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Mi, 19:19 Uhr
06.06.2007

Jede Menge Fragen


Stadtratssitzung
Nordhausen (nnz). Jede Menge Gerüchte ranken sich um den geplanten Bau eines Kindeshospizes in Krimderode. Eine nicht unerhebliche Menge Spenden wurde bereits gesammelt. Im Rahmen der Stadtratssitzung konnten die Bürger Fragen stellen, was daraus geworden ist.


Elisabeth Milbret aus der CDU Fraktion wunderte sich von Anfang an über einen Passus in der Satzung des Kinderhospizvereines. Sollte das Hospiz nicht gebaut werden, sollen 50 Prozent der Spenden anderen Kinderhospizen zugute kommen, der Rest jedoch dem Verein „Frohe Zukunft“ der ein Kinderheim betreibt, dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Heber zufällig ist. „Ist das nicht eine gewagte Sache? Wenn jemand für ein Hospiz spendet, dann spendet er doch nicht für ein Heim.“ Sagte sie.

Klaus-Dieter Heber glaubt nicht, daß der Fall eintritt, zudem sei laut Vereinsrecht notwendig festzulegen, wer im Fall der Auflösung das Vereinsvermögen bekommt. Und wahrscheinlich wäre in so einen Fall ohnehin nichts zu verteilen. An einen Teil des Geldes, vor allem an die Spenden der letzten acht Monate, käme man sowieso nicht ran. Die lagern auf Konten der Spendensammler, dem MDR und dem Bund der Auktionatoren. Ausgezahlt wird erst, wenn sich das Kinderhospiz im Bau befindet. Wird es nicht gebaut, könnten die Partner das Geld für andere Zwecke verwenden, sagte Heber.

Tilly Pape bohrte noch mal nach. Sie hatte die Satzung des Vereines genau gelesen und festgestellt, daß „Frohe Zukunft“ die Gelder für sozialpädagogische Familienhilfe nutzen wolle. „Das ist ein sehr dehnbarer Begriff“, wand sie ein. Klaus-Dieter Heber beteuerte, der Verein „Frohe Zukunft“ sei nicht ohne Risiko an das Projekt Kinderhospiz herangegangen. Zudem habe niemand vor, das Geld in private Taschen zu stecken. Außerdem glaube er wirklich nicht, daß das Hospiz nicht gebaut würde. „Wenn wir in zehn Jahren schließen sollten, dann beweist das nur, daß so ein Haus nicht lebensfähig ist. in dem Fall gibt es Forderungen von Gläubigern und nichts zu verteilen.“

Norbert Klodt betonte vor seinen Fragen, daß das Kinderhospiz ein wichtiges Projekt für die Stadt sei, deshalb kümmere sich die Stadt derzeit um Fragen des Bebauungsplanes. „Was werden Sie tun, wenn es kein Baurecht gibt? Haben Sie Ersatzpläne?“ fragte er. Klaus-Dieter Heber geht nicht davon aus, daß der Verein das Baurecht nicht bekäme. Zudem habe man drei Angebote vorliegen, sogar ein vollsaniertes Schloß. Nur paßten alle diese Angebote nicht ins Konzept, ehemalige Kurheime lägen zu weit abseits, so Heber. Eigentlich habe schon 2005 oder 2006 mit dem Bau begonnen werden sollen, erinnerte sich Klodt.

„Wie können Sie dann in einem Zeitungsinterview darstellen, daß Sie gut im Zeitplan liegen?“ „Wir fangen erst an, wenn wir auch fertig werden können. Allenfalls von den Betroffenen lassen wir uns drängen, aber von einem Dritten lassen wir uns nicht sagen, daß es sehr langsam vorangeht“, antwortete Klaus-Dieter Heber. Die dritte von Norbert Klodts Fragen bezog sich auf die Differenzen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und dem ambulanten Hospizverein in Nordhausen. Dazu hatte auch Gabriele Lipski etwas zu sagen, die Mitglied in diesem Verein ist. „Ich bin erschüttert, wie Sie über den Hospizverein denken. Auf unseren höflichen Brief kam eine Antwort von Ihrem Anwalt, der unserem Verein das Recht auf kritische Fragen untersagen wollte. Wir haben Ihnen nur inhaltliche Fragen gestellt, auf die ich gern eine Antwort hätte. Wie viele Ärzte werden Sie vor Ort haben, wie viele Krankenschwestern und ehrenamtliche Helfer. Und wie werden die ausgebildet sein?“

„Die Ehrenamtlichen werden im Moment geschult“, sagte Heber, alles andere sei im Moment noch nicht aktuell. Zudem wolle der Verein Kinderhospiz Mitteldeutschland das Spendensiegel beantragen. Dazu wird unter anderem geprüft, wie viel Geld für Werbung und Verwaltung ausgegeben wird. Derzeit liege man bei der Werbung bei 18 Prozent. Werbungs- und Verwaltungskosten von bis zu 35 Prozent insgesamt sieht das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, welches die Siegel vergibt, als vertretbar an.
Autor: wf

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