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Mi, 11:10 Uhr
30.01.2002

Arbeitslose auf die Couch

Nordhausen (nnz). Profiler, diese Spezialisten waren bislang nur dem FBI oder dem BKA vorbehalten. Jetzt will sich das Arbeitsamt ihrer Fähigkeiten bedienen. Ein entsprechender Vertrag wurde heute unterzeichnet.


Vertragsunterzeichnung Das neue Job-AQTIV-Gesetz soll in den kommenden Jahren Schwung in den Arbeitsmarkt Nordthüringens bringen. „Statt reagieren, werden wir jetzt agieren können“, umschrieb Arbeitsamtsvertreter Helmut Ahr die Möglichkeiten. Eine davon ist die Installierung von Profiling-Centern. Ein solches gibt es ab sofort in den Räumen der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Nordhausen. Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft und dem Berufsfortbildungswerk sollen künftig „passgenaue“ Ausbildungsprofile von Arbeitslosen angefertigt werden. Wissenschaftlich unterstützt wird das Trio dabei von der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal.

„Das Profiling umfasst eine intensive Stärken- und Schwächenanalyse des Arbeitssuchenden und die Erarbeitung einer individuellen Chancenprognose“, heißt es in einer Pressemitteilung des Nordhäuser Arbeitsamtes. In der DAA wird man also in den kommenden Jahren einen Zuarbeit zur Berufswegeplanung leisten. Eine Woche lang werden sich jeweils 20 Arbeitslose einem „eignungsdiagnostischen Testverfahren“ unterziehen. In dessen Ergebnis soll ein Profil hinsichtlich der fachlichen und sozialen Kompetenz erstellt werden. Anschließend sollen die Arbeitslosen eine Eingliederungsvereinbarung mit dem Arbeitsamt abschließen.

Genau 1.000 arbeitslose Frauen und Männer des Landkreises Nordhausen sollen in diesem Jahr das Prozedere durchlaufen. Über Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt wollten heute weder das Arbeitsamt noch die DAA spekulieren. Keine Spekulation sind hingegen die Kosten: 280 Euro pro Teilnehmer und Woche wird das Arbeitsamt zur Verfügung stellen. Das sind allein für den Landkreis Nordhausen 280.000 Euro in diesem Jahr. Für den gesamten Bereich des Nordhäuser Amtes sind 3.500 Arbeitslose für den Profiling-Durchlauf vorgesehen. Nach einem Jahr wird sich dann zeigen, ob die Vermittlungsquote sich nach oben bewegen wird oder ob der Besuch auf der Couch ohne Ergebnisse verlief.
Autor: nnz

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