Do, 17:15 Uhr
12.10.2006
Bedrückend
Nordhausen (nnz). Gestern meldete die Bundesagentur für Arbeit die Zahlen für das abgelaufene Ausbildungsjahr. Heute gibt es Zahlen und Trends für die Nordthüringer Region.
Auch im abgelaufenen Beratungsjahr 2005/2006 war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt trotz gesunkener Bewerberzahlen angespannt. Verantwortlich dafür war vor allem das rückläufige Angebot an Ausbildungsstellen. Mit 1.960 gemeldeten Ausbildungsstellen, 1.274 davon in Betrieben, gab es fast 350 weniger als vor einem Jahr. Das Angebot blieb damit deutlich hinter der Nachfrage. Während im Landkreis Nordhausen ein leichtes Plus von 14 auf 839 Ausbildungsplätze zu verzeichnen war, ging die Zahl der Stellen im Kyffhäuserkreis um rund 100 auf 431 zurück.
4.130 Jugendliche, 870 weniger als im letzten Jahr, meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und ihren Geschäftsstellen und wurden bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Im gesamten Agenturbezirk standen jeder gemeldeten Ausbildungsstelle etwa zwei Bewerber gegenüber. Konkret lag das Verhältnis bei 1:2,1 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Trotz geringerer Bewerberzahl stieg der Anteil der Jugendlichen, die über eine Hochschulreife verfügen, verglichen mit 2005 von 457 auf 536 an. Besonders schwierig gestaltete sich die Vermittlung für Bewerber mit Hauptschulabschluss, aber auch Jugendliche mit weniger guter mittlerer Reife konnten nicht immer problemlos vermittelt werden.
Nach wie vor hoch ist der Beratungsbedarf der Jugendlichen in der Nordthüringer Region. Allerdings sinkt die Zahl Ratsuchender in Folge rückläufiger Schulentlasszahlen jährlich. Dennoch haben sich in den letzten zwölf Monaten 10.954 junge Menschen, 528 weniger als im Vorjahr, über Ausbildungs-, Studien-, Überbrückungs- bzw. alternative Möglichkeiten beraten lassen.
33 Ausbildungsstellen zur Zeit noch unbesetzt
Am 30. September waren von den 1.960 gemeldeten Ausbildungsstellen 33 (Vorjahr 20) noch nicht besetzt. Die meisten dieser Angebote gingen erst in den letzten Wochen ein, waren wieder frei geworden, oder es standen keine geeigneten Bewerber zur Verfügung. Von den noch offenen Ausbildungsplätzen gibt es 18 im Landkreis Nordhausen, 13 im Eichsfeld (ohne Grundsicherungsamt) und 2 im Kyffhäuserkreis.
Mehr Bewerber als Stellen in fast allen Berufen
Die Liste der am meisten gefragten Berufen führten, wie schon im vergangen Jahr, die Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe (632), sowie die Instandsetzungsberufe (593) an. So kamen beispielsweise bei den Gesundheitsdienstberufen auf eine Stelle rund 9 Bewerber. In 9 Fällen gab es den Wunsch in einem Sicherheitsberuf tätig zu werden, hier konnte jedoch keine freie Lehrstelle zur Verfügung gestellt werden. Lediglich in wenigen Branchen, wie beispielsweise in der Chemie-, Holzverarbeitung, in einzelnen Metallberufen und der Bekleidungsindustrie überstieg das Stellenangebot die Zahl der Bewerber
Regionale Betrachtung
Regional betrachtet ist der Anteil der Stellen und Bewerber unterschiedlich. Der Bereich der Hauptagentur wies mit 1:1,6, wie auch schon im vergangenen Jahr, das günstigste Verhältnis auf. Im Landkreis Nordhausen standen 839 gemeldeten Stellen 1.422 Bewerber gegenüber. Dagegen verdeutlicht der Kyffhäuserkreis mit der Relation von 1:2,66 (Vorjahr:2,82) nach wie vor die besonders schwierige Situation.
Förderung durch die Arbeitagentur
Entscheidend zur Unterstützung sämtlicher Vermittlungsaktivitäten haben die gezielten Fördermaßnahmen der Agentur beigetragen. So wurde beispielsweise aus Mitteln der freien Förderung im Berichtsjahr einmalig die Integration von rund 200 Jugendlichen in betriebliche Ausbildung unterstützt. Bezogen auf den Monat September 2006 gab es für 280 benachteiligte Jugendliche Ausbildungen bei unterschiedlichen Bildungsträgern. Bereits im Sommer begannen für insgesamt 438 Jungen und Mädchen vorbereitende Maßnahmen in verschiedenen Berufsfeldern. Sie haben geholfen den Leistungsstand zu steigern und damit die Aufnahme einer Ausbildung ermöglicht.
Bis zum Ende des Beratungsjahres wurden Nachhilfeunterrichte für 135 Jungen und Mädchen im Hinblick auf die bevorstehenden Prüfungen gefördert. 160 Rehabilitanden begannen mit finanzieller Hilfe eine außerbetriebliche Ausbildung. Im Rahmen des Sonderprogramms Zukunftsinitiative Lehrstellen (ZIL) konnten aus Mitteln des Bundes und des Freistaates Thüringen 213 betriebsnahe und 40 schulische Ausbildungsplätze bereitgestellt werden.
Nachvermittlungen gehen weiter
Vor allem der Rückgang der bei der Agentur für Arbeit registrierten Ausbildungsstellen von 15,1 Prozent ist besorgniserregend. Dadurch fällt die Jahresbilanz 2005/2006 in diesem Jahr ernüchternder, als noch im letzten Jahr aus. Trotz intensiver und gezielter Ansprache der Arbeitgeber und unablässigem Werben um zusätzliche freie Ausbildungsstellen, konnten wir den Bedarf bis heute noch nicht vollständig abdecken, resümiert die Vorsitzende der Nordhäuser Arbeitsagentur, Dr. Simone Simon das vergangene Beratungsjahr. Das Ende des Ausbildungsjahres bedeutet aber nicht das Ende der Vermittlung von freien Stellen. Unsere Mitarbeiter werden weiterhin alle Register ziehen. um den Ansprüchen nach beruflicher Orientierung, umfassender Beratung und Vermittlung gerecht zu werden.
Tausende von Telefonaten, die Erhöhung der persönlichen Kontakte zu den Unternehmen und die ständige Zusammenarbeit mit allen Akteuren am Ausbildungsmarkt führten dazu, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsstellen nicht noch weiter auseinander klaffte.
Derzeit laufen noch für insgesamt 180 Bewerber, die Vermittlungsbemühungen auf Hochtouren. 73 von ihnen suchen eine Ausbildungsstelle in Fertigungsberufen, wie Schlosser oder Elektriker, 92 möchten gern in Dienstleistungsberufen einmünden. 72 der unversorgten Bewerber haben entweder keinen Schulabschluss oder Hauptschulabschluss, 92 belegten den mittleren Bildungsabschluss und die Übrigen haben Fachhochschul-, oder Hochschulreife.
Von den Bewerbern wird ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität erwartet. Die Arbeitsagentur appelliert grundsätzlich an alle Jugendlichen, sich frühzeitig mit beruflichen Alternativen auseinander zu setzen, denn die Bewerberwünsche entsprechen nicht immer den tatsächlich vorhanden Angeboten.
Autor: nnzAuch im abgelaufenen Beratungsjahr 2005/2006 war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt trotz gesunkener Bewerberzahlen angespannt. Verantwortlich dafür war vor allem das rückläufige Angebot an Ausbildungsstellen. Mit 1.960 gemeldeten Ausbildungsstellen, 1.274 davon in Betrieben, gab es fast 350 weniger als vor einem Jahr. Das Angebot blieb damit deutlich hinter der Nachfrage. Während im Landkreis Nordhausen ein leichtes Plus von 14 auf 839 Ausbildungsplätze zu verzeichnen war, ging die Zahl der Stellen im Kyffhäuserkreis um rund 100 auf 431 zurück.
4.130 Jugendliche, 870 weniger als im letzten Jahr, meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und ihren Geschäftsstellen und wurden bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Im gesamten Agenturbezirk standen jeder gemeldeten Ausbildungsstelle etwa zwei Bewerber gegenüber. Konkret lag das Verhältnis bei 1:2,1 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Trotz geringerer Bewerberzahl stieg der Anteil der Jugendlichen, die über eine Hochschulreife verfügen, verglichen mit 2005 von 457 auf 536 an. Besonders schwierig gestaltete sich die Vermittlung für Bewerber mit Hauptschulabschluss, aber auch Jugendliche mit weniger guter mittlerer Reife konnten nicht immer problemlos vermittelt werden.
Nach wie vor hoch ist der Beratungsbedarf der Jugendlichen in der Nordthüringer Region. Allerdings sinkt die Zahl Ratsuchender in Folge rückläufiger Schulentlasszahlen jährlich. Dennoch haben sich in den letzten zwölf Monaten 10.954 junge Menschen, 528 weniger als im Vorjahr, über Ausbildungs-, Studien-, Überbrückungs- bzw. alternative Möglichkeiten beraten lassen.
33 Ausbildungsstellen zur Zeit noch unbesetzt
Am 30. September waren von den 1.960 gemeldeten Ausbildungsstellen 33 (Vorjahr 20) noch nicht besetzt. Die meisten dieser Angebote gingen erst in den letzten Wochen ein, waren wieder frei geworden, oder es standen keine geeigneten Bewerber zur Verfügung. Von den noch offenen Ausbildungsplätzen gibt es 18 im Landkreis Nordhausen, 13 im Eichsfeld (ohne Grundsicherungsamt) und 2 im Kyffhäuserkreis.
Mehr Bewerber als Stellen in fast allen Berufen
Die Liste der am meisten gefragten Berufen führten, wie schon im vergangen Jahr, die Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe (632), sowie die Instandsetzungsberufe (593) an. So kamen beispielsweise bei den Gesundheitsdienstberufen auf eine Stelle rund 9 Bewerber. In 9 Fällen gab es den Wunsch in einem Sicherheitsberuf tätig zu werden, hier konnte jedoch keine freie Lehrstelle zur Verfügung gestellt werden. Lediglich in wenigen Branchen, wie beispielsweise in der Chemie-, Holzverarbeitung, in einzelnen Metallberufen und der Bekleidungsindustrie überstieg das Stellenangebot die Zahl der Bewerber
Regionale Betrachtung
Regional betrachtet ist der Anteil der Stellen und Bewerber unterschiedlich. Der Bereich der Hauptagentur wies mit 1:1,6, wie auch schon im vergangenen Jahr, das günstigste Verhältnis auf. Im Landkreis Nordhausen standen 839 gemeldeten Stellen 1.422 Bewerber gegenüber. Dagegen verdeutlicht der Kyffhäuserkreis mit der Relation von 1:2,66 (Vorjahr:2,82) nach wie vor die besonders schwierige Situation.
Förderung durch die Arbeitagentur
Entscheidend zur Unterstützung sämtlicher Vermittlungsaktivitäten haben die gezielten Fördermaßnahmen der Agentur beigetragen. So wurde beispielsweise aus Mitteln der freien Förderung im Berichtsjahr einmalig die Integration von rund 200 Jugendlichen in betriebliche Ausbildung unterstützt. Bezogen auf den Monat September 2006 gab es für 280 benachteiligte Jugendliche Ausbildungen bei unterschiedlichen Bildungsträgern. Bereits im Sommer begannen für insgesamt 438 Jungen und Mädchen vorbereitende Maßnahmen in verschiedenen Berufsfeldern. Sie haben geholfen den Leistungsstand zu steigern und damit die Aufnahme einer Ausbildung ermöglicht.
Bis zum Ende des Beratungsjahres wurden Nachhilfeunterrichte für 135 Jungen und Mädchen im Hinblick auf die bevorstehenden Prüfungen gefördert. 160 Rehabilitanden begannen mit finanzieller Hilfe eine außerbetriebliche Ausbildung. Im Rahmen des Sonderprogramms Zukunftsinitiative Lehrstellen (ZIL) konnten aus Mitteln des Bundes und des Freistaates Thüringen 213 betriebsnahe und 40 schulische Ausbildungsplätze bereitgestellt werden.
Nachvermittlungen gehen weiter
Vor allem der Rückgang der bei der Agentur für Arbeit registrierten Ausbildungsstellen von 15,1 Prozent ist besorgniserregend. Dadurch fällt die Jahresbilanz 2005/2006 in diesem Jahr ernüchternder, als noch im letzten Jahr aus. Trotz intensiver und gezielter Ansprache der Arbeitgeber und unablässigem Werben um zusätzliche freie Ausbildungsstellen, konnten wir den Bedarf bis heute noch nicht vollständig abdecken, resümiert die Vorsitzende der Nordhäuser Arbeitsagentur, Dr. Simone Simon das vergangene Beratungsjahr. Das Ende des Ausbildungsjahres bedeutet aber nicht das Ende der Vermittlung von freien Stellen. Unsere Mitarbeiter werden weiterhin alle Register ziehen. um den Ansprüchen nach beruflicher Orientierung, umfassender Beratung und Vermittlung gerecht zu werden.
Tausende von Telefonaten, die Erhöhung der persönlichen Kontakte zu den Unternehmen und die ständige Zusammenarbeit mit allen Akteuren am Ausbildungsmarkt führten dazu, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsstellen nicht noch weiter auseinander klaffte.
Derzeit laufen noch für insgesamt 180 Bewerber, die Vermittlungsbemühungen auf Hochtouren. 73 von ihnen suchen eine Ausbildungsstelle in Fertigungsberufen, wie Schlosser oder Elektriker, 92 möchten gern in Dienstleistungsberufen einmünden. 72 der unversorgten Bewerber haben entweder keinen Schulabschluss oder Hauptschulabschluss, 92 belegten den mittleren Bildungsabschluss und die Übrigen haben Fachhochschul-, oder Hochschulreife.
Von den Bewerbern wird ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität erwartet. Die Arbeitsagentur appelliert grundsätzlich an alle Jugendlichen, sich frühzeitig mit beruflichen Alternativen auseinander zu setzen, denn die Bewerberwünsche entsprechen nicht immer den tatsächlich vorhanden Angeboten.


