Do, 18:06 Uhr
12.10.2006
Punkte gegen das Schlusslicht?
Nordhausen (nnz). Am Samstag geht es im AKS wieder um Punkte in der Thüringenliga. Nach der Niederlage in Weimar will Wacker gegen Leinefelde gewinnen.
In der Geschichte der Vereine SC Leinefelde 1912 und FSV Wacker 90 Nordhausen kommt es am Sonnabend erst zum siebenten Punktspiel gegeneinander. Pokal-, Freundschafts- und Hallenspiele gab es da schon öfter.
Das erste uns bekannte Aufeinandertreffen fand 1935 im Wackersportpark statt. Wir verloren gegen die unterklassigen Eichsfelder glatt mit 0:3 und schieden aus dem Pokalrennen aus. Erst 1967 folgte wieder ein Pokalspiel, das Motor Nordhausen West gegen Fortschritt Leinefelde (die Namen hatten sich nach dem Krieg geändert) 7:2 gewann.
In den bisherigen sechs Punktspielen der Bezirksliga Erfurt gewann Wacker (Motor) seine drei Heimpartien 1967, 1968 und 1989 jeweils klar mit 4:1, 4:0 und 5:2. Auswärts spielte man dreimal unentschieden.
1967 standen Kronenberg, Franke, Cebulla, Spielmann, Strehler, Grafe, Kriesche, Weiß, Barth (2 Tore), Willing (1) und Hökelmann in der Mannschaft unter Interimstrainer Horst Schultze. Sogar die Leinefelder trugen mit einem Selbsttor zu unserem Sieg bei.
Auch im Folgejahr 1968, als Motor zum Spieljahresende der ersehnte Aufstieg in die DDR-Liga glückte, wurden die Eichsfelder mit 4:0 wieder deutlich distanziert. Die Mannschaft unter Übungsleiter Wollenschläger hatte sich inzwischen verändert: O. Eisfeld; Metze, Spielmann, Kriesche, Strehler; Grafe, Schmidt, Blühdorn; Teitzel, U. Hoffmann (3) und Barth (1). Erst in der Schlussphase gelang Heimkehrer Udo Hoffmann in 12 Minuten ein lupenreiner Hattrick. Nach dem Spiel legte Leinefelde vergeblich Protest ein.
1989 wurde die nunmehrige ZSG Leinefelde erneut klar mit 5:2 bezwungen. Trainer Goldbach schickte diese Elf auf den Rasen: Schädlich; Decker, Gogsch, Boegelsack, Gerlach; Schneider (1), Klos, Görke (1), M. Weißhaupt (Bräuer), F. Ludwig (3), Puschner (Binternagel).
Zum Abschluss dieser drei Spieljahre belegten die Nordhäuser immer den 1. oder 2. Tabellenplatz. Will man in dieser Saison wieder so erfolgreich sein wie im vergangenen Jahr, dann müssen natürlich die Heimspiele gewonnen werden. Doch Achtung! Gegen Tabellenletzte oder vermeintlich schwächere Gegner taten sich die Nordhäuser sehr oft schwer. Leinefelde reist zwar als Schlusslicht an, hat aber nach Aussagen der Verantwortlichen spielerisch durchaus überzeugt, mitunter auch recht unglücklich verloren.
Die sehr junge Eichsfelder Mannschaft (Durchschnittsalter ohne den Tormann etwa 21 Jahre) ist über lange Zeit zusammengewachsen und spielte in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Spielklassen Thüringens immer eine hervorragende Rolle. Logisch war also der Aufstieg in die Thüringenliga. Wenn einige Wacker-Fans schon wieder über die Höhe des Sieges spekulieren, sollte ein Erfolg für die Spieler aber keinesfalls selbstverständlich sein. Auch ein Tabellenletzter muss erst bezwungen werden.
Natürlich bleibt zu hoffen, dass unsere Wackeren das letzte Freundschaftsspiel 2005 gegen den SC 1912 zum Maßstab nehmen, als sie die Schussstiefel anhatten und achtmal trafen. Pistorius (3) und Verkouter (2) taten sich besonders hervor. Die anderen Torschützen spielen nicht mehr für Wacker.
Klaus Verkouter

