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Sa, 13:16 Uhr
29.03.2025
Heimatgeschichte

20.000 Bände- Zur Geschichte der Kloster- Bibliothek Ilfeld

Eine uralte Bibliothek klösterlicher Prägung hat in Ilfeld schon Mitte des 13. Jahrhunderts bestanden. Nach dem Bauernkrieg und besonders in der evangelischen Klosterschule wurde diese modernisiert und erweitert. Heute findet sich der Kern in der Forschungsbibliothek Gotha...

Bisherige Recherchen ergeben, dass es bereits vor 1250 eine Bibliothek im damaligen Kloster Ilfeld der Heiligen Maria gegeben haben muss. Denn der Mönch Caputh hat uns dazu einen Bericht überliefert. Darin beschreibt er explizit, dass unter Abt Vromold neue Bibliotheksbestände angeschafft worden sind und alte Bestände an den Dom zum Heiligen Kreuz nach Nordhausen verkauft worden sind. Abt Vromold (auch andere Schreibweise) wird im Verzeichnis der Äbte in den Ilfelder Regesten als 5. Abt geführt. Die Klosterkirche wurde als Basilika 1223 geweiht. Es wäre also wahrscheinlich, dass eine erste Bibliothek bereits zu diesem Zeitpunkt bestand.

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Aber es ist eine andere Bibliothek gewesen. Im Hoch- und Spätmittelalter gewannen Klöster wie Hersfeld, Quedlinburg oder auch Ilfeld an Bedeutung, da sie nicht nur religiöse, sondern auch wissenschaftliche Texte sammelten, kopierten und bewahrten. Solche Bibliotheken waren oft ein Symbol für die Gelehrsamkeit und den Einfluss eines Klosters.

Das Kloster Ilfeld wurde zu einem überregional bedeutenden Zentrum des Prämonstratenser Ordens, zu einer Zirkarie (Verwaltungssitz). Die Bibliotheken dieser Zeit bestanden meist aus Manuskripten, die von den Mönchen selbst kopiert und angefertigt wurden. Sie dienten in erster Linie der Liturgie, der Gelehrsamkeit und der Überlieferung von Wissen. Obwohl viele dieser Bestände heute verstreut oder verloren sind, leben einige Manuskripte in Universitäts- oder Landesbibliotheken weiter.

Die Tatsache, dass die Ilfelder Klosterbibliothek um 1250 erneuert wurde, zeugt von einer lebendigen Bibliothekskultur, die stetig gepflegt und ausgebaut wurde. Es ist beeindruckend, dass einige dieser Bibliotheken zum Ursprung heutiger moderner Bibliotheken zählen können. Wir hatten damals in den Dynasten, den Honsteiner Grafen in Ihrer Zeit gebildete Menschen, die teils in Paris studiert haben und Ihren Einfluss geltend machten.

Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang der Graf E (Elger, gleichnamiger Sohn des 2. Grafen von Honstein) zu nennen, der als Begründer der Dominikaner in Erfurt, Eisenach (Thüringen) bis Marburg (Hessen) mit gilt und ein Verehrer der Heiligen Elisabeth als auch ein Rat des Landesfürsten war. Prämonstratenser und Dominikaner verfolgten unterschiedliche, aber sich teilweise überschneidende Ziele. Während die Prämonstratenser als Augustiner-Chorherren stark in der Seelsorge und in ländlichen Gebieten tätig waren, konzentrierten sich die Dominikaner auf Städte, Bildung und die Predigt. Der Einfluss eines Dominikaners wie Graf Elger auf das Kloster Ilfeld könnte also eine besondere Mischung aus diesen Ansätzen reflektieren.

Es dürfte einen Abschnitt Bibliotheksgeschichte im Ilfelder Kloster gegeben haben, die im Bauernkrieg 1525, vor 500 Jahren, ein dramatisches Ende gefunden haben dürfte. So ist uns überliefert, dass das Kloster Ilfeld sehr stark von randalierenden Bauern aus der Umgebung zerstört wurde. Das traf auch die Bibliothek wesentlich. Noch Michael Neander, der berühmte Pädagoge, sicherte alte Bestände aus den Ruinen. In der Zeit der Klosterschule ist der Bestand stark erweitert worden. Heute finden wir insbesondere Bestände aus dem 17.- 19. Jahrhundert in Gotha wieder. Wie kamen die Bibliotheksbestände nach Gotha?
Tim Schäfer
Autor: red

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