eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mo, 08:54 Uhr
24.03.2025

Pendlerland Thüringen: Wer reist für den Job durch das Bundesland?

Thüringen ist ein Pendlerland, weil es dort einerseits zahlreiche kleinere Städte und andererseits relativ wenige große Wirtschaftszentren gibt. Ein hoher Anteil der thüringischen Arbeitnehmer wohnt deshalb im ländlichen Raum des Bundeslandes und pendelt für die Arbeit in die größeren Orte. Neben der Landeshauptstadt Erfurt sind auch die Städte Weimar, Jena und Eisenach für viele Pendler in Thüringen ein regelmäßiges Ziel.

Im Freistaat pendeln nicht alle Arbeitnehmer täglich. Zusätzlich gibt es Wochenendpendler und Monteure sowie mobile Fachkräfte mit überregionalen Tätigkeiten. Dieser Artikel veranschaulicht, wer in thüringischen Orten aus welchen Gründen pendelt, und zeigt Lösungen für typische Pendler-Herausforderungen auf.

Pendler-Statistik: Wer fährt in Thüringen wie weit zur Arbeit?

Zur Jahresmitte 2024 pendelten rund 335.000 Thüringer täglich oder wöchentlich zu einem Arbeitsort, der nicht derselben kreisfreien Stadt oder demselben Landkreis angehört. Darunter befanden sich ungefähr 126.000 Arbeitnehmer, die in einem Ort außerhalb des Bundeslandes arbeiteten. Erfurt führt die thüringische Auspendler-Statistik mit über 26.000 Personen an und liegt bei den Einpendlern mit knapp 52.000 Menschen ebenfalls deutlich an der Spitze.
Für die durchschnittliche Pendelstrecke in Thüringen wurde 2024 eine Pendelzeit von circa 47 Minuten berechnet. Im Vergleich mit anderen Bundesländern bewältigt ein außergewöhnlich hoher Anteil der thüringischen Beschäftigten den Arbeitsweg zu Fuß. Trotzdem bleibt für viele Thüringer der Pkw das bevorzugte Verkehrsmittel. Vor allem Carsharing ist im ostdeutschen Freistaat bei den Pendlern sehr beliebt. Als Transitland bietet Thüringen rund 74.000 Berufspendlern aus anderen Bundesländern einen Arbeitsplatz.

Wer sind Thüringens Pendler?

Unter Thüringens Berufspendlern befindet sich ein hoher Anteil von täglichen Pendlern. Diese Arbeitnehmer fahren an jedem Arbeitstag vom eigenen Wohnort zum Arbeitsort. Darüber hinaus gibt es im Freistaat Wochenendpendler, die für den Beruf an den Werktagen in der Nähe der Tätigkeitsstätte bleiben und lediglich an den Wochenenden nach Hause gehen.
Montagearbeiter sowie Projektkräfte gehören als Fachkräfte aus dem Bau- und Technikbereich ebenso zu Thüringens Pendlern. Diese Berufstätigen nehmen sich im ostdeutschen Bundesland oft nur für befristete Einsätze eine Wohnung. Mit den Azubis und den Studierenden gibt es im Freistaat auch viele junge Menschen, die auf dem Weg zum Ausbildungsort oder der Hochschule regelmäßig pendeln.

Herausforderungen für Pendler und mobile Arbeitskräfte

Große Herausforderungen für Pendler und mobile Arbeitskräfte zeigen sich in Thüringen unter anderem durch die hohen Fahrtkosten und den Zeitverlust. Über lange Fahrtstrecken werden die Spritpreise im Freistaat zu einer erheblichen Belastung. Außerdem verlieren die thüringischen Berufspendler mit Staus rund um Städte wie Erfurt oder Jena viel Zeit. Mit diesen Faktoren ist beim täglichen Pendeln auch Stress verbunden.
Die Bus- und Bahnverbindungen funktionieren im öffentlichen Nahverkehr Thüringens für Pendler sowie mobile Arbeitskräfte lediglich in den großen Städten gut. In Erfurt, Jena und Weimar profitieren fast alle Bewohner vom direkten Zugang zum Nahverkehrsnetz. Hierzu zeigt sich mit großen Problemen in den ländlicheren Gegenden des Freistaats ein deutlicher Kontrast. Besonders kritisch ist die Situation im Landkreis Hildburghausen und im Saale-Orla-Kreis. Dort sind rund zwei Drittel der Bevölkerung vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten. In den Landkreisen Weimarer Land, Sömmerda und Greiz sowie im Saale-Holzland-Kreis betrifft dieses Problem mehr als die Hälfte der Bewohner.
Eine weitere Herausforderung für die Pendler in Thüringen ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Kurzzeitwohnungen sind nur sehr begrenzt verfügbar und zugleich mit hohen Kosten verbunden. Wer in Städten wie Erfurt, Jena oder Weimar arbeitet, steht außerdem wegen des angespannten Mietmarkts in den Städteregionen vor einem ernsthaften Problem.
Auswirkungen auf die Work-Life-Balance sind eine weitere Herausforderung, der sich die Pendler in Thüringen stellen müssen. Durch lange Wege zwischen den Wohnorten und den Tätigkeitsstätten können die thüringischen Arbeitnehmer dementsprechend weniger Freizeit genießen. Zudem gibt es im Freistaat viele Tätigkeiten mit häufigen Standortwechseln oder unregelmäßigen Arbeitszeiten, die für Berufspendler zu gesundheitlichen Belastungen werden.

Lösungen für mobile Arbeitskräfte: Was hilft Pendlern?

Wenn mobile Arbeitskräfte und Pendler die besonderen Herausforderungen in Thüringen besser bewältigen möchten, gehören Fahrgemeinschaften und alternative Mobilität zu den möglichen Lösungen. Ein interessanter Lösungsansatz besteht beispielsweise darin, sich über thüringische Mitfahrzentralen für den Weg zur Arbeit verlässliche Fahrgemeinschaften vermitteln zu lassen. Darüber hinaus profitieren Pendler von einem vergünstigten Jobticket für öffentliche Verkehrsmittel, das zum Beispiel vom Verkehrsverbund Mittelthüringen bereitgestellt wird. Sobald Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit dem zuständigen Verkehrsunternehmen abgeschlossen haben, dürfen Arbeitnehmer attraktive Jobticket-Verbundrabatte nutzen.
Die Nutzung von Pendlerparkplätzen und die Verbesserung der Bahnverbindungen sind als mögliche Maßnahmen ebenfalls eine Lösung, die zur einfacheren Bewältigung der Pendler-Herausforderungen in Thüringen beitragen kann. Park-and-Ride-Parkplätze sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Berufspendler im Freistaat zukünftig öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Wenn die Arbeitnehmer neben den Bahnhöfen sowie den Bushaltestellen auf einem günstigen oder kostenlosen Pendlerparkplatz die eigenen Fahrzeuge abstellen dürfen, wird die Anfahrt über einen Linienbus und die Bahn jeweils praxistauglicher.
Bisher stehen solche Park-and-Ride-Parkplätze aber noch nicht in allen thüringischen Regionen mit ausreichenden Kapazitäten zur Verfügung. Dementsprechend ist der Ausbau der Pendlerparkplätze genauso wie die Vergrößerung des Nahverkehrsnetzes eine wichtige Voraussetzung dafür, dass zukünftig mehr Thüringer beim Pendeln auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. Durch Infrastrukturprojekte sollen diese Ziele im Freistaat erreicht werden.
Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle bieten weitere Lösungen für Berufstätige in Thüringen, die beim Pendeln vor großen Herausforderungen stehen. Durch hybrides Arbeiten müssen die Beschäftigten nicht mehr an jedem Arbeitstag zur Arbeit vor Ort anreisen. Dann wird nur bei einer zwingend notwendigen Anwesenheit auf dem Firmengelände gependelt, während der Arbeitnehmer sonstige Aufgaben ohne stressige Anfahrt im Homeoffice erledigt. Darüber hinaus besteht durch die Gleitzeit für die thüringischen Berufspendler die Möglichkeit, ungünstige Stoßzeiten im Straßenverkehr und dem öffentlichen Nahverkehr mit einem früheren oder späteren Arbeitsbeginn zu vermeiden. Dann sinkt mit den Pendelzeiten auch der tägliche Stress.
In manchen Branchen sind in Thüringen Coworking-Spaces für das mobile Arbeiten eine interessante Alternative zum Firmenstandort. Solche flexiblen Arbeitsumgebungen liegen in vielen Fällen näher am Arbeitsplatz. Dementsprechend lässt sich die Pendelzeit mit Coworking-Spaces oft wesentlich verkürzen.
Das Wohnen auf Zeit mit Kurzzeitwohnungen und Monteurzimmer ist für mobile Arbeitskräfte in Thüringen ebenfalls eine interessante Lösung. Wochenendpendler finden mit typischen Pendlerwohnungen einen hervorragenden Lösungsansatz. Ein Monteurzimmer stellt für thüringische Pendler eine praktische Unterkunftsmöglichkeit dar, die auf die Anforderungen eines zeitlich begrenzten, berufsbedingten Aufenthalts ausgerichtet ist. Günstige Preise machen diese Zimmer häufig zusätzlich attraktiv. Monteurzimmer sind eine exzellente Lösung, wenn der Lebensmittelpunkt der Berufspendler in einer anderen Region bleibt. Bei Langzeitaufenthalten in thüringischen Arbeitsorten sind auch komfortable Gästehäuser und luxuriöse Business-Apartments eine interessante Option.

Fazit: Wird Thüringen ein Bundesland der Dauermobilität?

Für zahlreiche Thüringer bleibt es unvermeidbar, zur Arbeit zu pendeln. Neue Lösungsansätze und Modelle ermöglichen für die thüringischen Berufspendler jedoch eine nachhaltige Entlastung. Alternative Wohnlösungen sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich eine übermäßige Belastung der mobilen Arbeitskräfte im Zusammenhang mit der Dauermobilität in Thüringen verhindern lässt. Damit Pendler zukünftig von mehr Flexibilität profitieren, bleibt die Weiterentwicklung von der thüringischen Infrastruktur und den Mobilitätsangeboten des Freistaats alternativlos.

Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)