eic kyf msh nnz uhz tv nt
Di, 13:44 Uhr
27.02.2007

Back to the GDR

Nordhausen (nnz). 18 Jahre dauerte es, eh sich die bundesdeutsche Politik einer Form der Erziehung von Klienkindern zuwendet, die in der damaligen DDR allen Menschen vertraut war. Was aber sagen die Thüringer Unternehmen dazu? Die Antwort darauf gibt es mit dem bekannten Klick.


Zunehmend irritiert über die Diskussionen zum Ausbau der Kinderbetreuung zeigt sich auch IHK-Präsident Niels Lund Chrestensen. „Man sollte sich an der Lebenswirklichkeit orientieren. Diese zeigt, dass es immer mehr junge Frauen gibt, die hoch qualifiziert sind und arbeiten wollen“, so Chrestensen. Eltern müssten eine echte Wahlfreiheit bekommen, ob sie ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren selbst betreuen oder eine Betreuungseinrichtung nutzen. „Um Wahlfreiheit zu schaffen, ist es notwendig, entsprechende Angebote zu machen. Und dafür sollten Kinderkrippenplätze dienen.“

Chrestensen rät, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Was in anderen europäischen Ländern selbstverständlich sei und erfolgreich praktiziert werde, habe nicht geschadet, sondern vielmehr zu höheren Geburtenraten beigetragen. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung konnte in einer Studie nachweisen, dass in jenen Ländern mehr Kinder geboren werden, die in Bezug auf die Gleichbehandlung der Geschlechter die modernsten Gesellschaftssysteme aufweisen.

Die Wirtschaft benötige angesichts der demografischen Entwicklung das Erwerbspotential der Frauen und diese wollten das auch zunehmend einbringen. „Wir können volkswirtschaftlich gesehen weder auf Kinder noch auf Frauen im Erwerbsleben verzichten“, mahnt Chrestensen.

Deshalb müsse der Staat mit einer Betreuungsinfrastruktur für unter Dreijährige unterstützend wirken. Auch Thüringen sollte die vom Bund angekündigten finanziellen Mittel nicht ablehnen. „Nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser werden kann“, so Chrestensen. „Es gibt auch in Thüringen junge Muttis, die für ihre Kleinstkinder keine Betreuungseinrichtung finden bzw. Tagesmütter nicht bezahlen können."

Abschließend bittet Chrestensen um die Unterstützung der Wirtschaft: „Wenn sich die Eltern und damit auch die Frauen für eine Berufstätigkeit entschieden haben, dann sollten wir als Unternehmer im eigenen Interesse die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten und dazu beitragen, dass sich junge Menschen entwickeln, die den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht werden“.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)