baus eines Kinderhospizes in Sachsen, auf den nachhaltigen Betrieb des Kinderhospizes Mitteldeutschland in Nordhausen, antwortete Klaus-Dieter Heber: „Als Gründungsmitglied des Bundesverbandes Kinderhospiz e.V. freut mich jede Initiative, die ein flächendeckendes Betreuungsangebot an stationären und ambulanten Kinderhospizdiensten ermöglicht. Wir haben auf diesem Gebiet in Deutschland eine Menge Nachholbedarf. Unser Einzugsgebiet ist auf Thüringen, Sachsen-Anhalt, Teile Hessens und Niedersachsens ausgelegt. Über 6000 betroffene Kinder und Jugendliche leben in diesem Gebiet.“, schilderte Heber die Betreuungslage.

Nachdem der Nordhäuser Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes für einen Neubau des Kinderhospizes Mitteldeutschland auf den südlich der evangelischen Grundschule angrenzenden Flächen in Nordhausen (Krimderode) bereits einstimmig beschlossen hatte, gilt es jetzt die entsprechenden Baupläne an die neue Situation anzupassen.

„Zunächst haben wir eine ganze Menge behördliche Wege zu erledigen. Parallel dazu finden bis Ende des Jahres noch zahlreiche Kampagnen statt, mit deren Hilfe wir die noch fehlende 1 Million Euro sammeln möchten. Wenn bis Anfang 2008 die Planfeststellungsverfahren und Baugenehmigungen vorliegen, können wir endlich das Kinderhospiz bauen.“ gibt Heber klar den Zeitplan vor. „Nachdem wir gemeinsam mit MDR Jump gezeigt haben, wie es geht, sind wir aber zuversichtlich, dass wir in den nächsten acht Monaten die Summe zusammenhaben.“, zeigt sich der Vereins-Chef eindeutig positiv.

Das Nordhäuser Stadtoberhaupt, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) freute sich über die Erklärungen von Klaus – Dieter Heber und stellte eindeutige fest: “Wir wollen, dass das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Nordhausen errichtet wird.“

Der Nordhäuser Stadtrat und die Nordhäuser Bürger konnten sich heute im Bürgersaal davon überzeugen, dass der Realisierung Kinderhospiz Mitteldeutschland e.V. nichts im Wege steht. „Wir sind weiter auf die Unterstützung Vieler angewiesen. Wir brauchen die Hilfe von Bürgern und Unternehmern aus ganz Mitteldeutschland. Vor allem die Unterstützung der Einwohner Nordhausens ist von Nöten um solch ein Vorhaben realisieren zu können.“ betont Klaus-Dieter Heber nachdrücklich.

„Beginnen wird eine unserer Kampagnen mit dem Lichterfest 2008 Nordhausen vom 07. bis 09. September. Mit einem Fest, das Nordhausen so noch nie erlebt hat.“ freut sich Heber. Genaue Informationen sollen in Kürze auf einer gesonderten Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Bis dahin arbeiten rund zehn freiwillige Helfer am Programm. Einen kleinen Ausblick gibt der Kinderhospiz-Chef aber bereits: „Wer im letzten Jahr bei Chris Norman zu Gast war, wird sich erinnern, welche großartige Atmosphäre auf dem Landesgartenschau-Gelände war- das wollen wir steigern- und das schaffen wir.“
Autor: nnz

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