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Fr, 14:18 Uhr
01.02.2002

Fit für die Diplom-Arbeit?

Nordhausen(nnz) Diese Frage können die Schüler der 12. Klassen des Herder- und Humboldt-Gymnasiums seit kurzem selbstkritisch beantworten. In den vergangenen zwei Jahren taten sie einiges dafür, um ein überzeugendes „Ja!“ verlauten lassen zu können.


Anfangs gab es großen Protest in den Reihen der Schüler, und scheinbar noch größere Unsicherheit in den Reihen der Lehrer. Als im Schuljahr 1999/2000 in den 10. Klassen der Gymnasien das Seminarfach eingeführt wurde, wusste keiner so recht etwas damit anzufangen. Die Aufklärung kam nach und nach: Der Seminarfach-Unterricht soll die Schüler auf spätere Facharbeiten an den Hochschulen (zum Beispiel Diplom-Arbeiten) vorbereiten. Zu diesem Zweck erstellen die Schüler in der 11. und 12. Klasse eine wissenschaftliche Seminarfach-Arbeit, in der Regel in Gruppen zu 2 ­ 4 Schülern. In Vorbereitung darauf werden in Klasse 10 und 11 Methoden und Arbeitstechniken zur Erstellung und Präsentation der Arbeit vermittelt.

Das Thema ist frei wählbar, muss allerdings vom Schulleiter genehmigt werden. Die Schüler werden in der Schule einem Seminarfach-Lehrer zugeteilt und suchen sich zusätzlich einen Betreuer, der ihnen mit fachlichem Rat zur Seite steht. Bei beiden sind eine gewisse Zahl an Pflicht-Konsultationen zu absolvieren. Bewertet werden zu 20% der Prozess der Erstellung, zu 30% die Qualität der Arbeit selbst und zu 50% ein Kolloquium, durch das die Arbeit zu verteidigen ist. Dabei sind sowohl andere Schüler der Oberstufe als auch Gäste willkommen, die durch die referierenden Schüler eingeladen wurden. Das Kolloquium wird von einer dreiköpfigen Prüfungskommission bewertet, die im Anschluss an die Präsentation auch Fragen stellt.

So stellten die Zwölftklässler des Humboldt-Gymnasiums am 17. und 18.01., die Schüler des Herder-Gymnasiums am 24. und 25.01.01 die Ergebnisse ihrer Arbeiten vor. Die Themen waren weit gefächert, die Inhalte der Arbeiten gingen oftmals über das allgemein Bekannte hinaus. Die Gruppen referierten unter anderem über Essstörungen und richtiges Essverhalten, politische Attentate im 20. Jahrhundert, neue Entwicklungen auf dem Gebiet des Sporttauchens und Linkshändigkeit im Vorschulalter. Andere hatten sich mit orbitalen Raumstationen, Wasserstoff als Energieträger, der wirtschaftlichen Nutzung eines Ökosystems am Beispiel der Auleber Fischteiche oder Olympe de Gouges, einer Kämpferin in der Französischen Revolution, beschäftigt.

Um dem Publikum und vor allem den Prüfern in den entscheidenden 30 ­ 45 Minuten zu imponieren, ließen sich die zukünftigen Abiturienten einiges einfallen: PowerPoint-Präsentationen wurden ebenso gerne genutzt wie Polylux, Video und die traditionelle Tafel. Man schmückte den Raum mit Plakaten, stellte selbst gebasteltes Anschauungsmaterial vor und verteilte Flyer. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Die Humboldt-Schüler bekamen ihre Ergebnisse noch am selben Tag gesagt, nachdem die Prüfungskommission sich beraten hatte. Die Schüler-Kollegen in der Wiedigsburg mussten sich bis heute gedulden. Die Ergebnisse waren insgesamt durchwachsen, es gab enttäuschte und auch strahlende Gesichter. Auf Wunsch der Schüler kann das Gesamtergebnis der Seminarfach-Leistung in die Abitur-Wertung eingebracht werden, was bei vielen den Durchschnitt anheben könnte.
Die Prüfungen sind nicht mehr weit weg. Wir wünschen allen viel Glück und Erfolg dabei, und beim Studium bzw. der Ausbildung mindestens genauso gute Ergebnisse wie in den vergangenen 12 langen Schuljahren!
Manuela Jauer
Autor: nnz

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