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Di, 16:16 Uhr
09.01.2007

Niemand soll mehr sicher sein

Nordhausen/Halle/Sa. (nnz). Eigentlich ist Mikado ein Spiel für Beamte. Sie wissen schon: Wer sich zuerst bewegt... Doch eine Ermittlungsgruppe namens Mikado hatte sich in den zurückliegenden Monaten mehr als bewegt und einem Ring der Kinderpornografie das Handwerk gelegt. Betroffen sind auch Pädophiele aus Thüringen. Heute wurden in Halle erste Einzelheiten vorgestellt.


Sachsen-Anhalts Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb und ihr Kollege, Innenminister Holger Hövelmann (beide SPD), stellten am heute bei einer Pressekonferenz in Magdeburg die Ergebnisse der Ermittlungsgruppe „Mikado“ vor. Nach der weltweiten Operation „Marcy“ im Jahr 2003 gelang dem Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt und der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) erneut ein bedeutender Erfolg bei der Bekämpfung der Kinderpornografie. „Durch eine hervorragende, bislang einmalige Zusammenarbeit mit der deutschen Kreditkartenwirtschaft konnten 322 deutsche Tatverdächtige ermittelt werden“, berichtete Ministerin Kolb.

Minister Hövelmann lobte die Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen aller Bundesländer: „Bundesweit wurden koordiniert Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Ein Großteil der Tatverdächtigen war sofort umfassend geständig.“

Zur Information:
Durch den Hinweis eines Mitarbeiters eines deutschen Fernsehsenders (SAT 1) konnte eine Internetseite identifiziert werden, in der massiv der sexuelle Missbrauch von Kindern abgebildet war. Weiteres Material in einer Größenordnung von etwa drei Gigabyte war für „Mitglieder“ in Aussicht gestellt. Der Zugang zum Mitgliederbereich wurde nach Zahlung eines hohen zweistelligen US-Dollarbetrages ermöglicht. Die Entgeltzahlung war ausschließlich per Kreditkarte (Visa oder Master Card) möglich. Durch weitere Ermittlungen gelang es, eindeutige Geldtransferinformationen zu erlangen, die eine Identifizierung von Kunden des „Mitgliederbereichs“ ermöglichten.

Im Rahmen einer bisher wohl einmaligen Zusammenarbeit mit den deutschen Kreditkartenserviceunternehmen konnten alle deutschen Nutzer dieses kinderpornografischen Mitgliederbereichs namentlich identifiziert und die entsprechenden Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

In Sachsen-Anhalt sind zwei Beschuldigte wohnhaft. Bei den Durchsuchungen durch das Landeskriminalamt konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. Beide Beschuldigten sind geständig und bestätigen die der Ermittlungsgruppe „Mikado“ vorliegenden Verdachtsmomente. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 47-jährigen Sekundarschullehrer aus Magdeburg und einen 33-jährigen Arbeiter aus Halle.

Die insgesamt 322 ermittelten deutschen Tatverdächtigen verteilen sich auf die einzelnen Bundesländer wie folgt:

Nordrhein-Westfalen 68
Bayern 56
Baden-Württemberg 36
Hessen 30
Niedersachsen 27
Rheinland-Pfalz 23
Berlin 17
Sachsen 15
Brandenburg 11
Hamburg 10
Schleswig-Holstein 8
Saarland 6
Thüringen 5
Bremen 5
Mecklenburg-Vorpommern 3
Sachsen-Anhalt 2

Über zehn Prozent der ermittelten Tatverdächtigen sind bereits einschlägig mit dem Besitz bzw. der Verbreitung von Kinderpornografie in Erscheinung getreten. Unter diesen Personen befinden sich vier Beschuldigte, die bereits selbst Kinder sexuell missbraucht haben. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass ein Großteil der Beschuldigten gut situiert, alleinstehend und ledig ist.
Autor: nnz

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