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Di, 12:33 Uhr
11.12.2001

Halbzeitbilanz sieht nicht gut aus

Nordhausen (nnz). Die vor einem Jahr gestartete Initiative zum Abbau der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter um 25 Prozent hat nur Teilerfolge gehabt. Zu diesem Einschätzung kommt der Nordthüringer DGB.


Beim Startschuss dieser Aktion vor einem Jahr waren im Arbeitsamtsbezirk Nordhausen 817 schwerbehinderte Menschen arbeitslos. In den letzten 12 Monaten konnte ihre Zahl um acht Prozent abgebaut werden. „Die erste Halbzeit zeigt, dass wir durch gemeinsame Anstrengungen auf dem richtigen Weg sind, auch wenn der steinigere Weg noch vor uns liegt“, erklärte Ulrich Hannemann, DGB-Regionsvorsitzender. Positiv bewertete er insbesondere, dass trotz der beschäftigungspolitischen Eintrübung das Arbeitsamt im Oktober dieses Jahres noch 26 schwerbehinderte Menschen vermitteln konnte.

Erstmals seit mehreren Jahren gehe die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen in der Region zurück. Eingetrübt wird die Zwischenbilanz - so Hannemann - dass viele Betriebe der Region die gesetzliche Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte nur unzureichend erfüllen und teils auch Vorbehalte gegen die Einstellung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen haben. Nicht übersehen werden dürfe aber auch, dass der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter durch den überdurchschnittlichen Einsatz der beitragsfinanzierten Arbeitsförderung sichtbar entgegengewirkt werde. Im Oktober 2001 hätten so im Arbeitsamtsbezirk Nordhausen immerhin 58 Schwerbehinderte an einer Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme teilgenommen. Nochmals 277 Schwerbehinderte seien über ABM oder Strukturanpassungsmaßnahmen gefördert worden. Diese Hilfen des Arbeitsamtes werden allzu oft von den Arbeitgebern kritisiert, in diesem konkreten Fall jedoch von den Arbeitgebern unterstützt, da dies die Betriebe davon entlastet, ihre den Schwerbehinderten gegenüber eingegangenen Verpflichtungen voll zu erfüllen.

Hannemann rief die Betriebe auf, weitere Stellen für Schwerbehinderte zur Verfügung zu stellen. Wenn die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter bis Oktober nächsten Jahres bundesweit nicht um mindestens 25 Prozent abgesenkt werde, kommen zusätzliche Verpflichtungen und eine Anhebung der gesetzlichen Pflichtquote auf sechs Prozent der Arbeitskräfte auf die Betriebe zu. Schon aus Eigeninteresse heraus sollten die Betriebe mehr Schwerbehinderten eine Chance geben. Unternehmen, die schwer zu vermittelnde Menschen mit Behinderung einstellen, können jetzt bis zu 70 Prozent der Lohnkosten vom Arbeitsamt erstattet bekommen.
Autor: nnz

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