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Di, 12:10 Uhr
20.06.2006

Totalverlust droht

Nordhausen (nnz). Haben Sie in den zurückliegenden Monaten immer mal wieder lukrative Angebote einer Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West AG im Briefkasten gefunden? Haben Sie etwa dort Ihr Geld angelegt? Wenn ja, dann haben Sie jetzt schlechte Karten. Die AG ist Pleite. Einzelheiten mit einem einzigen Klick.


Gestern hat die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG Insolvenz angemeldet. Das zuständige Gericht wird nun prüfen, ob es das Insolvenzverfahren eröffnet. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, setzt es einen Insolvenzverwalter ein. Die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG ist Bestandteil eines verschachtelten Unternehmens, welches aus Immobilienunternehmen, aber auch Sicherheitsdiensten besteht. Den Schulden von rund 300 Millionen Euro aus Fremdkrediten und den Inhaberschuldverschreibungen stehen hauptsächlich Sach- und Finanzanlagen gegenüber, deren Wert sich noch nicht abschätzen lässt.

Die Thüringer Verbraucher-Zentrale e.V. warnt schon lange vor den Anleihen des Unternehmens. Auch die Haushalte in Nordthüringen wurden immer wieder mit Werbeflyern der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG überflutet. So warb sie mit für Inhaberschuldverschreibungen, deren Verszinsung in Zeiten anhaltenden Niedrigzinsen verlockend erschien. Für Schuldverschreibungen gibt es jedoch keine Einlagensicherung, d.h. im Falle der Insolvenz der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG gibt es keine Entschädigungseinrichtung, die die Verbraucher vor dem Verlust der eingezahlten Gelder schützt.

Zwischen 25.000 und 30.000 Anleger müssen jetzt ihre Ansprüche gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen. Von der Insolvenz sind auch viele Thüringer, selbst im Landkreis Nordhausen betroffen. Welchen Verlust die Anleger erleiden werden, ist abhängig von der Insolvenzmasse. Die Insolvenzmasse muss zunächst vom Insolvenzverwalter festgestellt werden. Daraus wird dann allen Gläubigern anteilig der ihnen zustehende Betrag ausgezahlt. Dieser wird aller Wahrscheinlichkeit entscheidend geringer sein als der ursprünglich Anlagebetrag. Es kann sogar Totalverlust drohen. Betroffene Verbraucher können sich an die Nordhäuser Beratungsstelle der Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. wenden.
Autor: nnz

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