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Do, 08:19 Uhr
12.04.2007

Was bleibt übrig?

Nordhausen (nnz). Das Kinderbetreuungsangebot in Nordhausen soll weiterentwickelt werden. Das fordern seit Wochen die Stadtratsfraktionen von SPD und Linkspartei.PDS und haben ihre Vorstellungen in einer gemeinsamen Beschlußvorlage niedergeschrieben. Das wiederum blieb nicht ohne Folgen.


Die freien Träger aber auch Fördervereine von Kindertagesstätten sahen und sehen in dieser Beschlußvorlage indirekt eine Kritik an der bisherigen Arbeit mit den Kindern. In einigen Statements, die der nnz-Redaktion zugingen, wurde deutlich gemacht, dass es in Nordhausen ein breit gefächertes Betreuungsangebot gebe. In der vergangenen Woche soll es dazu auch ein Treffen im Rathaus gegeben haben, worüber allerdings nichts in der Öffentlichkeit verlautbart wurde. Im Gegensatz dazu ist der Verwaltung jeder zu pflegende Baum in der Rolandstadt eine Pressemitteilung wert.

Die „pädagogische Linksfront“ bleibt trotz aller Kritik beim Grundtenor ihrer Vorlage, also einer Weiterentwicklung, sprich Verbesserung der bestehenden Angebote. Eine tragende Säule, das wurde gestern im Hauptausschuss deutlich, soll dabei die Etablierung einer weiteren Kinderkrippengruppe sein. Es ist die vielleicht noch einzige Säule des Antrags. Spätestens hier sträuben sich bei einigen Christdemokraten die Nackenhaare. Er wollte sich gestern nicht zur Qualität des Antrages äußern, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Klodt, tat es mit dieser Äußerung indirekt doch. Sein Fraktionskollege Sven Lutze meinte gar, dass dieser Antrag eher in den Reißwolf gehöre, denn auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung. Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) blieb nichts anderes übrig, als wiederum seinen Parteifreunden beizuspringen: „Die bestehenden Angebote werden durch den Antrag nicht disqualifiziert!“

Jendricke verwies auch darauf, dass sich die Kommune die Betreuung der Kleinsten in diesem Jahr noch mehr Geld kosten lasse, als in den Jahren zuvor. Waren es einst 4,5 Millionen Euro, so soll die Unterstützung in diesem Jahr auf 6,5 Millionen Euro gestiegen sein. Damit haben ermöglicht, dass die Elternbeiträge stabil bleiben konnten.

Diese Beiträge, die der Stadtrat in zwei Wochen als Empfehlungen in seinen allgemeinen Grundsätzen zur Betreibung von Kindertagesstätte festschreiben will, die findet Stadtratsmitglied Volker Fütterer alles andere als sozial. Vor allem deren Staffelung. Fütterer hat herausgefunden, dass Familien mit einem geringen Einkommen anteilig mehr zur Kasse gebeten werden, als Familien mit höheren Einkommen. Familien, deren Einkommen unter 500 Euro liegt, sollen 50 Euro im Monat zahlen. Wer 450 Euro in der Familienkasse hat, der ist mit 11,1 Prozent dabei, wer 4.500 Euro am Monatsende sein Eigen nennen kann, der zahlt davon lediglich 3,7 Prozent, nämlich 170 Euro. Für Fütterer einfach unsozial.

Die Füttersche Sozial-Entrüstung wiederum konnte Norbert Klodt nicht verstehen. Diese Staffelung gebe es in Nordhausen seit nunmehr 15 Jahren, mehrfach habe auch Stadtratmitglied Fütterer es so beschlossen. Und schließlich sei das alles nur ein Empfehlung. Hierauf der Konter: Man könne ja auch Fehler machen, nur man müsse daraus die Konsequenzen ziehen.
Autor: nnz

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