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Do, 19:37 Uhr
01.06.2006

Silber für die Jüngsten

Nordhausen (nnz). Das hätte keiner gedacht! Am wenigsten wohl die Jungs selbst. Da reisten sie als Abschluss und Höhepunkt nach Erfurt zur Endrunde der Landesmeisterschaft und haben alle Erwartungen übertroffen. Ein Bericht von Steffen Neumann in der nnz.

Silber für die Jüngsten (Foto: nnz) Silber für die Jüngsten (Foto: nnz)

Ihr Trainer Andreas Meyer, der diesmal leider nicht dabei sein konnte, gab ihnen mit auf den Weg, Spaß zu haben und ein paar neue Erfahrungen zu sammeln. Und dann noch – sozusagen als Zugabe zu dieser fantastischen Saison, in der man ja verlustpunktfrei Staffelsieger wurde - als Krönung vielleicht noch ein Spiel zu gewinnen. Ja, und dann das! Die Jungs wuchsen über sich hinaus und schnupperten sogar am Landesmeistertitel.

Der Reihe nach: Der NSV musste einen großen Reisebus chartern, damit alle Eltern und Fans der Mannschaft dieses Highlight miterleben konnten. Außerdem wollte man ja auch die Truppe anfeuern. Kein Wunder, dass die Nordhäuser die mit Abstand größte und lautstärkste Fangruppe waren. Es ging für den Nachwuchs aus der Rolandstadt gleich gut los. Der Gegner war die Mannschaft vom HSC Erfurt, gegen die man kurz zuvor in einem Testspiel noch deutlich verloren hatte. Aber nach ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten geschah die kleine Sensation: Mit einer konzentrierten Abwehrleistung wurde der Mitfavorit auf den Landesmeistertitel in seiner eigenen Halle mit 6:5 niedergekämpft. Während die Blumenstädter an dieser Niederlage bis zum Schluss des Turniers zu knabbern hatten, konnten die NSV–Jungs nun befreit aufspielen. Man hatte ja schon jetzt mehr erreicht als gedacht.

Im zweiten Spiel hätte es um ein Haar den zweiten Sieg gegen den HC Suhl 99 gegeben. Aber auch das 9:9 Unentschieden war ein toller Erfolg. Da ahnte noch niemand, dass das noch nicht alles war.

Denn die nächste Überraschung gelang gegen die spielstarke Mannschaft des SV BW Goldbach/Hochheim, die mit so manch einem technischen Kabinettstückchen zeigte, dass sie schon länger als die Nordhäuser zusammenspielen. Das half ihnen aber an diesem Tag nichts. Denn mit einer wiederum sehr konzentrierten, auf Manndeckung ausgerichteten Abwehr, aus der der überragende Torwart Christoph Keil noch herausragte, wurde dieses Spiel mit einem furiosem Endspurt mit 12:8 entschieden. Hier erwies sich besonders Lucas Fehling als äußerst treffsicher. Der nächste Favorit war geschlagen.

Abschließend ergab sich ein echtes Endspiel. Die beiden bis dahin ungeschlagenen Teams aus Nordhausen und des HSV Ronneburg trafen nun im direkten Duell aufeinander. Doch es war ein sehr ungleicher Kampf. Aus der ostthüringischen Mannschaft überragten gleich zwei Spieler die größten NSV–Jungs um eine ganze Kopfhöhe.

Aber die Südharzer ließen sich zunächst nicht beeindrucken. Sie hingen wie die Kletten an den „langen Kerls“ und so kamen diese erst einmal nicht zum Zug. Sekunden vor der Halbzeit stand es noch 1:1! Hier tat sich besonders Leon Bretschneider im Kampf David gegen Goliath hervor. Doch leider fiel der Ronneburger Führungstreffer dann doch noch. Diesen psychologischen Vorteil nutzten die abgeklärter spielenden haushohen Turnierfavoriten und zogen gleich zu Beginn auf 5:1 davon. Da verließen unsere tapferen Helden schließlich die Kräfte und sie verloren noch mit 2:9. Doch da war das Ergebnis schon nebensächlich.

Aber: Erhobenen Hauptes und zu Recht stolz auf die gezeigte Leistung, mit der wirklich niemand rechnen konnte, nahmen die NSV–Jungs die mehr als verdiente Silbermedaille entgegen. Mit dem selbstbewussten Versprechen, gemeinsam mit ihrem Trainer Andreas Meyer und der Co-Trainerin Diana Bretschneider, die ihn an diesem denkwürdigen Tag hervorragend vertrat: „Nächstes Jahr holen wir den Titel!“


Abschlusstabelle des Turniers

1. HSV Ronneburg 46:16 8:0
2. Nordhäuser SV 29:31 5:3
3. HSC Erfurt 28:28 4:4
4. SV BW Goldbach/H. 32:35 2:6
5. HC Suhl 17:34 1:7
Autor: nnz

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