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Mi, 15:26 Uhr
09.05.2007

Der Erste

Nordhausen (nnz). Premil Petrovic ist der erste serbische Dirigent, der in Kroatien nach dem Krieg dirigiert hat. Für die, die es noch nicht wissen: Er arbeitet am Nordhäuser Theater.

Bei der Arbeit (Foto: Oliver Elsner) Bei der Arbeit (Foto: Oliver Elsner)

Dirigiert hat Petrovic die Oper „Zora D.“ von der jungen serbischen Komponistin Isidora Zebeljan. Er hat das Orchester „Belgrader Philharmoniker“ in vier Vorstellungen – so in Belgrad, in Sombor und in Kroatien in Zagreb und Rijeka dirigiert mit Sängern aus Amsterdam, Belgrad und Zagreb. Star-Opernregisseur David Pountney, der jetzige Chef der Bregenzer Festspiele, hatte die Oper inszeniert. In Zagreb wurde sie bei der „Musik-Biennale für neue Musik“ – dem bedeutendsten Festival für neue Musik in Ex-Jugoslawien - aufgeführt.

Alle Vorstellungen waren ausverkauft, das Publikum war begeistert und zeigte es dem Ensemble mit stehenden Ovationen. Die Organisatoren des Festivals äußerten sich gegenüber dem jungen Dirigenten, dass sie sich nicht erinnern, solch ein gutes Ensemble für neue Musik schon gehört zu haben. Obwohl ein Tag vorher die Königliche Philharmonie aus Stockholm gespielt und ein Tag später Penderecki dirigiert hatte.

Seit August 2006 ist Premil Petrovic bei der Theater Nordhausen/Loh Orchester Sondershausen GmbH als Solo-Repetitor mit Dirigierverpflichtung engagiert. 1973 wurde er in Belgrad geboren und ist dort auch aufgewachsen. Er studierte zunächst an der Hochschule für Musik in Belgrad und setzte das Studium später in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ fort. Schon während des Studiums hatte der jetzt 33jährige Konzerte mit den Belgrader Philharmonikern und Berliner Sinfonikern dirigiert

Auch wenn für Premil Petrovic seit fast einem Jahr Nordhausen lebt, ist es für ihn wichtig, was in seinem Heimatland geschieht. Noch immer gibt es dort politische Konflikte zwischen Serben und Kroaten. Beide Länder sollten auch kulturell wieder zusammenwachsen, wünscht sich Petrovic. Während in Serbien kroatische und slowenische Dirigenten schon seit Jahren auftreten, war es in Kroatien nun das erste Mal, dass ein Serbe dort nach dem Krieg dirigierte.

Premil Petrovic hatte in den 90er Jahren zu Zeiten von Milosevic im Kulturzentrum REX, einem Oppositionszentrum in Belgrad, eine Kammeroper gegründet.
Autor: nnz

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