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Mo, 11:42 Uhr
07.08.2006

Am Ende angekommen

Nordhausen (nnz). Der Landkreis Nordhausen hat kein Geld (mehr). Das an sich ist nichts neues. Jetzt zieht die Behörde jedoch andere Unternehmen mit hinein in einen teuflischen Strudel. Die nnz mit einigen Beispielen.


In der Kreisverwaltung stapeln sich die Rechnungen, vor allem die unbezahlten. Und da geht es zum Beispiel beim Jugendsozialwerk nicht um Peanuts, sondern um eine runde Million Euro. Gelder, die dem Träger gesetzlich zustehen, so genannte Pflichtaufgaben. Noch kann der Verein durchhalten, doch Rücklagen werden bereits angeknabbert. Löhne und Gehälter können jedoch aus dieser Quelle kaum bedient werden. Sollte das Geld vom Landkreis nicht im September gezahlt werden, dann könne das Jugendsozialwerk ebenso in die Knie gehen wie zum Beispiel die Nordthüringer Lebenshilfe oder die „Die Brücke“. Beide Einrichtungen haben nach nnz-Informationen offene Forderungen gegenüber dem Landkreis in Höhe von rund einer bis 1,4 Millionen Euro.

Auf die Frage, wann denn nun bezahlt werden kann, hat die zweiten Beigeordnete des Landkreises, Loni Grünwald (Linke.PDS), eine seit Wochen bekannte Antwort: „Wenn wir Geld rein bekommen, dann wird es auch weitergegeben.“ Alle zwei Tage gibt es einen Verteilungsrunde beim Landrat. Solange aber die Verhandlungen mit dem Land Thüringen zu keinen greifbaren Ergebnissen geführt haben, solange sieht Grünwald jedoch „keinen Stern am Himmel“.

Noch stapeln sich nicht bezahlte Rechnungen aus den Monaten Mai und Juni auf den Verwaltungstischen. Aber wie schon geschrieben: Es kann nur das ausgegeben werden, was eingenommen wird und das ist für die Verwalter eine gänzlich neue Situation. Der Möglichkeit sich neues Geld zu borgen, hat der Kreistag einen Riegel davor geschoben. Kein Haushalt, keine Erhöhung des Kassenkredites, bedauert Loni Grünwald.
Autor: nnz

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