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Fr, 08:44 Uhr
11.05.2007

nnz-Forum: Kultur vor dem Aus?

Nordhausen/Niedersachswerfen (nnz). Im nächsten Jahr begeht die größte Gemeinde im Landkreis Nordhausen ein einmaliges Jubiläum. Niedersachswerfen wird 800 Jahre alt. Dazu ein Statement des Kultur- und Traditonsvereins.


Wo aber wird man feiern? Der Festplatz in der großen Bahnhofstraße darf nicht mehr genutzt werden. Anwohner beschwerten sich an höherer Stelle über Krach und zu laute Musik. Auch das Drosseln der Lautstärke zur diesjährigen Walpurgisfeier wie auch bereits bei vorangegangenen Veranstaltungen beruhigte die Gemüter nicht. Warum störte es früher nicht, wenn bei fröhlicher Musik und ein paar Gläschen Bier die Alltagssorgen schnell vergessen waren? Heißt Demokratie etwa zu bestimmen, wie lange man feiern darf und das am besten ohne Musik?

Junge Leute und Junggebliebene feiern nun woanders. Ein Festplatz gehört ins Dorf und nicht in ein Gewerbegebiet.

Gern würde der Kultur- und Traditionsverein in Niedersachswerfen zusammen mit anderen Vereinen die 800-Jahr-Feier zu einem Ereignis werden lassen, von dem man auch in Jahren noch spricht. Wie aber sollen eine Handvoll Vereinsmitglieder ein Fest für Tausende mitorganisieren und mitgestalten? Gibt es nicht mehr Sachswerfer, denen die Kultur im Ort am Herzen liegt?

Der Kultur- und Traditionsverein Niedersachwerfen steht vor dem Aus. Männer und Frauen, die jahrelang ehrenamtlich beim Fasching auf der Bühne standen, das Feuer in der Mainacht entzündeten oder am Grill standen, verlassen den Verein, weil sie keine Perspektive mehr sehen.

Wenn es nicht gelingt, mehr Enthusiasten zu finden, die bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit zu opfern, um kulturelle Traditionen im Ort zu pflegen, dann wird es sehr leise im Dorf werden. Kein Arree-Helau erschallt im nächsten Jahr zur traditionellen 14. Faschingssaison. Kein Handwagenrennen belustigt das Publikum zum Arree- und Schützenfest. Der Maibaum verschwindet irgendwo und Hexen und Teufel fliegen in der Walpurgisnacht in andere Orte, wo man sie gern willkommen heißt.

Die wenigen verbliebenen Mitglieder des Vereins finden zur Zeit keinerlei Motivation mehr, weitere kulturelle Aktivitäten im Ort durchzuführen. Unserem Verein fehlt die notwendige Unterstützung und Akzeptanz im Ort sowie durch den Bürgermeister und den Gemeinderat.

Wir hätten uns sehr gewünscht, junge Leute und Junggebliebene zu finden, die unseren Verein unterstützten. Wir bedauern sehr, dass es uns in diesem Jahr nicht möglich ist, die langjährige Tradition des Handwagenrennens fortzuführen. Die Pokale der Preisträger aus dem letzten Jahr bleiben bis auf weiteres in deren Besitz.

Bleibt zu hoffen, dass es in Niedersachswerfen gelingt, auch den nächsten Generationen noch kulturelle Werte und Traditionen zu vermitteln.
Michael Hartmann, und der Kultur- und Traditionsverein Niedersachswerfen
Autor: nnz

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