Di, 12:48 Uhr
23.09.2025
Theater Nordhausen
Premiere für Hoffmanns Erzählungen
Am Freitag feiert Jacques Offenbachs fantastische Oper »Hoffmanns Erzählungen« am TN LOS! Premiere. Diese letzte, unvollendete Oper des Komponisten, der 1882 starb, hat eine interessante Werk- und Rezeptionsgeschichte...
Unterschiedliche Ausgaben lieferten Raum für zahlreiche Interpretationsansätze. Eine spannende Fassung hat das Regieteam der Nordhäuser Produktion aus der zuletzt herausgegebenen Edition auf die Bühne gebracht. Inspiriert von E. T. A. Hoffmanns Novellen verbindet das Libretto der Oper verschiedene Erzählstränge, darunter Geschichten aus »Die Serapionsbrüder«, aus »Nachtstücke« und aus »Phantasiestücke in Callot’s Manier«.
Der Dichter Hoffmann wird in Offenbachs Oper selbst zum Protagonisten der Handlung. Als Hoffmann die von ihm geliebte Opernsängerin Stella für sich verloren glaubt, versuchen ihn seine Freunde zu trösten. Die göttliche Muse des Künstlers ist einer davon. Sie hat die Gestalt des Nicklausse angenommen, um Hoffmann von der unglücklichen Liebe weg wieder hin zur Kunst zu führen. Aber Hoffmann kann von Stella nicht lassen. Wie von Sinnen erzählt er seinen Freunden von drei Frauen, von Olympia, Antonia und Giulietta.
Olympia ist die fast perfekte künstliche Schöpfung von Spalanzani. Echte Augen für seine Kreation erhielt dieser von dem mysteriösen Coppelius, dem er den Preis noch schuldig ist. Auch Hoffmann wird zu einem Kunden von Coppelius, er bekommt eine Brille, durch die Olympia für ihn als ein Mensch von Leib und Blut erscheint, eine wunderbar perfekte Frau, in die er sich verliebt. Erst als sie von Coppelius zerstört wird, erkennt Hoffmann, dass er sich in einen Automaten verliebt hatte.
Für Antonia, die Tochter einer berühmten Sängerin, bedeutet Singen gleichsam Lebenselixier und tödliche Erbkrankheit. Wie ihre verstorbene Mutter hat sie den Ehrgeiz, eine große Bühnenkünstlerin zu werden. Doch Singen wäre bei ihrer fragilen Natur für sie der Tod. Der Vater sucht Antonia mit allen Mitteln daran zu hindern. Aber der Geist der toten Mutter und die Leidenschaft des Gesangs sind stärker. Doktor Mirakel ist hierbei triumphierender Drahtzieher.
Die Kurtisane Giulietta soll Hoffmann im Auftrag von Dapertutto sein Spiegelbild und damit sein Menschsein rauben. Der Dichter kann ihr nicht widerstehen. Als Hoffmann erkennt, dass Giulietta ihm seine Seele geraubt hat, tötet er sie.
Mit Beendigung seiner Erzählungen ist auch Hoffmann mit seinen physischen und psychischen Kräften am Ende und erleidet einen Rückfall in die Alkoholsucht. Was ihm bleibt, ist die Muse, die Verkörperung seiner Inspiration.
In der Lesart von Operndirektor Benjamin Prins wird »Hoffmanns Erzählungen« zum Theater eines suchtkranken, wenn auch genialen Geistes, der von künstlerischem Drang und existenzieller Angst getrieben wird. Für den Regisseur ist das Kernthema die Zerbrechlichkeit des sensiblen Menschen und die zerstörerische Kraft der Droge Alkohol.
Es ist zudem eine schillernde Geschichte vom Streben nach Ruhm, nach der großen Liebe sowie dem Scheitern.
Eine spannende Interpretation erwartet das Publikum mit einer facettenreichen, unglaublich faszinierenden Musik. Die Stilvielfalt reicht von witzig-burlesk bis hin zu dunkler romantischer Dramatik, lyrischer Elegie und stürmischer Leidenschaft. Nicht nur die Barcarolle wird dem Publikum im Kopf bleiben, auch die Liebesduette und dramatischen Arien werden haften bleiben.
GMD Gábor Hontvári musiziert mit dem Loh-Orchester Sondershausen und einem bestens aufgelegtem Sängerensemble.
Wolfgang Kurima Rauschning hat ein in jeder Hinsicht fantastisches Bühnenbild entworfen, auch die Kostüme von Emma Gaudiano werden überraschen.
Autor: redUnterschiedliche Ausgaben lieferten Raum für zahlreiche Interpretationsansätze. Eine spannende Fassung hat das Regieteam der Nordhäuser Produktion aus der zuletzt herausgegebenen Edition auf die Bühne gebracht. Inspiriert von E. T. A. Hoffmanns Novellen verbindet das Libretto der Oper verschiedene Erzählstränge, darunter Geschichten aus »Die Serapionsbrüder«, aus »Nachtstücke« und aus »Phantasiestücke in Callot’s Manier«.
Der Dichter Hoffmann wird in Offenbachs Oper selbst zum Protagonisten der Handlung. Als Hoffmann die von ihm geliebte Opernsängerin Stella für sich verloren glaubt, versuchen ihn seine Freunde zu trösten. Die göttliche Muse des Künstlers ist einer davon. Sie hat die Gestalt des Nicklausse angenommen, um Hoffmann von der unglücklichen Liebe weg wieder hin zur Kunst zu führen. Aber Hoffmann kann von Stella nicht lassen. Wie von Sinnen erzählt er seinen Freunden von drei Frauen, von Olympia, Antonia und Giulietta.
Olympia ist die fast perfekte künstliche Schöpfung von Spalanzani. Echte Augen für seine Kreation erhielt dieser von dem mysteriösen Coppelius, dem er den Preis noch schuldig ist. Auch Hoffmann wird zu einem Kunden von Coppelius, er bekommt eine Brille, durch die Olympia für ihn als ein Mensch von Leib und Blut erscheint, eine wunderbar perfekte Frau, in die er sich verliebt. Erst als sie von Coppelius zerstört wird, erkennt Hoffmann, dass er sich in einen Automaten verliebt hatte.
Für Antonia, die Tochter einer berühmten Sängerin, bedeutet Singen gleichsam Lebenselixier und tödliche Erbkrankheit. Wie ihre verstorbene Mutter hat sie den Ehrgeiz, eine große Bühnenkünstlerin zu werden. Doch Singen wäre bei ihrer fragilen Natur für sie der Tod. Der Vater sucht Antonia mit allen Mitteln daran zu hindern. Aber der Geist der toten Mutter und die Leidenschaft des Gesangs sind stärker. Doktor Mirakel ist hierbei triumphierender Drahtzieher.
Die Kurtisane Giulietta soll Hoffmann im Auftrag von Dapertutto sein Spiegelbild und damit sein Menschsein rauben. Der Dichter kann ihr nicht widerstehen. Als Hoffmann erkennt, dass Giulietta ihm seine Seele geraubt hat, tötet er sie.
Mit Beendigung seiner Erzählungen ist auch Hoffmann mit seinen physischen und psychischen Kräften am Ende und erleidet einen Rückfall in die Alkoholsucht. Was ihm bleibt, ist die Muse, die Verkörperung seiner Inspiration.
In der Lesart von Operndirektor Benjamin Prins wird »Hoffmanns Erzählungen« zum Theater eines suchtkranken, wenn auch genialen Geistes, der von künstlerischem Drang und existenzieller Angst getrieben wird. Für den Regisseur ist das Kernthema die Zerbrechlichkeit des sensiblen Menschen und die zerstörerische Kraft der Droge Alkohol.
Es ist zudem eine schillernde Geschichte vom Streben nach Ruhm, nach der großen Liebe sowie dem Scheitern.
Eine spannende Interpretation erwartet das Publikum mit einer facettenreichen, unglaublich faszinierenden Musik. Die Stilvielfalt reicht von witzig-burlesk bis hin zu dunkler romantischer Dramatik, lyrischer Elegie und stürmischer Leidenschaft. Nicht nur die Barcarolle wird dem Publikum im Kopf bleiben, auch die Liebesduette und dramatischen Arien werden haften bleiben.
GMD Gábor Hontvári musiziert mit dem Loh-Orchester Sondershausen und einem bestens aufgelegtem Sängerensemble.
Wolfgang Kurima Rauschning hat ein in jeder Hinsicht fantastisches Bühnenbild entworfen, auch die Kostüme von Emma Gaudiano werden überraschen.









