Mi, 13:29 Uhr
24.05.2006
Stimmung bleibt optimistisch
Nordhausen/Erfurt (nnz). Das regionale Konjunkturbarometer steht weiter auf Schönwetter. Seit Jahresbeginn hat der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Kraft gewonnen. Inzwischen wird das stabile Exportgeschäft auch durch eine erhöhte Binnennachfrage unterstützt. Das verhalf den Thüringer Industriebetrieben im ersten Quartal 2006 wieder zu einem zweistelligen Umsatzwachstum und steigender Kapazitätsauslastung. Weitere Einzelheiten mit dem bekannten Klick.
Die durchweg optimistische Stimmung schlägt sich auch in der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 1.000 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen nieder. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt um weitere 7 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht mittlerweile 113 von 200 möglichen Prozentpunkten – den besten Wert seit 1998.
Der wirtschaftliche Aufschwung gewinnt an Breite. Immerhin beurteilen branchenübergreifend schon 86 Prozent der Manager ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend, wertet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die Ergebnisse. Zudem hellten sich die Mienen der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate deutlich auf und die Optimisten würden wieder eindeutig die Oberhand gewinnen. Knapp jeder Vierte rechnet mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, nur noch jeder Siebte der Befragten befürchtet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, so Grusser. Die betrieblichen Investitionspläne - Messgröße jedes Auf- und Abschwungs - hätten sich weiter stabilisiert. Zwei von drei Unternehmern beabsichtigten ihr Budget aufzustocken oder zumindest konstant zuhalten. Während sich die Konjunktur schrittweise erholt, spricht leider nur wenig für eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, verweist Grusser darauf, dass sich der Beschäftigungsabbau zwar verlangsamt habe, die Schaffung neuer Stellen jedoch noch die Ausnahme bleibe. Lediglich 11 Prozent planten neue Mitarbeiter einzustellen; dagegen wollten 15 Prozent ihren Personalbestand weiter reduzieren.
Getragen werde der konjunkturelle Aufschwung nach wie vor von der Industrie. Der Anstieg heimischer und ausländischer Auftragseingänge verbessere zunehmend auch die Ertragslage der Firmen. Inzwischen würden 86 Prozent der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes Gewinne erwirtschaften oder zumindest kostendeckend arbeiten. Laut Thüringer Landesamt für Statistik erzielten die Unternehmen im 1. Quartal 2006 einen Umsatz in Höhe von 6.399 Millionen Euro, das sind 10,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Erstmalig resultiert dieser Zuwachs nicht mehr nur aus dem Export (+10,0 Prozent) sondern zunehmend auch aus einem verbesserten Inlandsgeschäft (+11,2 Prozent). Grund zur Freude haben insbesondere die Investitionsgüterproduzenten. Fast 98 Prozent der Befragten äußerten sich positiv zur aktuellen Geschäftslage. Nur wenige profitieren nicht vom erhöhten Bedarf an Maschinen und Ausrüstungen der Industrie, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Auch der Bausektor wittere etwas Morgenluft. Bei 18 Prozent der Unternehmen laufen die Geschäfte inzwischen wieder richtig gut, bei 53 Prozent wenigstens zufriedenstellend, so Grusser. Die optimistische Stimmung spiegele sich aber vor allem in den Erwartungen der Firmenchefs wider. Immerhin würden 90 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung oder zumindest Stabilisierung der Geschäftslage rechnen. Die Basis der wirtschaftlichen Erholung sei jedoch sehr schmal. So liege der Auftragsbestand bei 83 Prozent der Betriebe noch unter drei Monaten.
Der Handel - das Sorgenkind der Konjunktur der letzten Jahre - bewege sich langsam aus seiner düsteren Lagebewertung heraus und hoffe auf eine leichte Belebung der Geschäfte. Nahezu jeder fünfte Händler würde seine aktuelle Situation wieder mit gut bewerten. Und auch der Blick auf die kommenden Monate sei von Zuversicht geprägt. Immerhin ein Viertel der Befragten erwarte einen günstigeren Geschäftsverlauf und rechne mit steigenden Umsätzen. Nicht zu unterschätzen wären jedoch die Effekte aus der geplanten Mehrwertsteuererhöhung, die Befürchtungen vor einer erneuten Konsumflaute im kommenden Jahr laut werden lassen.
Fazit: Die Stimmung in der Wirtschaft zeigt sich deutlich aufgehellt. Die Konjunktur gewinnt an Schwung. Noch sind aber die Impulse am Arbeitsmarkt zu schwach, um die Beschäftigungszahlen zu erhöhen und den Verbrauchern mehr Sicherheit zu vermitteln. Weiter steigende Energie- und Kraftstoffpreise belasten nicht nur die Budgets der Unternehmen, sondern verringern auch das private Einkommen der Haushalte. Hinzu kommt, dass die geplanten wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Konjunktur im laufenden Jahr zwar tendenziell beleben, mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 jedoch eher belasten. Die Unternehmer setzen darauf, dass die strukturellen Reformbaustellen beherzt angepackt werden, wie von der Bundesregierung bereits mehrfach angekündigt. Dazu zählen vor allem die Unternehmensbesteuerung, Abgabelasten in den sozialen Sicherungssystemen, wie Rente und Gesundheit, sowie die Vereinfachung der gesetzlichen Regularien auf dem Arbeitsmarkt.
Autor: nnzDie durchweg optimistische Stimmung schlägt sich auch in der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 1.000 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen nieder. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt um weitere 7 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht mittlerweile 113 von 200 möglichen Prozentpunkten – den besten Wert seit 1998.
Der wirtschaftliche Aufschwung gewinnt an Breite. Immerhin beurteilen branchenübergreifend schon 86 Prozent der Manager ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend, wertet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die Ergebnisse. Zudem hellten sich die Mienen der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate deutlich auf und die Optimisten würden wieder eindeutig die Oberhand gewinnen. Knapp jeder Vierte rechnet mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, nur noch jeder Siebte der Befragten befürchtet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, so Grusser. Die betrieblichen Investitionspläne - Messgröße jedes Auf- und Abschwungs - hätten sich weiter stabilisiert. Zwei von drei Unternehmern beabsichtigten ihr Budget aufzustocken oder zumindest konstant zuhalten. Während sich die Konjunktur schrittweise erholt, spricht leider nur wenig für eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, verweist Grusser darauf, dass sich der Beschäftigungsabbau zwar verlangsamt habe, die Schaffung neuer Stellen jedoch noch die Ausnahme bleibe. Lediglich 11 Prozent planten neue Mitarbeiter einzustellen; dagegen wollten 15 Prozent ihren Personalbestand weiter reduzieren.
Getragen werde der konjunkturelle Aufschwung nach wie vor von der Industrie. Der Anstieg heimischer und ausländischer Auftragseingänge verbessere zunehmend auch die Ertragslage der Firmen. Inzwischen würden 86 Prozent der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes Gewinne erwirtschaften oder zumindest kostendeckend arbeiten. Laut Thüringer Landesamt für Statistik erzielten die Unternehmen im 1. Quartal 2006 einen Umsatz in Höhe von 6.399 Millionen Euro, das sind 10,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Erstmalig resultiert dieser Zuwachs nicht mehr nur aus dem Export (+10,0 Prozent) sondern zunehmend auch aus einem verbesserten Inlandsgeschäft (+11,2 Prozent). Grund zur Freude haben insbesondere die Investitionsgüterproduzenten. Fast 98 Prozent der Befragten äußerten sich positiv zur aktuellen Geschäftslage. Nur wenige profitieren nicht vom erhöhten Bedarf an Maschinen und Ausrüstungen der Industrie, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Auch der Bausektor wittere etwas Morgenluft. Bei 18 Prozent der Unternehmen laufen die Geschäfte inzwischen wieder richtig gut, bei 53 Prozent wenigstens zufriedenstellend, so Grusser. Die optimistische Stimmung spiegele sich aber vor allem in den Erwartungen der Firmenchefs wider. Immerhin würden 90 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung oder zumindest Stabilisierung der Geschäftslage rechnen. Die Basis der wirtschaftlichen Erholung sei jedoch sehr schmal. So liege der Auftragsbestand bei 83 Prozent der Betriebe noch unter drei Monaten.
Der Handel - das Sorgenkind der Konjunktur der letzten Jahre - bewege sich langsam aus seiner düsteren Lagebewertung heraus und hoffe auf eine leichte Belebung der Geschäfte. Nahezu jeder fünfte Händler würde seine aktuelle Situation wieder mit gut bewerten. Und auch der Blick auf die kommenden Monate sei von Zuversicht geprägt. Immerhin ein Viertel der Befragten erwarte einen günstigeren Geschäftsverlauf und rechne mit steigenden Umsätzen. Nicht zu unterschätzen wären jedoch die Effekte aus der geplanten Mehrwertsteuererhöhung, die Befürchtungen vor einer erneuten Konsumflaute im kommenden Jahr laut werden lassen.
Fazit: Die Stimmung in der Wirtschaft zeigt sich deutlich aufgehellt. Die Konjunktur gewinnt an Schwung. Noch sind aber die Impulse am Arbeitsmarkt zu schwach, um die Beschäftigungszahlen zu erhöhen und den Verbrauchern mehr Sicherheit zu vermitteln. Weiter steigende Energie- und Kraftstoffpreise belasten nicht nur die Budgets der Unternehmen, sondern verringern auch das private Einkommen der Haushalte. Hinzu kommt, dass die geplanten wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Konjunktur im laufenden Jahr zwar tendenziell beleben, mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 jedoch eher belasten. Die Unternehmer setzen darauf, dass die strukturellen Reformbaustellen beherzt angepackt werden, wie von der Bundesregierung bereits mehrfach angekündigt. Dazu zählen vor allem die Unternehmensbesteuerung, Abgabelasten in den sozialen Sicherungssystemen, wie Rente und Gesundheit, sowie die Vereinfachung der gesetzlichen Regularien auf dem Arbeitsmarkt.

