Di, 13:00 Uhr
08.07.2025
Alles wird gut
Warum ist alles nur so kompliziert?
Können Sie sich noch an den sogenannten Sozialismus erinnern? Einige schon, denn viele deutsche Mitbürger sind nicht in diesem, sondern in einem anderen Gesellschaftssystem sozialisiert worden. Und das hinterlässt eben noch Spuren…
Entlang der Zorge (Foto: nnz)
Diese Spuren sind es vielleicht, dass es immer noch Menschen gibt, die sich über Sachen aufregen, die Mitbürgerinnen und Mitbürgern aller Hautfarben und Geschlechter eigentlich am symbolischen Anus vorbeirauschen. Ein einziger Spaziergang an einem Sonntagmorgen durch das noch verschlafene Nordhausen offenbart so einiges von dem, was im Laufe der zurückliegenden drei Jahresdekaden verloren ging.
Die erste Beobachtung wurde denn auch entlang der Uferstraße gemacht. An die Abfallplätze neben den dort aufgestellten Papierkörben hat sich der gefällige Spaziergänger vermutlich schon gewöhnt und denkt so nebenbei, dass bei dem schwindenden Unrechtsbewusstsein der Menschen die Größe der Behälter nicht mehr den den Gewohnheiten der Alt- und Neu Nordhäuser standhält. Dass aber immer noch - also seit mehr als zehn Jahren - Menschen in unserer Stadt unterwegs sind, die keine Ahnung im Umgang mit den Einkaufswagen haben, kann selbst das sanfteste Gemüt nicht verstehen.
Und wenn diese Wagen dann noch mit Verkehrsleitteilen beladen waren, dann lässt dies die Schlussfolgerung zu: hier können nur spezielle Pilze im Verdauungstrakt der handelnden Personen ihre Wirkung hinterlassen haben. Oder ist es pure Dummheit?
Einige hundert Meter weiter passierten die Radfahrer die Kyffhäuserstraße. Hier fließt die Zorge immer noch und wird aktuell von vielen niedlichen Exemplaren des Riesenbärenklau" begrenzt. Die sind inzwischen mannshoch und könnten - lässt man sie weiter gewähren - zu einer botanischen Explosion erster Güte avancieren. Jedem Kleingärtner - egal in welcher Expertenstufe er sich befindet - ist durchaus klar, dass diese Exemplare des Bärenklaus nicht förderlich für das Gemeinschaftsprojekt Mensch-Natur” sein können. Diese Stelle ist kein Einzelfall, in und um Nordhausen gibt es viele solcher Gegebenheiten. Momentan stehen sie entlang an zahlreichen Stellen der Zorge in voller Blüte. Diese Zeitung machte schon mehrfach darauf aufmerksam, hier und hier und hier und hier.
Riesenbärenklau an der Zorge in voller Blüte (Foto: nnz)
Hier geht es nicht nur um die äußerst unangenehmen” Kontakte zwischen Menschen und Natur, sondern hier steht zu allererst die Verantwortung dessen im Mittelpunkt, der von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes in direkter und indirekter Art und Weise beauftragt wurde - die sogenannte öffentliche Hand. Die wiederum hat viele Finger wie zum Beispiel Bund, Land, Kommune, Zweckverbände oder Unterhaltungsverbände. Könnte der Normal-Bürger wie unser Spaziergänger sich vielleicht an einen einzelnen Finger” wenden, dann wäre die Sache deutlich einfacher. In der Praxis allerdings sind die einzelnen öffentlichen Finger zu einem Knäuel verbunden und bilden für den Antrag- oder Bittsteller ein nahezu undurchdringliches Labyrinth. Wer ist denn nun für den Riesenbärenklau verantwortlich: die Kommune oder der Gewässerunterhaltungsverband mit dem neckischen Namen Helme|Ohne|Wipper”? Oder das Landratsamt?
Die Disteln "stehen gut" (Foto: nnz)
Glasklar sind dagegen die Verantwortlichkeiten bei einem Stück Acker in Nordhausen-Salza geklärt. Dort soll sich aus einem Feld, das einem Bauern bislang Arbeit und Ertrag einbrachte, ein Bauplatz für mehrere Eigenheime entwickeln. Dem Vernehmen nach sollen einzelne Parzellen bereits an die künftigen Eigentümer verkauft sein. Es kann also losgehen. Seit nun mehr als einem Jahr jedoch hat sich der Acker zu einem Biotop der unterschiedlichsten Unkräuter entwickelt. Am prägendsten stellt sich dabei die Distelpopulation dar. Die bereicherte in den zurückliegenden Monaten bereits die Grundstücke der Nachbarschaft rechts und links mit ihrem Fortpflanzungswillen und wird wohl auch gen Herbst dieses Jahres wieder ausstreuen”. Momentan befindet sie sich in einer Höhe von rund 140 Zentimeter.
Der oder die Eigentümer schert das nicht, die Bitte um eine Mahd bleibt unerhört. Die Gründe dafür sind unbekannt und so sei an dieser Stelle an den Artikel 14 unseres Grundgesetzes erinnert, in dem es in Satz 2 heißt: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”
Ich hoffe, dass das Grundgesetz in diesem Fall noch gilt und nicht - wie unlängst scheinbar geschehen - durch das Infektionsschutzgesetz außer Kraft gesetzt werden könnte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Entlang der Zorge (Foto: nnz)
Diese Spuren sind es vielleicht, dass es immer noch Menschen gibt, die sich über Sachen aufregen, die Mitbürgerinnen und Mitbürgern aller Hautfarben und Geschlechter eigentlich am symbolischen Anus vorbeirauschen. Ein einziger Spaziergang an einem Sonntagmorgen durch das noch verschlafene Nordhausen offenbart so einiges von dem, was im Laufe der zurückliegenden drei Jahresdekaden verloren ging.
Die erste Beobachtung wurde denn auch entlang der Uferstraße gemacht. An die Abfallplätze neben den dort aufgestellten Papierkörben hat sich der gefällige Spaziergänger vermutlich schon gewöhnt und denkt so nebenbei, dass bei dem schwindenden Unrechtsbewusstsein der Menschen die Größe der Behälter nicht mehr den den Gewohnheiten der Alt- und Neu Nordhäuser standhält. Dass aber immer noch - also seit mehr als zehn Jahren - Menschen in unserer Stadt unterwegs sind, die keine Ahnung im Umgang mit den Einkaufswagen haben, kann selbst das sanfteste Gemüt nicht verstehen.
Und wenn diese Wagen dann noch mit Verkehrsleitteilen beladen waren, dann lässt dies die Schlussfolgerung zu: hier können nur spezielle Pilze im Verdauungstrakt der handelnden Personen ihre Wirkung hinterlassen haben. Oder ist es pure Dummheit?
Einige hundert Meter weiter passierten die Radfahrer die Kyffhäuserstraße. Hier fließt die Zorge immer noch und wird aktuell von vielen niedlichen Exemplaren des Riesenbärenklau" begrenzt. Die sind inzwischen mannshoch und könnten - lässt man sie weiter gewähren - zu einer botanischen Explosion erster Güte avancieren. Jedem Kleingärtner - egal in welcher Expertenstufe er sich befindet - ist durchaus klar, dass diese Exemplare des Bärenklaus nicht förderlich für das Gemeinschaftsprojekt Mensch-Natur” sein können. Diese Stelle ist kein Einzelfall, in und um Nordhausen gibt es viele solcher Gegebenheiten. Momentan stehen sie entlang an zahlreichen Stellen der Zorge in voller Blüte. Diese Zeitung machte schon mehrfach darauf aufmerksam, hier und hier und hier und hier.
Riesenbärenklau an der Zorge in voller Blüte (Foto: nnz)
Hier geht es nicht nur um die äußerst unangenehmen” Kontakte zwischen Menschen und Natur, sondern hier steht zu allererst die Verantwortung dessen im Mittelpunkt, der von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes in direkter und indirekter Art und Weise beauftragt wurde - die sogenannte öffentliche Hand. Die wiederum hat viele Finger wie zum Beispiel Bund, Land, Kommune, Zweckverbände oder Unterhaltungsverbände. Könnte der Normal-Bürger wie unser Spaziergänger sich vielleicht an einen einzelnen Finger” wenden, dann wäre die Sache deutlich einfacher. In der Praxis allerdings sind die einzelnen öffentlichen Finger zu einem Knäuel verbunden und bilden für den Antrag- oder Bittsteller ein nahezu undurchdringliches Labyrinth. Wer ist denn nun für den Riesenbärenklau verantwortlich: die Kommune oder der Gewässerunterhaltungsverband mit dem neckischen Namen Helme|Ohne|Wipper”? Oder das Landratsamt?
Die Disteln "stehen gut" (Foto: nnz)
Glasklar sind dagegen die Verantwortlichkeiten bei einem Stück Acker in Nordhausen-Salza geklärt. Dort soll sich aus einem Feld, das einem Bauern bislang Arbeit und Ertrag einbrachte, ein Bauplatz für mehrere Eigenheime entwickeln. Dem Vernehmen nach sollen einzelne Parzellen bereits an die künftigen Eigentümer verkauft sein. Es kann also losgehen. Seit nun mehr als einem Jahr jedoch hat sich der Acker zu einem Biotop der unterschiedlichsten Unkräuter entwickelt. Am prägendsten stellt sich dabei die Distelpopulation dar. Die bereicherte in den zurückliegenden Monaten bereits die Grundstücke der Nachbarschaft rechts und links mit ihrem Fortpflanzungswillen und wird wohl auch gen Herbst dieses Jahres wieder ausstreuen”. Momentan befindet sie sich in einer Höhe von rund 140 Zentimeter.
Der oder die Eigentümer schert das nicht, die Bitte um eine Mahd bleibt unerhört. Die Gründe dafür sind unbekannt und so sei an dieser Stelle an den Artikel 14 unseres Grundgesetzes erinnert, in dem es in Satz 2 heißt: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”
Ich hoffe, dass das Grundgesetz in diesem Fall noch gilt und nicht - wie unlängst scheinbar geschehen - durch das Infektionsschutzgesetz außer Kraft gesetzt werden könnte.
Peter-Stefan Greiner


