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Di, 10:08 Uhr
25.07.2023
Ein Blick in die Statistik

Lebenserwartung in Thüringen sinkt

Die Lebenserwartung der Thüringer Frauen und Männer ist im letzten Jahr erneut gesunken. Dies geht aus der berechneten Sterbetafel* für den Zeitraum 2020/2022 hervor...

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wird demnach ein in Thüringen neugeborenes Mädchen rechnerisch 82,72 Jahre alt (-0,28 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2019/2021). Ein neugeborener Junge kann statistisch ein Alter von 76,94 Jahren erwarten (-0,27 Jahre).

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Hauptursache für den Rückgang dürfte die Corona-Pandemie sein, durch welche in den Jahren 2020 bis 2022 eine deutlich gestiegene Sterbefallzahl auch in jüngeren Altersgruppen zu beobachten war (siehe Pressemitteilungen 015/2022 vom 21. Januar 2022 und 107/2022 vom 24. Mai 2022).

Die Lebenserwartung sank bei den Männern somit fast auf das Niveau der mit der Sterbetafel 2010/2012 errechneten Werte, bei den Frauen auf das Niveau der Berechnungen aus dem Zeitraum 2011/2013. Infolgedessen sind die teils zaghaften, aber dennoch kontinuierlichen Steigerungen bei der Lebenserwartung von Thüringer Frauen und Männern der vergangenen 10 Jahre vorerst wieder verloren. Dennoch gewannen die Jungen und Mädchen in den letzten 32 Jahren bis zu 7 Jahre Lebenszeit (Lebenserwartung 1988/1990: 69,94 Jahre bei den Jungen und 76,03 Jahre bei den Mädchen).

Der Rückgang der Lebenserwartung im Zeitraum 2020/2022 ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in allen Altersgruppen zu beobachten. Ein derzeit 65-jähriger Mann hat rein rechnerisch eine weitere Lebenserwartung von 16,90 Jahren (-0,23 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2019/2021). Eine derzeit 65-jährige Frau hat eine Lebenserwartung von weiteren 20,70 Jahren (-0,11 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2019/2021). Im hohen Alter von 80 Jahren beläuft sich die restliche Lebenserwartung bei den Männern auf 7,51 Jahre (-0,09 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2019/2021) und bei den Frauen auf 9,09 Jahre (-0,05 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2019/2021).

Die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum 2020/2022 zeigen zudem, dass im gesamtdeutschen Vergleich die in Thüringen neugeborenen Mädchen im Durchschnitt eine um 0,46 Jahre geringere Lebenserwartung haben als alle neugeborenen Mädchen in Deutschland. Somit ist der Rückstand im Vergleich zur vorherigen Zeitspanne größer geworden (2019/2021: -0,39 Jahre). Neugeborene Jungen haben derzeit eine um 1,39 Jahre kürzere Lebenserwartung im Vergleich zum gesamtdeutschen Durchschnitt. Im vorherigen Zeitraum lag dieser Vergleichswert bei -1,33 Jahren.

*Eine Sterbetafel ist ein demografisches Modell, das die zusammenfassende Beurteilung der Sterblichkeitsverhältnisse einer Bevölkerung unabhängig von ihrer Größe und Altersstruktur ermöglicht. Die hier veröffentlichten Ergebnisse der sogenannten Periodensterbetafel für Thü- ringen stellen die Sterblichkeitsverhältnisse in einem jeweils 3-jährigen Berichtszeitraum dar.
Autor: red

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Kommentare
NDH-Kanne
25.07.2023, 15:57 Uhr
Lebenserwartung in Thüringen,
kein Wunder in Thüringen,oder :-)
grobschmied56
25.07.2023, 19:42 Uhr
Plötzlich und unerwartet ...
... konnte man in den letzten Jahren häufiger lesen.
Daran scheiden sich die Geister.
Die einen behaupten: An/Mit/im Zusammenhang ...
Die anderen geben zu bedenken: Schaut mal genau hin!
Ob die Übersterblichkeit mit Corona begann (2020)
Oder mit den Schutzimpfungen (2021)
???
Junge21
25.07.2023, 20:26 Uhr
Das Leben an sich ist schon gefährlich
So oder ähnlich sagte es Kästner. Er wusste nicht,..oder es war damals nicht up to date, dass außer den ganz normalen Gefahren viele Jahre später gezielt mit Menschenleben gespielt wird. Grobi, volle Zustimmung für Ihren Kommentar.
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