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Di, 15:59 Uhr
05.08.2025
Nordhausen und der Nahverkehr

Rückendeckung aus Erfurt

Vor kurzem kündigte Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz an, die Lasten im öffentlichen Nahverkehr gerechter zu verteilen zu wollen. Musik in den Ohren der Stadt Nordhausen, die den Minister heute begrüßen durfte und unter anderem ihre Straßenbahnen präsentierte…

Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, (Mitte) war heute unter anderem im Straßenbahndepot der Stadt Nordhausen unterwegs (Foto: agl) Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, (Mitte) war heute unter anderem im Straßenbahndepot der Stadt Nordhausen unterwegs (Foto: agl)

Verkehrsminister Steffen Schütz weilt derzeit auf Sommertour, „Sie bestimmen wo's lang geht“ lautet das Motto. Die Rundreise machte heute in Nordhausen Halt, ein Besuch von Betriebshof und Straßenbahndepot sowie dem Bahnhof der Harzer Schmalspurbahn standen auf dem Programm.

Begleitet wurde der Besuch aus Erfurt durch den Leiter der Nordhäuser Verkehrsbetriebe, Thorsten Schwarz und Oberbürgermeister Kai Buchmann. Den dürfte die Stippvisite besonders gefreut haben, hatte doch der Minister Ende Juni angekündigt, die Lasten im Öffentlichen Personennahverkehr neu verteilen zu wollen und Änderungen am Thüringer Finanzausgleichsgesetz vorzunehmen.

Für Nordhausen könnte dies bedeuten, dass die Doppelbelastung durch die Trägerschaft des ÖPNV und die Dreingabe zur Kreisumlage ein Ende haben könnte. Rund 2,75 Millionen Euro könne man im Haushalt so einsparen, rechnet das Rathaus vor.

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Die Situation in Nordhausen sei nicht zu verstehen und müsse revidiert werden, bekräftigte der Minister heute noch einmal. Eine Abschaffung von Verkehrsmitteln stehe nicht zur Debatte, vielmehr müsse der Erhalt an erster Stelle stehen. Was mit einer Stadt passiere, der die Straßenbahn genommen wird, habe er in seiner Heimatstadt Eisenach selbst gesehen. An zweiter Stelle der Agenda müssten Innovation und Nachhaltigkeit folgen, um den Nahverkehr für den Bürger bezahlbar und die Kommunen unterhaltbar zu gestalten.

Den Einblick hat auch ein Verkehrsminister nicht alle Tage, Schütze besah sich die Straßenbahn auch von unten (Foto: agl) Den Einblick hat auch ein Verkehrsminister nicht alle Tage, Schütze besah sich die Straßenbahn auch von unten (Foto: agl) „Technologieoffen“ soll nach Lösungen gesucht werden, so der Minister weiter, es gelte die goldene Mitte zu finden. Unter anderem erprobt man auf einer Teilstrecke den Batteriebetrieb, in Nordhausen läuft der „Combino Duo“ seit langem erfolgreich mit einem Dieselaggregat. Zum „Nordhäuser Modell“ ließ sich Schütz detailreich informieren und durfte auch einmal unter eine der Nordhäuser Bahnen klettern. Zu den Informationen gehört auch, dass die Kleinserie der Diesel-Hybride in der Anschaffung recht teuer ist und man in Zukunft sehen müsse, was der Markt hergibt, gab Straßenbahnchef Thorsten Schwarz zu bedenken. Auch eine Elektrifizierung von Bahnstrecken ist denkbar, entscheidend ist, was die Kostenrechnung am Ende ergibt.

Grundsätzlich gehöre der Nahverkehr zur Daseinsvorsorge, bekräftigte der BSW Politiker, sein Ministerium werde nicht nur nach Erfurt, Weimar, Jena und Eisenach schauen. In diesem Sinne werde man auch dafür Sorge tragen, dass die Kommunen finanziell besser gestellt würden und die chronische Unterfinanzierung ein Ende finde. Wie dabei die Zukunft von Bus und Bahn in Thüringen aussieht, dafür müsse man Ideen sammeln und zu eben jenem Zweck diene die Rundreise, erklärt Schütz gegenüber der nnz, konkreter werden wollte der Minister heute nicht.
Angelo Glashagel
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) zu Gast in Nordhausen (Foto: agl)
Autor: red

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Kommentare
Franz Haarkamm
05.08.2025, 18:42 Uhr
Wo war Frau Düben-Schaumann?
Sie ist schließlich die gewählte Volksvertreterin Nordhausens im Thüringer Landtag! Und was macht Herr Prophet auf dem Photo? Die Stadt Nordhausen liegt nicht in seinem Wahlkreis (weiß er das eigentlich?) und auch dem Stadtrat gehört er nicht mehr an!
Lautaro
05.08.2025, 19:46 Uhr
Ähm....Franz Haarkamm ?
Was haben sie eigentlich immer mit dieser Frau ? In ihrer Branche ist ein Haarschnitt über 50€ für Frauen die Norm.. Wenn Frauen ihr kärglicher werdendes Haupthaar zu einem "frechen Kurzhaarschnitt" umgestalten wollen, waren sie bei dieser Frau an der richtigen Adresse.
Das Haupthaar interessiert sich nicht für Politik !
Filzstift und Lineal
05.08.2025, 21:18 Uhr
Minister in NDH auf Sommertour
Wer solchen sattsam bekannten "Sommertouren" der Polit - Promis und dort getätigten Aussagen auch nur einen Funken Verbindlichkeit zuschreibt, der ist politisch nicht ganz bei Troste.
mobilitymind
05.08.2025, 21:25 Uhr
Infrastruktur oder Duo-Tram...
...in eines der beiden Szenarien wird man investieren müssen, um die Linie 10 fit für die Zukunft zu machen.
Die aktuellen Combino Duo-Bahnen sind noch bis (mindestens) 2030 in Betrieb, so sehen es die existierenden Verträge vor. Es muss nun bald eine Entscheidung fallen, was danach kommen soll:
Szenario 1: man elektrifiziert die Strecke vom Nordhäuser Bahnhof bis Ilfeld Neanderklinik. Das beinhaltet nicht nur den Fahrdraht, sondern umfassende Ertüchtigungen der Strecke, sowie mindestens ein weiteres Unterwerk.
Vorteil: Dann könnte man jedes verfügbare Zwei-Richtungs-Fahrzeug auf dieser Linie einsetzen.
Szenario 2: man gibt den Auftrag für eine neue Generation Duo-Tram (=Straßenbahn mit Zweikraftantrieb), und könnte die bestehende Infrastruktur beibehalten.
Vorteil: man hat das Know-How für die Entwicklung, Wartung und Service bereits in der Stadt (=IMG), und könnte die langjährige Erfahrung mit den - heute technisch gut ausentwickelten - Combino Duos in eine Neuentwicklung einfließen lassen.

Letztlich wird es eine Kosten-Nutzen-Betrachtung werden. Die gute Nachricht ist aber in jedem Fall, dass zumindest die Absicht besteht, die Straßenbahn in Nordhausen zu stärken.
Flitzpiepe
06.08.2025, 09:06 Uhr
Zu Szenario 2
Allerdings würde der Zweikraftantrieb dann sicherlich zum Einkraftantrieb mit teilweiser Oberleitung und Akkus werden, da sich die Dieselantriebe nicht als sinnvoll erwiesen haben.
Franz Haarkamm
06.08.2025, 10:51 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Herr Schröder
06.08.2025, 12:28 Uhr
@ Franz Haarkamm
Ich denke das Herr Prophet vor Ort sein musste, damit er den Artikel welchen Frau Düben Schaumann hier demnächst veröffentlichen wird, vorbereiten kann ;)

Es ging natürlich auch um die Linie 10 und die fährt natürlich durch den Wahlkreis von Herrn Prophet, von daher alles gut, ...
mobilitymind
06.08.2025, 22:02 Uhr
@Flitzpiepe
Sie schreiben "Allerdings würde der Zweikraftantrieb dann sicherlich zum Einkraftantrieb mit teilweiser Oberleitung und Akkus werden, da sich die Dieselantriebe nicht als sinnvoll erwiesen haben."

Das hätte ich gern näher erläutert. Was meinen Sie genau?
Und, warum haben sich die Diesel nicht als sinnvoll erwiesen?
Flitzpiepe
07.08.2025, 09:39 Uhr
Muss ich echt erklären
was es heißt, ein Dieselaggregat im Fahrgastraum im Dauerbetrieb unter Vollast zu betreiben?
Einen Verbrenner, der 70 Prozent der im Diesel enthaltenen Energie in Wärme umwandelt, zur Stromerzeugung zu nutzen, kann nur eine Lösung für Notfälle sein aber nicht für den Regelbetrieb.
Dazu gab es aber auch schon Beiträge, dass die Verkehrsbetriebe und die HSB den Dieselantrieb nicht mehr ab 2030 in neuen Fahrzeugen bis Ilfeld im Einsatz haben wollen.
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