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Mi, 09:06 Uhr
23.07.2025
Presseerklärung des BdV – Bund der Vertriebenen

Diskussion um einen Rüstungsstandort in Nordhausen

Im Namen des Bundes der Vertriebenen äußert sich deren Landes- und Kreisvorsitzender Egon Primas zur anhaltenden Diskussion um einen möglichen Rüstungsstandort im brachliegenden Industriegebiet in der Goldenen Aue...

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In der aktuellen Debatte über einen möglichen Rüstungsstandort wird Nordhausen zu einem Sinnbild für die Ambivalenz deutscher Geschichte: Jeder Nordhäuser weiß, dass hier im Zweiten Weltkrieg unter unmenschlichen Bedingungen Rüstungsgüter produziert wurden, dass die Nazi- Diktatur hier Tausende Zwangsarbeiter unter grausamsten Umständen leiden und sterben ließ und dass in Mittelbau-Dora nach dem Krieg deutsche Flüchtlinge und Vertriebene eingepfercht wurden. Wer heute über das Thema Rüstung in Nordhausen spricht, darf diese Vergangenheit selbstverständlich nicht ausblenden.

Aber man darf sie auch nicht zum Argument für politische Untätigkeit machen. Aus unserer Geschichte erwächst eine große Verantwortung für unser Land. Dazu gehört auch die Verantwortung, heute Freiheit, Frieden und Demokratie wirksam zu schützen, indem unser Land wieder verteidigungsfähig wird. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Lehre.

Unser Land muss sich verteidigen können, um sich nicht verteidigen zu müssen. Die internationalen Kriege und Krisen zeigen: Wehrlos zu sein würde bedeuten, Angriffsfläche zu bieten für all jene, die unsere Ordnung zerstören wollen. Mit der Ansiedlung von Rüstungsindustrie investiert man in diese Wehrhaftigkeit, die dann dazu beiträgt, dass sich die Geschichte auch in Nordhausen eben nicht wiederholt.
Als Bund der Vertriebenen, der die Folgen von Krieg und Gewalt aus eigener Erfahrung kennt, unterstützen wir deshalb die Pläne zur Ansiedlung von Rüstungsindustrie in Nordhausen – mit dem nötigen Respekt vor der Geschichte, aber auch mit Blick auf die sicherheitspolitische Realität von heute.
Egon Primas
Autor: red

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Kommentare
Leser X
23.07.2025, 13:13 Uhr
Das war zu erwarten
Voll auf Linie! Das Wort "Entspannungspolitik" kommt natürlich nicht vor. Und am Ukrainekrieg ist nur der böse Russe Schuld, der uns damals vertrieben hat. Der Westen in seiner Friedensliebe hat damit rein gar nichts zu tun. Mein persönliches Fazit aus diesen Worten: Schlimmer kann man Geschichte nicht umdeuten.
Anmekung techn. Support:
Der böse Russe hat tatsächlich, völkerechtswiedrig, die Ukraine angegriffen. Da gibt es eigentlich keinen Spielraum für Interpretationen.
Leser X
23.07.2025, 13:58 Uhr
Hallo Support
Meine Meinung hierzu: Wenn man den Versuch unternimmt verstehen zu wollen, welche Entwicklungen diesem Krieg vorausgingen, kommt man um Interpretationen eigentlich kaum umhin.
Landstreicher
23.07.2025, 14:35 Uhr
Nein
Mir wird regelmäßig sehr unwohl bei dem Gedanken, Rüstungsindustrie hier erneut anzusiedeln. Ich gehöre der Generation an, die - Gott sei Dank - keinen Krieg miterlebt hat. So soll es auch bleiben.

Ein Ja zu friedlicher Industrieansiedlung, ein klares Nein zum Standort Nordhausen für Waffenproduktion drängt sich mir auf bei den Bildern vom verheerenden Elend für die Bevölkerung, die sie im Ernstfall unweigerlich mit sich bringt. Wir haben eingeschärft bekommen, dass wir aus der Geschichte lernen sollen. Nordhausen bewusst zum Ziel zu einer wiederholten Zerstörung zu machen, mutet groteskt und widerlich an.

Der Bund der Vertriebenen stellt seine Aufgabe mit diesem Standpunkt selber in Frage - meine Meinung.
Marino50
23.07.2025, 15:15 Uhr
Rüstungsstandort
Ich stimme diesem Artikel voll zu.
Ja, die Ukraine und Isreal bekommen eine Friedenstaube.
Aber wenn hier ein Rüstungsbetrieb erbaut wird, heißt das ja nicht, dass die Panzer rollen. Es können genauso Zubehörteile sein, Drohnen oder Munition. Und die Autobahn ist gleich in der Nähe sowie der Bahnhof Heringen mit etlichen Gleisanlagen. Den Ausbau übernehmen andere.
Es würde auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kommen in Form von Steuergeldern und Arbeitsplätzen. Man muss auch geben, nicht nur nehmen wollen. Man will alles haben, aber nichts dafür tun. Windräder - nein, Ökostrom - ja. Volle Stadtkasse - ja, Rüstungsindustrie - nein. Was und wer soll sich denn in der Goldenen Aue ansiedeln. Da muss man einfach zugreifen!
Wenn überhaupt dieser Standort in Frage kommt.
Selberdenker
23.07.2025, 16:25 Uhr
Das gleiche Argument gab es im dritten Reich zu Beginn auch.
Wir müssen rüsten um den Krieg zu verhindern. Heute wissen wir, was daraus geworden ist. Das Herr Primas nicht persönlich den roten Knopf drücken will, dass glaube ich ihm sogar aber wer weiß denn, wer in 10 Jahren bei uns an der Macht ist. ?
Betrachter
23.07.2025, 16:51 Uhr
Der Bund
der Vertriebenen einschließlich Herrn Primas müsste es eigentlich besser wissen, warum sie zu Vertriebenen geworden sind. Auch ein Teil meiner Familie gehörte zu den Vertriebenen und sie haben einiges bei dem Marsch von Schlesien in andere Gebiete, zum Teil zurück und dann doch wieder gen Westen durchgemacht. Sie haben alles verloren, sie hatten den Ältesten als Toten zu beklagen - kurz: man kann das keinem Menschen wünschen! Fest steht auch, dass sie nichts von einem Rüstungsstandort in ihrer unmittelbaren Umgebung gehalten hätten. Die Produktion von Militärgerät, die Anhäufung von Waffen und Technik beendet keine Konflikte. Eher provozieren sie Konflikte!
Ich verurteile den Einmarsch in die Ukraine, aber das Ganze hat - wie Leser X völlig richtig bemerkt - eine Vorgeschichte. Der Kapitalismus zeigt sich hier von seiner härtesten Seite und er hat gerade unbändigen Appetit. Russland platt zu machen und die in großer Zahl vorhandenen Rohstoffe aufzuteilen, erscheint nur zu verlockend. Man muss eben etwas tiefer in der Geschichte graben. Gefährlich wird es immer, wenn jemand in die Enge getrieben und mit immer mehr Soldaten und Waffen konfrontiert wird. Die neue Hochrüstung, das Verprassen von Milliarden für Rüstung, das Einschwören der Bevölkerung auf einen bevorstehenden Krieg, das dazugehörige Vokabular machen die Welt nicht besser. Tatsächlich haben wir es schon mal besser gekonnt und sind aufeinander zugegangen, es gab noch solche Worte wie Diplomatie, Kooperation, Verständnis, Vertrauen bildende Maßnahmen. Heute rasseln viele lieber mit dem Säbel und bauen Rüstungsbetriebe am liebsten direkt vor dem Haus. Einen (wirtschaftlichen) Aufschwung bescheren solche Aktionen höchstens kurzzeitig!
Tauben52
23.07.2025, 17:03 Uhr
100 Prozent-ige Zustimmung zum Artikel von Egon Primas
Ich freue mich, dass auch der BDV in einer Presseerklärung den Sachverhalt völlig richtig darstellt hat. Anscheinend hat der Leser X die Entwicklung in der Ukraine verpasst. Die Menschen in der Ukraine haben sich damals in einer freien und geheimen Wahl für eine freie und souveräne Staatform und gegen Russland entschieden. Auch der Präsident der Ukraine wurde in einer freien und geheimen Wahl mit fast 70 Prozent Zustimmung gewählt. Gab es in Russland schon einmal eine freie und geheime Wahl? Ich kann mich nicht erinnern. Jedes Land hat das Recht über seine Zukunft selbst zu entscheiden. Man braucht sich nur die wenigen Verbündeten Russlands (Nordkorea, China und Iran) anzusehen um zu erkennen in welche gefährliche Richtung diese Länder steuern. Aus diesem Grund ist es für die Sicherheit Deutschlands sehr wichtig unsere Armee wieder in Verteidigungsbereitschaft zu versetzen. Da spielt der Rüstungsstandort überhaupt keine Rolle.
emmerssen
23.07.2025, 17:48 Uhr
Sehr geehrter Herr Primas
In ihrer Zeit im Thüringer Landtag haben sie für den Kreis und die Stadt Nordhausen rein gar nichts bewegt. Die jetzige Meinung von Ihnen und den Vertriebenen ist daher vollkommen überflüssig und fehl am Platze, zumal sie der komplett falsche Ansatz ist. Industrie ja aber Produktion welche den Menschen nutzt und voran bringt. Aber doch nicht Produktion für den Krieg und zur Vernichtung anderer.
Elfie 20
23.07.2025, 17:54 Uhr
Nein, zur Rüstung
Man braucht ja nur die Nachrichten zu hören, Russland würde als erstes Mecklenburg - Vorpommern angreifen. Was für ein Schwachsinn, man vergisst Polen und die Nato. Nächstes Jahr bekommen wir ja neue Raketen - Systeme aus den USA, die reichen ja bis nach Moskau und weiter. Gutes Gefühl, Herr Pistorius ist nicht mehr zu halten und die SPD ist Kriegstreiber Nr. 1. Weiter so....
P.Burkhardt
23.07.2025, 18:18 Uhr
Naja @LeserX...
...(kein Chat, nur eine Anmerkung zu einer Denkweise)...es ist das Recht jedes souveränen Staates sich einem Bündnis (egal ob wirtschaftlich oder militärisch) anzuschließen und es ist das Recht des Nachbarn das gut zu finden oder nicht - aber mehr auch nicht. Auf keinen Fall rechtfertigt das einen Angriffskrieg ... es gab keinerlei militärische Bedrohung, die von der EU oder der NATO gegenüber Russland ausgegangen wäre (auch wenn, die Russen das immer gerne behaupten), was vielleicht diplomatische Schritte Russlands zunächst gerechtfertigt hätte und später vielleicht auch einen präventiven Militärschlag. Die Diplomatie von Russlands Seite blieb (und bleibt) aus. Welchen nachvollziehbaren, völkerrechtlich belastbaren Grund gab es 2014 die Krim zu annektieren ? Das war nichts weiter als Russlands Testballon um die Standfestigkeit der potenziellen Verbündeten zu testen. Die Reaktion dieser blieb aus - also machte der Zar weiter...und d trieb die Ukraine damit unweigerlich In die westlichen Arme - wen hätte denn die Ukraine um Hilfe bitten sollen ?

Und... was ist schlecht daran, "voll auf Linie" zu sein,wenn die Linie richtig ist ?

Und noch kurz zum Thema: Besser hätte der BDV es nicht formulieren können. Freiheit braucht Schutz und dazu braucht es eben auch Waffen.
Anna Lüst
23.07.2025, 18:31 Uhr
Technischer Support,
entweder gibt es Spielraum für Interpretationen oder nicht. Dazwischen gibt es nichts, vor allem kein "eigentlich".
Des Weiteren würde ich Sie bitten, Ihre Kommentare auf korrekte Orthographie zu prüfen, schon allein wegen der Vorbildwirkung.
warumauchimmer
23.07.2025, 19:04 Uhr
Konflikte beenden?
"Die Produktion von Militärgerät, die Anhäufung von Waffen und Technik beendet keine Konflikte."

Da hat jemand in der Schule aufgepasst. Bekanntlich wurden die Achsenmächte am Verhandlungstisch besiegt.

Der Krieg läuft bereits. Die Einfall Russlands in die Ukraine ist das Analog zum Überfall Japans auf auf China in 1937.
Historiker sind sich Heute weitgehend einig, dass der 2. Weltkrieg 1937 seinen Anfang nahm. Den Zeitgenossen war das noch nicht klar. Die setzten noch naiv auf Appeasement statt Abschreckung.
Wer meint ohne Rüstungsindustrie sei man ja sicher, schaue sich die von Russland 'befreiten' Ortschaften in der Ukraine an. Wo Russki Mir Einzug hält, steht auch ohne Rüstungsindustrie kein Stein mehr auf dem Anderen.
Wyatt Earp
23.07.2025, 20:22 Uhr
Die ganze für das schlechte Abschneiden im Ranking der Regionen verantwortliche Polit"Elite"
findet auf einmal die Rüstungsindustrie gut. Wenn ich für teure Hamster-Industriegebiete mit Null Ansiedlung verantwortlich wäre, würde ich mich vermutlich auch an jeden Strohhalm klammern.

Wer will denn für dieses nun festgestellte Nordthüringer Armenhaus politisch persönlich verantwortlich sein? Die finanziellen Nutznießer im Planungsverband Hamster- Industriegebiet und in politischer Verantwortung für ihre dreißig Jahre Misswirtschaft jedenfalls nicht.

Es ließe sich für Presse und sonstige Medien ja leicht recherchieren, wie oft Primas und Jendricke in der wehrtechnischen Industrie bisher für das Industriegebiet aquiriert haben. Ich gebe mal einen Tipp ab: die beiden kennen die Rüstungsindustrie gar nicht und die Rüstungsindustrie kennt die beiden nicht!

Und das wirklich Schlimme ist, dass eine innovative Industrie hier bei uns außer Hartzern, BG-Empfängern, Dauerjammerern, Putinfreunden,...und inkompetenten Lokalpolitikern nichts vorfinden wird! Aber zum Glück gibt es noch OB Buchmann, auf den man dann alles schieben kann, was hier seit dreißig Jahren versäumt wurde.
Betrachter
23.07.2025, 20:23 Uhr
Tauben 52
der Präsident der Ukraine wurde seinerzeit nicht abgewählt, sondern im Zuge der sogenannten Maidan-Proteste weggeputscht, erst danach gab es Wahlen.
Übrigens das Ganze hier ein schönes Abbild der Gesellschaft. Viele scheinen sich auf künftige Konflikte und Kriege zu freuen (eben voll auf Linie) und denken, dass ein Zusammenleben nur mit Waffen funktioniert. Was haben denn die an die Ukraine gelieferten Waffen bisher gebracht außer weitere Tausende Tote, weiteres Leid und Zerstörung plus Umweltverschmutzung? Ich würde die von mir mit erwirtschafteten Steuergelder lieber in anderer Verwendung sehen. Allein die zugesagten (neuen) Milliarden könnten die hungernde Bevölkerung über Jahre! ernähren. Übrigens ein Punkt, der in den sogenannten Schwellenländern und der sogenannten Dritten Welt bitter aufstößt. Hier wird jedes mal von Neuem um Hilfe gebettelt, wogegen für die Rüstung das Geld problemlos fliest.
Pustleber
24.07.2025, 08:44 Uhr
Rüstungsstandort
Es ist eigentlich völlig simpel: Wenn wir es nicht machen, werden die Rüstungsgüter irgendwo anders hergestellt. So würde die Region wenigstens noch davon profitieren!
Wanderwölfin
24.07.2025, 10:11 Uhr
Rüstungsstandort
Die Großeltern meines Mannes mussten aus Schlesien flüchten und Alles zurück lassen.Sehr schwer gerade für ältere Menschen. Deshalb finde ich das Denken von Herrn Primas nicht in Ordnung.
Kobold2
24.07.2025, 11:05 Uhr
Ja, das Denken
der Wanderwölfin ist dann doch irgendwo stecken geblieben. Grad wenn die Großeltern schon wegen des Krieges damals flüchten mussten, sollte man drüber nachdenken wie man einen Krieg verhindern kann. Mit Nichtstun und weissen Bettlaken sammeln, wird es dann wohl zu nächsten Fluchtwelle kommen. Dem Aggressor klare Grenzen aufzeigen, wenn er nur zu seinen Bedingungen verhandeln will, ist kein abwegiger Gedanke, vor allem, wenn die bisherige Unterstützung, auf der man sich hier ausgeruht hat und über die man jetzt so schimpft, ausbleibt.
P.Burkhardt
24.07.2025, 11:35 Uhr
Oh Mann !
Niemand will ein Zusammenleben nur mit Waffen - was soll denn sowas ?

Aber:
Wenn Ihr Nachbar einen geifernden, knurrenden, zähnefletschenden, zentnerschweren Kampfhund in s3inem Garten rumlaufen lässt...bauen Sie dann einen Zaun, oder versuchen Sie nett auf das Tier einzureden ?

Der Auslöser für den Zaunbau ist dann wer ?
Wanderwölfin
24.07.2025, 16:26 Uhr
Rüstungsstandort
Kobold 2 sie können froh sein, dass Ihre Verwandten nicht flüchten mussten.Und ich fahre nicht das Möbeltaxi von SDH.
Kobold2
24.07.2025, 20:33 Uhr
Ach Wanderwölfin
Wenn sie Dramen ganz billig gegeneinander ausspielen wollen....
Mein Vater samt Familie wurde in Leipzig ausgebombt. Mein Großvater mütterlicher Seite durfte ich nie kennengelernen, der ist im Krieg durch Schuss in den Rücken gefallen. Ebenso den Bruder meiner anderen Großmutter.
Wenn sie den derzeitigen Kriegsverlauf aufmerksam verfolgt hätten, dann würde ihnen aufgefallen sein, dass es den Despoten im Kreml überhaupt nicht interessiert was da jeweils rum steht, ob Rüstungsfabrik, Schule, Krankenhaus, oder einfach nur Wohnsiedlungen. Ganz gern ist auch die Infrastruktur zur Energiegewinnung und Verteilung im Visier. Nur gut, dass wir in der Region kein Umspannwerk, o. ä. haben. ( bitte jetzt nachdenken!) Autobahnen und Bahntrassen sind auch gern genomme strategische Ziele, besonders, wenn sie in ost-west Richtung verlaufen.
Wanderwölfin
24.07.2025, 20:57 Uhr
Kobold 2
Ach,ein Sachse sind Sie! Das nächste Umspannwerk befindet sich ganz in Ihrer Nähe, nämlich in Wolkramshausen.
P. Kortschagin
24.07.2025, 21:09 Uhr
Tödlicher Opportunismus
war schon ab 1933 ein Baustein auf dem Weg in die Katastrophe des 2. Weltkrieges. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 1929, waren für die arbeitenden Massen eine Zeit großer Not und Entbehrungen: Massenarbeitslosigkeit, Inflation usw. Der deutsche Imperialismus wälzte in seiner Krise die Krisenlasten auf die Arbeite rund ihre Familien ab, so wie es jetzt wieder geplant ist. Noch im Wahlkampf zum Reichstag 1933 warnte Ernst Thälmann: „wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“ Als ab `33 die Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umgestellt wurde, trösteten sich viele Arbeiter damit: „Es wird schon nicht gleich jeder Schuss losgehen, so schlimm wird es schon nicht werden. Hauptsache Arbeit.“ Nach dem Krieg redete man sich mit dem Ausdruck aus der Mitverantwortung: „… und dann kam der Krieg“. – Nein, der Krieg kam nicht irgendwie über die Menschen wie ein unabwendbares Naturereignis, er war vorhersehbar!
Heute weisen die Entwicklungen deutliche Parallelen auf. Wieder sind es die Opportunisten, die Mutlosen, die Beschwichtiger, die Profiteure, die mit scheinheiligem Verständnis oder scheinbarer Alternativlosigkeit oder vorsätzlich von Verteidigung reden, aber Angriff meinen. Die ausschließlich kurzfristig, engstirnig und verantwortungslos argumentieren um der Kriegstreiberei des Kapitals das Wort zu reden.
In welcher Gesellschaftsordnung leben wir denn eigentlich, wenn eine wachsende Anzahl von Arbeitern ihre Arbeitskraft nur dann verkaufen kann, wenn sie den Tot produzieren? Den Tot für sich selbst, ihre Kinder und für die Arbeiterkinder anderer Völker? Arbeitskraft, Ressourcen und gigantischer Energieeinsatz OHNE jeden Gebrauchswert zu erzeugen, für die Vernichtung von Mensch und Natur bis zur vollständigen Vernichtung der Lebensgrundlage der Menschheit? Und das wird im Fall einer Eskalation zu einem Atomkrieg so sein! Auch der „Russe“ will leben, auch er will seine Kinder nicht sinnlos im Krieg verheizt sehen! Die Lösung liegt im gemeinsamen internationalen Zusammenschluss vor allem der Arbeiterklasse. Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! Nehmt ihnen die Welt aus der Hand!

„Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein!“ (B. Brecht)
P.Burkhardt
24.07.2025, 21:37 Uhr
ja, Pawel...
...geschichtlich ist das ja richtig... nur heute sind die Vorzeichen umgekehrt ! Die Bedrohung geht nicht von einem Hitler in Deutschland sondern von einem Putin in Moskau aus. Es gilt also uns vor einer externen Bedrohung zu schützen, einer die kein Mensch kontrollieren kann und von der keiner weiß wann und ob sie schlagend wird. Wir hoffen alle, dass das nicht passiert - haben jedoch keinen Einfluß auf einen amoklaufenden russischen Präsidenten.

Es ist kein Opportunismus, sich auf alle (auch schlimme) Gegebenheiten vorzubereiten. Von daher hat Ihr Vergleich noch nicht mal Beine mit denen er hinken könnte. Sind Sie ein Opportunist, wenn Sie eine Unfallversicherung abschließen ? Die verteidigungsbereite Waffe in der Waffenkammer einer unserer Kasernen ist im Grunde nichts anderes.

Aber...kühlen wir uns mal runter: Die ganze Diskussion geht auf eine Aussage vom Landrat zurück, der (wahrscheinlich ohne viel nachzudenken) sinngemäß meinte, dass er sich auch Rüstungsindustrie in der Goldenen Aue vorstellen könnte. Da ist sehr viel Konjunktiv im Spiel. Mir ist auf jeden Fall egal, wo das Gewehr oder die Drohne produziert wurde, mit dem ein Soldat meine Familie gegen Truppen verteidigt, die hemmungslos Wohngebiete und Schulen in Schutt und Asche legen - wichtig ist nur, dass wir das Gerät haben, wenn wir es brauchen. Sollten wir es nicht brauchen, schadet das Haben zunächst mal nix ! ...und wenn meine Heimatstadt vielleicht dadurch aus den roten Zahlen kommt und mehr Menschen in Lohn und Brot kommen - ja, warum denn nicht ?
P.Burkhardt
24.07.2025, 22:40 Uhr
mal am Rande...Was sagt eigentlich die KI dazu ?
Ja, ich gestehe, ich spiele gerne mit den öffentlich zugänglichen KI herum, nutze sie zur Recherche und zur Analyse. Warum also nicht auch zu diesem Thema ?

Ich wollte mal wissen, wie die KI die unsere beiden Sichtweisen beurteilt, Pawel. Die KI bewertet nicht ideologisch verfärbt, oder zielgerichtet, sondern auf Basis der ihr zur Verfügung stehenden Informationen, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten... also recht logisch. Das kam dabei heraus:

Welche Argumentation ist stichhaltiger?

P. Kortschagin liefert eine tiefgehende Systemkritik, die militärische Rüstungsproduktion in einen größeren kapitalistischen Krisenkontext stellt. Seine Analyse sensibilisiert für langfristige Gefahren des Militarismus, bleibt aber praxisfern und ideologisch schwer vermittelbar.

P. Burkhardt reagiert kompakt auf die konkrete Frage eines Rüstungsstandorts in Nordhausen. Er verknüpft aktuelle Sicherheitsbedenken mit wirtschaftlichen Nutzenargumenten und liefert damit direkt anwendbare Gründe, die in lokalen Entscheidungsprozessen Gewicht haben.

Unter dem Gesichts­punkt, dass die Debatte um Nordhausen vor allem eine Abwägung zwischen Verteidigungsbedarf und regionaler Wirtschaftskraft ist, erweist sich P. Burkhardts Argumentation als stichhaltiger. Sie trifft den unmittelbaren öffentlichen Diskurs und liefert handhabbare Pro-Contra-Aspekte, während Kortschagins Ansatz mehr eine grundsätzliche Absage an jede Rüstungsproduktion darstellt.

obiges ist Aussage einer KI - und daher ohne jede Aussagekraft !
P. Kortschagin
27.07.2025, 14:42 Uhr
Und genau das ist Opportunismus,
@PBurkhardt. Was erwarten sie für eine Analyse von einem "Datensammler", der die gesammelten Daten von offiziellen Verlautbarungen und Wirtschaftsdaten willkürlich zusammenbastelt um daraus scheinbare "logische Zusammenhänge" herzustellen. Genau das ist ja die Schwäche der KI und wird es immer bleiben. Denn der dialektische Materialismus speist sich aus der Lehre der Bewegungsgesetze der Materie. Dazu ist nur eine Datensammler der nur schon bestehendes Wissen irgendwie verknüpft nicht in der Lage! KI ist davon abhängig wer sie programmiert.

Wenn KI sagt: "Seine (also Meine) Analyse sensibilisiert für langfristige Gefahren des Militarismus, bleibt aber praxisfern und ideologisch schwer vermittelbar." Wieso praxisfern? Seit wann ist der Kampf mit Streiks und Protesten auf den Straßen gegen den Transport von Militärgütern und gegen die Kriegsgefahr "praxisfern und schwer vermittelbar"? In anderen Ländern passiert genau das, siehe Italien, Griechenland, Frankreich, GB. In Belgien haben die Gewerkschaften schon 2 Generalstreiks organisiert gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten auf die Bevölkerung usw. Ist das Praxisfern

Wenn KI sagt: "P. Burkhardt reagiert kompakt auf die konkrete Frage eines Rüstungsstandorts in Nordhausen. Er verknüpft aktuelle Sicherheitsbedenken mit wirtschaftlichen Nutzenargumenten und liefert damit direkt anwendbare Gründe, die in lokalen Entscheidungsprozessen Gewicht haben."

Dazu muß man wissen: Opportunismus = "Anpassung an die jeweilige aktuelle Lage, Handeln nach dem kurzfristigen Vorteil, anbiedern, zurückweichen vor Schwierigkeiten....bürgerliche Strömung, die die Grundzüge der kap. Entwicklung übersieht und die Klasseninteressen des Proletariats für Augenblicksinteressen aufgibt..."

Und genau in diesem Sinn argumentieren die Verteidiger der Interessen des jeweiligen nationalen Imperialismus (in Russland genau wie im Europa und weltweit) und sie selbst ja auch. Wieso soll eine KI anders analysieren, wenn ihre Programmierer den gleichen kleinbürgerlichen Opportunismus an den Tag legen?

"Man kann nicht mit derselben Denkweise ein Problem lösen, mit der es entstanden ist." A. Einstein
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