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So, 13:02 Uhr
06.04.2025
Teil II von Tim Schäfer

Zur Geschichte der Kloster- Bibliothek in Ilfeld


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Heute findet sich der Kern in der Forschungsbibliothek Gotha, wie kamen die Bestände dorthin? Teil II
Um 1934 gab es diese Bibliothek, sozusagen ein Büchermuseum, in der heutigen Neanderklinik Ilfeld vor der heutigen Krypta in den Sälen. Mit beeindruckenden 20.000 Bänden im Bestand. Besonders wertvoll gebundene Bände dabei und darunter Wiegendrucke und Inkunabeln (Frühzeit des Buchdrucks), die aus der Zeit vor 1500 stammten. 1934 wurde die Klosterschule in eine nationalpolitische Erziehungsanstalt umgewandelt. Die Bibliothek wurde in Abteilungen aufgegliedert: historische Sammlung und Gebrauchsliteratur mit Unterabteilungen. 1944 erfolgte die vollständige Räumung der Schule, auch der Bibliothek. Die Gebrauchsliteratur wurde in die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Ballenstedt verlagert und mit der dortigen NPEA-Bibliothek vereint. Die historische Sammlung war nicht nutzbar.

1945 wurde die Einrichtung in Ballenstedt nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen verlassen. Die Bibliothek überließ man ihrem Schicksal. Im Sommer 1947 bemühte sich die Vereinigte Kirchen und Klosterkammer die Bibliothek nach Ilfeld zurückzuführen. Karl Meyer, "Bücherei-Hilfsarbeiter", revidierte den Bestand nach dem Katalog von 1932. Ein kleiner Teil des Ilfeld-Bestandes ging an die GWLB Hannover. 1951 übernahm die Universitätsbibliothek in Jena die Stiftsbibliothek. Dort wurde diese in einem Ausweichmagazin untergebracht und 1952 begann die Einarbeitung der Bestände. Die Universitätsbibliothek Jena zeigte jedoch kein Interesse, die Bestände adäquat aufzubewahren und zu erschließen. 1977/78 erfolgte die Übernahme des Hauptbestandes der Bibliothek Ilfeld aus der UB Jena ohne Vertrag mit der Klosterkammer in die Forschungsbibliothek Gotha. Es handelt sich noch um 15.198 Bände.

Mit Depositialvertrag, welcher zwischen der Universität Erfurt und der Klosterkammer Hannover geschlossen wurde, übernahm die Forschungsbibliothek Gotha 2012 die restlichen 451 Bände aus dem Rentamt Ilfeld. 2015 erwarb die FB Gotha 11 Einzelbände aus einem Antiquariat, die sich in Privatbesitz befunden haben. Und dort, in Gotha also, befindet sich und verbleibt der Kernbestand der ehem. Ilfelder Klosterbibliothek bis heute und in Zukunft?

Tim Schäfer


Mitteilung von Anke Seifert, Universität Erfurt, Forschungsbibliothek Gotha, Schloss Friedenstein
Ilfelder Regesten : Auszüge aus den Urkunden des ehemaligen Prämonstratenser-Klosters Ilfeld am Harz / C. Köhler. Aus dem Nachlass d. Verf. hrsg. von Walter Brandt, S. 13ff., Katalog Meyer, Digitale Historische Bibliothek: https://dhb.thulb.uni-jena.de/receive/ufb_cbu_00012672. Bibliotheca Ilfeldensis. Druckschriften und Handschriften. Bandkatalog des Depositums der Klosterschule Ilfeld, 1932, Aufsätze von Fuchs, Thomas: Bücher aus der Bibliothek von Gottfried Wilhelm Leibniz und der Hofbibliothek in Hannover im Ilfeld-Bestand der Forschungsbibliothek Gotha, in: Zwischen Fürstenwillkür und Menschheitswohl..., Frankfurt/M., 2008 und Meyer, Karl: Vom Schicksal der Klosterbibliothek, in: Bornemann, Manfred: Ilfeld 1940-1950, Hamburg 1984
Autor: red

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