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Fr, 08:06 Uhr
15.09.2006

„Ullysses in Limlingerode“

Nordhausen (nnz). Am nächsten Samstag (23. 9.) gibt es in der Dichterstätte in Limlingerode ab 14.30 Uhr kunstreiche Arbeiten auf Papier von Katrin Gaßmann zu sehen, die eigens für diese Räume geschaffen wurden. Es hat sich herumgesprochen, dass im Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch mit der Literatur die Bildende Kunst zu Hause ist, verrät Heidelore Kneffel.


Gaßmann, Jahrgang 1967, aus Sondershausen gebürtig, lebt in Erfurt und ist als Künstlerin über Thüringen hinaus gefragt, dies zeigen zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppen-ausstellungen. Auch in unseren Breiten ist sie keine Unbekannte, sie gewann 2003 den 3. Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung und stellte im Kunsthaus Meyenburg aus. Im Jahr 2005 folgte ihre Kunstpräsentation in der Kreissparkasse Nordhausen, die den Preisträgern immer eine Einzelausstellung ermöglicht. Die Laudatio hielt Dr. Uwe Schierz, Leiter der Kunsthalle in Erfurt, der die Entwicklung der Künstlerin seit 1995 aufmerksam verfolgt.

In Gesprächen mit Katrin Gaßmann anlässlich der oben genannten Ausstellungen in Nordhausen wurde die Idee geboren, dass sie für das Jahr 2006 unter dem Arbeitstitel „Odysseus/Ulysses“ Blätter gestalten wird, die in Limlingerode in der Langen Reihe 11 erstmals gezeigt werden sollen. Die Künstlerin besuchte das Haus, vermaß die Wände und fühlte sich von der Ausstrahlung des Fachwerkbaues mit seiner Ausgestaltung inspiriert, so dass sie ihr Kunstprojekt zum Thema „Ulysses in Limlingerode“ während eines mehrtägigen Aufenthaltes Anfang September 2006 in der Dichterstätte vollendete.

Aus ihrer Biografie ist zu entnehmen, dass sie an der Hochschule für Kunst und Design „Burg Giebichenstein“ in Halle in „klassischer“ Zeichenkunst ausgebildet wurde und sie diese kultivierte.
Im Jahr 1995 war Katrin Gaßmann in Zürich und Düsseldorf einige Zeit Schülerin bei Harald Naegeli, auch als Sprayer von Zürich bekannt, und entdeckte dabei eine andere Art, sich im Zeichnen auszudrücken. Ihr Stil änderte sich seitdem. Eines ihrer Projekte hat sie „Denken zeichnen“, Arbeiten auf Papier, genannt. Sie bringt, wie sie es selbst sagt, „das eigene Denken zum Zeitpunkt des Denkvorganges unter Vermeidung von Korrekturmaßnahmen“ zu Papier. Dabei lässt sie Abschweifungen, Gedankensprünge und plötzliche Wendungen zu, auch Alternativen, die ihr dabei in den Kopf kommen. Sie zeichnet also mit Schriftzeilen unmittelbar die geistigen Ströme auf, die ihr durch das Bewusstsein gehen. Sie experimentiert auf dem Papier, sie spielt ihre Gedanken durch.

Schon in der Zeit der Renaissance hatte Giorgio Vasari, Künstler und Verfasser zahlreicher Künstlerbiographien, geäußert, der Zeichnung käme die Vaterrolle unter den Künsten zu, denn sie wäre als geformte Idee dem jeweiligen geistigen Konzept des Künstlers am nächsten.

Am 23. 9. 06 wird also Katrin Gaßmanns „Ulysses in Limlingerode“ als HausArt Nr. XVIII - 3/2006 eröffnet. Die Laudatio hält die Literatur- und Kunstwissenschaftlerin Cornelie Becker-Lamers, Weimar, die die Dichterstätte gleichfalls in Augenschein nahm.

In der Ausstellungsankündigung heißt es: „Gezeigt werden skripturale Arbeiten auf Papier, die in Auseinandersetzung mit James Joyces `Ulysses` und Homers `Odyssee` einerseits und dem Ausstellungsort, der Dichterstätte Sarah Kirsch, andererseits entstanden. Die Künstlerin bringt dabei das eigene Denken zum Zeitpunkt des Denkens unmittelbar auf das Papier. Auf dem Wege der Zeichnung wird so ein echter Bewusstseinsstrom erzeugt, wie ihn die literarische Technik des James Joyce imitiert. Als symbolische Handlung thematisieren die Kunstwerke damit den Prozess ihrer eigenen Entstehung. `Mein Thema für diese Ausstellung besteht darin, hier und jetzt diese Ulysses-Blätter für Limlingerode zu machen.`“

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung lesen Mitglieder des Fördervereins aus den Texten der genannten Werke. Es wird auch der Beginn der „Odyssee“ im griechischen Urtext zu hören sein. Hinzu kommt Musik, dargeboten von Schülern der Kreismusikschule. In den Schauvitrinen in der Bibliothek gibt es zusätzliche Informationen zur Künstlerin und zu dem Werk Homers und des James Joyce.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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