Mo, 12:52 Uhr
18.09.2006
Mitten drin
Nordhausen (nnz). Die Existenz eines Theaters sei – so die immer wiederkehrende Argumentation – auch für die Region ein wichtiger Faktor. Eine Studie soll diese Behauptung jetzt mit Zahlen und Fakten belegen...
Die heute vorgelegte Abschätzung der wirtschaftlichen Effekte der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH auf die Region Nordthüringen von Volkswirt Prof. Dr. Jörg Arnsmeyer und seinen Studierenden Mariana Dehlsen und Boris Javorina von der Fachhochschule Nordhausen belegt die wirtschaftliche Bedeutung des Kulturunternehmens für die Region.
Über 300 Arbeitsplätze
Das Theater ist mit 204 festen Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Durch Aufträge im Güter- und im Dienstleistungsbereich und durch den Konsum der Mitarbeiter werden noch einmal zusätzlich etwa 100 Arbeitsplätze generiert. Die Theater-/Orchester GmbH bringe den Unternehmen der Region damit Umsätze von knapp 5 Millionen Euro.
Eine Schließung des Theaters und Orchesters und die Umwandlung des Theaters Nordhausen in ein Bespielhaus hätte für die Region weit reichende wirtschaftliche Folgen. Der Wegfall von etwa 180 Arbeitsplätze im Unternehmen und etwa 75 Arbeitsplätze in vor- oder nachgelagerten Wirtschaftsbereichen in der Region würde zu einer Erhöhung der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte im Landkreis Nordhausen und um 0,2 Prozentpunkte in ganz Nordthüringen führen.
Theater/Orchester als positiver Standortfaktor
Das Kulturangebot einer Region ist ein wichtiger Standortfaktor für die Unternehmensansiedlung, insbesondere wenn es darum gehe, hochqualifizierte Führungskräfte und Spezialisten in der Region anzusiedeln. In den kommenden Jahren zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt eine Verknappung von Führungskräften und Spezialisten ab. Insofern werden Unternehmen in Zukunft ihre Standortwahl noch stärker nach persönlichen Präferenzen dieser Arbeitskräfte ausrichten müssen.
Die so genannten High Potentials jedoch bevorzugen – wie die Studie zeigt – Regionen mit einem umfangreichen kulturellen Angebot. Viele Städte werben heute sogar ganz bewusst mit kulturellen Aktivitäten, weil sie wissen, dass von ihrem Image als Kulturstadt in Zukunft auch ihre wirtschaftliche Prosperität abhängen wird, so die Studie.
Die Wichtigkeit des kulturellen Angebots in Nordthüringen unterstreichen auch die beiden Untersuchungen der Fachhochschule Nordhausen unter Prof. Dr. Andreas Scharf aus den Jahren 2004 und 2005. Auch sie zeigen, dass ein hoher Anteil der Theater- und Konzertbesucher ein hohes Bildungsniveau aufweist. Über 40% der Besucher sind Selbstständige, Beamte und Angestellte.
Autor: nnzDie heute vorgelegte Abschätzung der wirtschaftlichen Effekte der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH auf die Region Nordthüringen von Volkswirt Prof. Dr. Jörg Arnsmeyer und seinen Studierenden Mariana Dehlsen und Boris Javorina von der Fachhochschule Nordhausen belegt die wirtschaftliche Bedeutung des Kulturunternehmens für die Region.
Über 300 Arbeitsplätze
Das Theater ist mit 204 festen Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Durch Aufträge im Güter- und im Dienstleistungsbereich und durch den Konsum der Mitarbeiter werden noch einmal zusätzlich etwa 100 Arbeitsplätze generiert. Die Theater-/Orchester GmbH bringe den Unternehmen der Region damit Umsätze von knapp 5 Millionen Euro.
Eine Schließung des Theaters und Orchesters und die Umwandlung des Theaters Nordhausen in ein Bespielhaus hätte für die Region weit reichende wirtschaftliche Folgen. Der Wegfall von etwa 180 Arbeitsplätze im Unternehmen und etwa 75 Arbeitsplätze in vor- oder nachgelagerten Wirtschaftsbereichen in der Region würde zu einer Erhöhung der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte im Landkreis Nordhausen und um 0,2 Prozentpunkte in ganz Nordthüringen führen.
Theater/Orchester als positiver Standortfaktor
Das Kulturangebot einer Region ist ein wichtiger Standortfaktor für die Unternehmensansiedlung, insbesondere wenn es darum gehe, hochqualifizierte Führungskräfte und Spezialisten in der Region anzusiedeln. In den kommenden Jahren zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt eine Verknappung von Führungskräften und Spezialisten ab. Insofern werden Unternehmen in Zukunft ihre Standortwahl noch stärker nach persönlichen Präferenzen dieser Arbeitskräfte ausrichten müssen.
Die so genannten High Potentials jedoch bevorzugen – wie die Studie zeigt – Regionen mit einem umfangreichen kulturellen Angebot. Viele Städte werben heute sogar ganz bewusst mit kulturellen Aktivitäten, weil sie wissen, dass von ihrem Image als Kulturstadt in Zukunft auch ihre wirtschaftliche Prosperität abhängen wird, so die Studie.
Die Wichtigkeit des kulturellen Angebots in Nordthüringen unterstreichen auch die beiden Untersuchungen der Fachhochschule Nordhausen unter Prof. Dr. Andreas Scharf aus den Jahren 2004 und 2005. Auch sie zeigen, dass ein hoher Anteil der Theater- und Konzertbesucher ein hohes Bildungsniveau aufweist. Über 40% der Besucher sind Selbstständige, Beamte und Angestellte.

