eic kyf msh nnz uhz tv nt
Sa, 12:04 Uhr
17.06.2023
Eine Grenze, zwei Blickwinkel - 50 Jahre kleiner Grenzverkehr

Mit den Autos kommt die Ideologie

Vor 50 Jahren, am 21. Juni 1973, wurde der innerdeutsche Grenzübergang Duderstadt/Worbis eröffnet. Gut 20 Jahre nach der Grenzabriegelung von 1952 wurde die Verbindung zwischen Ost und West an dieser Stelle wieder hergestellt. Das Grenzlandmuseum im Eichsfeld begleitet das Jubiläum mit einer eigenen Veranstaltungsreihe...

Der Übergang war nur unter strengsten Kontrollen auf ostdeutscher Seite sowie aufwendigen Regularien möglich, die oft genug von den verantwortlichen DDR-Stellen willkürlich ausgelegt wurden. Bis zur Grenzöffnung im November 1989 passierten rund sechs Mio. Reisende den Grenzübergang Duderstadt-Worbis.

Anzeige Refinery (lang)
Die Geschichte dieser Zeit wird lebendig durch die Erinnerungen von Zeitzeugen. Ein ganz persönlicher, auch emotionaler Blick auf die Ereignisse verdeutlicht zudem die Komplexität von historischen Entwicklungen. Denn Menschen sind direkt oder indirekt beteiligt an der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft.

Mit ihrem persönlichen Blick auf die Geschehnisse vor 50 Jahren laden die beiden Vorsitzenden des Trägervereins des Grenzlandmuseums Eichsfeld, Horst Dornieden und Wolfgang Nolte, dazu ein, sich gemeinsam an den Bau und die Eröffnung des Grenzübergangs Duderstadt-Worbis zu erinnern. Horst Dornieden lebte damals in Teistungen im Sperrgebiet der DDR, Wolfgang Nolte war in Duderstadt im westdeutschen Teil des Eichsfelds zu Hause.

Zeitzeugen und Vorsitzende - Horst Dornieden und Wolfgang Nolte (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld) Zeitzeugen und Vorsitzende - Horst Dornieden und Wolfgang Nolte (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld)


Beide berichten, wie schwierig es vor 1973 war, die Verwandten auf der jeweils anderen Seite der innerdeutschen Grenze zu sehen, die die Menschen im Eichsfeld voneinander trennte. „Mein Onkel lebte in Gernrode. Der Kontakt beschränkte sich auf Briefe und Weihnachtspäckchen“, erinnert sich Wolfgang Nolte. Die Großmutter von Horst Dornieden lebte im Westerwald. Sie war mit ihrer Familie nach der Zwangsaussiedlung von 1952 in die Bundesrepublik geflohen. Regelmäßig versuchte sie die Familie in Teistungen mit allem, was benötigt wurde, zu versorgen. Da Teistungen im Sperrgebiet der DDR lag, war ein Besuch nicht möglich, da Westdeutsche keine Genehmigungen für das Sperrgebiet bekommen konnten.

Anfang 1973 begann der Bau der Grenzübergangsstelle Duderstadt-Worbis. Während die Bautätigkeiten auf westdeutscher Seite in den Medien verfolgt und kommentiert wurden, war es für die Menschen in der DDR unmöglich, direkt an die Grenze oder die Baustelle zu gelangen. Dennoch nahmen vor allem die Teistunger die drastischen Maßnahmen sowohl zur „Sicherung“ des Grenzgebietes auf Seiten der DDR und die fortschreitende Abschottung wahr sowie die Bautätigkeiten. Ohne jedoch zu wissen, was genau gebaut wurde. „Das Kloster Teistungenburg, das direkt an der Grenze lag, wurde gesprengt. Die Menschen, die dort lebten, wurden in neu gebaute Wohnblocks in Teistungen untergebracht. Wir wunderten uns, dass sogar das Wehr an der Hahle gesprengt wurde, die Mühle wurde konfisziert, die Fischteiche trockengelegt. Es wurden Bäume gefällt und wahnsinnig viel Erde bewegt, aber uns wurde nicht mitgeteilt, was hier vor sich ging“, erinnert sich Horst Dornieden, der damals 15 Jahre alt war. Die einzigen Informationen habe es über das Westfernsehen gegeben, das alle, die es empfangen konnten, heimlich sehen mussten. „So erfuhren wir, dass hier ein Grenzübergang entstehen sollte“, erklärt er. „Irgendwann kommen die Westautos!“, erzählte man sich hinter vorgehaltener Hand im Sperrgebiet. Doch jeglicher Kontakt zu den Einreisenden aus der Bundesrepublik wurde untersagt. „Falls uns jemand nach dem Weg fragte, durften wir nicht antworten. Da kamen wir uns als Jugendliche schon sehr seltsam vor, wenn uns das Sprechen vom Staat verboten wurde“, schildert Horst Dornieden seine Eindrücke nach der Inbetriebnahme des Grenzübergangs.

Vor 50 Jahren begann der "kleine Grenzverkehr" (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld) Vor 50 Jahren begann der "kleine Grenzverkehr" (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld)


„Mit den Autos kommt die Ideologie.“, heißt es in einem Stasi-Dokument. Die meisten westlichen Waren und Medien waren in der DDR verboten. Dennoch versuchten viele Westdeutsche, ihren ostdeutschen Verwandten allerhand Produkte mitzubringen, die in der DDR begehrt waren: von Bohnenkaffee und Schokolade über Zeitschriften und Textilien bis zu Schlachtereibedarf wurde alles geschmuggelt. Sowohl Wolfgang Nolte als auch Horst Dornieden erinnern sich an die Schweinedärme, die zur Eichsfelder Hausschlachtung benötigt wurden, und die sich die Verwandten vor der Einreise in die DDR um den eigenen Leib wickelten, damit sie nicht von den Grenzsoldaten konfisziert würden.

Als der Grenzübergang am 21. Juni 1973 eröffnet wurde, war Wolfgang Nolte als 26-Jähriger bereits in der Duderstädter Stadtverwaltung tätig. Insgesamt wurden an der innerdeutschen Grenze zu dem Zeitpunkt vier Übergänge für den „Kleinen Grenzverkehr“ geöffnet. „Trotz der Freude über diese Möglichkeit der Begegnungen zwischen Ost und West gab es in meiner Familie auch Vorbehalte“, erzählt Wolfgang Nolte. „Wir bekamen etwas, aber welchen Preis würden wir dafür zahlen? Würde der Bau des Grenzübergangs die brutale Abschottung an der Grenze und die Teilung Deutschlands zementieren? Der Grundlagenvertrag von 1972 bedeutete zugleich die Anerkennung der DDR als eigener Staat, darüber diskutierten wir in der Familie. Der Glaube an die Einheit war bei uns immer lebendig, das lag auch an der religiösen Verbindung und den Wallfahrten“, erklärt der Duderstädter.

Trotz aller Vorbehalte sei aber die Möglichkeit, den Onkel im thüringischen Teil des Eichsfelds besuchen zu können, gern wahrgenommen worden. So reiste Wolfgang Nolte ein paar Wochen nach der Eröffnung des Grenzübergangs zur thüringischen Verwandtschaft und nutzte in den folgenden Jahren vielfach die Möglichkeit zu Tagesreisen, um an Familienfeiern, Gottesdiensten etc. teilzunehmen. Dafür nahm seine Familie einige Schikanen bei der Einreise in Kauf. Von langwierigen Kontrollen über entwürdigende Leibesvisiten bis zu relativ unproblematischen Abwicklungen gehörte in den Jahren bis zur Grenzöffnung alles dazu.

Bei Horst Dornieden dauerte es bis 1988, dass sein Antrag auf einen Besuch zur Silberhochzeit bei Verwandten in der Bundesrepublik genehmigt wurde. Auf dem Rückweg fuhr er über den Grenzübergang Duderstadt/Worbis zurück nach Teistungen.

Zu den Reiseregelungen

Während der Besuch für Westdeutsche in der DDR bis 1972 schwierig und kaum geregelt war, war es für Ostdeutsche, mit Ausnahme von Rentnern, fast unmöglich in die Bundesrepublik zu reisen. Im Zuge der Entspannungspolitik der sozialliberalen Regierung von Bundeskanzler Willy Brandt kam es zu den ersten deutsch-deutschen Verträgen. Mit dem Grundlagenvertrag wurden Reiseerleichterungen für beide Seiten festgelegt.

Nach dem Berliner Mauerbau 1961 war es DDR-Bürgern vorübergehend verboten in die Bundesrepublik zu reisen. Ab November 1964 durften Rentner ausreisen, um Verwandte in der Bundesrepublik oder in West-Berlin zu besuchen. Ab 1972/73 durften auch Personen unterhalb des Rentenalters „in dringenden Familienangelegenheiten“ zu Verwandten ersten Grades in die Bundesrepublik reisen. Ab 1982 konnten auch Reisegenehmigungen für Einladungen zu Konfirmationen/Erstkommunionen und runden Geburtstagen ab 60 Jahren sowie allen Geburtstagen ab 75. Lebensjahr erteilt werden. Allerdings blieben Ehepartner, Kinder usw. meist zurück in der DDR, um eine „Nichtrückkehr“ zu verhindern.

Die Beantragung war sehr aufwendig für die DDR-Bürger. Sie mussten sich sechs Wochen vor dem Reisetermin bei der Volkspolizei melden und einen Antrag sowie einen weiteren „Antrag zum Erhalt eines Reisepasses“ stellen. Zu einer genauen Befragung kam eine Beurteilung bzw. Zustimmung der Kaderleitung des Betriebes, in dem man angestellt war. In der Regel gab es zusätzlich Überprüfungen durch Volkspolizei und/oder das Ministerium für Staatssicherheit. Die Genehmigung wurde in der Regel erst kurz vor Reise bekannt gegeben und am Vortag der Reise erhielten die DDR-Bürger den Reisepass, die Zählkarte und die Zoll- und Devisenerklärung. Außerdem mussten 60 DDR-Mark bezahlt werden. Von der DDR-Staatsbank erhielt man 15 DM als Reisezahlungsmittel.

Grenzverkehr in Farbe (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld) Grenzverkehr in Farbe (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld)


Westdeutsche durften bis 1972 nur einmal im Jahr Verwandte ersten oder zweiten Grades in der DDR besuchen und die Einreise mit dem Auto war nur in Ausnahmefällen erlaubt. Ab 1972/1973 durfte man häufiger einreisen und es waren nun nicht mehr nur Verwandtschaftsbesuche, sondern auch touristische Reisen in die DDR möglich. Der „Kleine Grenzverkehr“ erlaubte Menschen in 56 grenznahen Stadt- und Landkreisen der Bundesrepublik (bis ca. 120 km von der innerdeutschen Grenze entfernt gelegen) einen Tagesbesuch in 54 grenznahen Städten und Kreisen in der DDR, ab 1984 sogar zwei Tage. Ausgenommen blieben die Orte im Grenzsperrgebiet wie Teistungen. Möglich war auch ein „Mehrfachberechtigungsschein“ mit dem innerhalb von drei Monaten neun Mal in die grenznahen Kreise eingereist werden durfte, im Jahr aber nur maximal 30 Tage, um Verwandte zu besuchen oder aus touristischen Gründen.

Bundesbürger mussten dafür mindestens vier Wochen vor dem Reisetermin bei den DDR-Behörden einen Berechtigungsschein für ein Visum beantragen oder beantragen lassen. Das Einreisevisum kostete 15,- DM, bei einer Tagesreise 5,- DM. Hinzu kam der „Mindestumtausch“ (offizieller Begriff der DDR) bzw. „Zwangsumtausch“ (Begriff den die westdeutschen Reisenden beschreibend verwendeten). Seit 1980 lag der Betrag bei 25 DM, die pro Tag pro Person 1:1 in DDR-Mark umgetauscht werden mussten.

„Damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, und um auch Rückschlüsse auf die Gegenwart ziehen zu können, ist es wichtig, die Ereignisse der Vergangenheit für die nachfolgenden Generationen zu dokumentieren“, sagt Wolfgang Nolte, der sich mit Horst Dornieden direkt nach der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung für die Gründung des Grenzlandmuseums am authentischen Geschichtsort stark gemacht hatte. Mit einer Veranstaltungsreihe erinnert das Museumsteam an den „Kleinen Grenzverkehr“. Ein Zeitzeugenforum wird es am Sonntag, dem 25. Juni um 15:00 Uhr geben. Horst Dornieden und Wolfgang Nolte rufen Zeitzeugen auf, von ihren Erfahrungen zu berichten. „Es gibt noch viele Lücken in der Aufarbeitung der Geschichte. Wir freuen uns, wenn die Menschen uns von ihren Initiativen erzählen, die dazu beigetragen haben, die Kontakte trotz Trennung durch die innerdeutsche Grenze zu erhalten,“ sagt Horst Dornieden. Zeitzeugen können sich vorab im Museum meldem (info@grenzlandmuseum.de oder 036071 / 97112).


Veranstaltungsreihe 50 Jahre Kleiner Grenzverkehr
21.06. - „Zur Entspannungspolitik der 1970er Jahre“
  • 19:00 Uhr Vortrag mit Prof. Dr. Daniela Münkel, Berlin

25.06. - „Tag der offenen Tür“ im Grenzlandmuseum
  • 10-18 Uhr Open-Air-Ausstellung „50 Jahre Kleiner Grenzverkehr“, stündlich Sonderführungen zur Geschichte des Grenzübergangs, Zeitzeugenforum um 15:00 Uhr
  • Freier Eintritt im Museum

06.07. - „Urlaub Macht Geschichte – Reisen und Tourismus in der DDR“
  • 19:00 Uhr Vortrag mit Prof. Dr. Hasso Spode, Berlin



Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
bleibtmalfeinineurer
17.06.2023, 12:48 Uhr
War schon verrückt...
...was sich in der DDR von staatlicher Seite so alles überlegt wurde um die eigenen Leute einzusperren...

War echt toll, damals.

Es ist wichtig, dass all das nicht vergessen wird. Die eigene Erinnerung neigt gerne zur Schönfärberei... negative Sachverhalte verblassen mit der Zeit. Wir alle haben schöne Erinnerungen an die DDR... das Ferienlager, der Ostseeurlaub, die Fassbrause usw. Der Rahmen in dem sich das alles aber abgespielt hat, war jedoch unerträglich.

Ich hatte als Kind eine Postkarte aus Gran Canaria an meiner Wand über dem Bett (keine Ahnung woher ich die hatte) Darauf waren Palmen und ein feiner Sandstrand... Bereits damals (ich war 8 oder 9 ?) habe ich bedauert, dass ich dieses wohl niemals zu sehen bekomme. Zum Glück ist es anders gekommen.
grobschmied56
17.06.2023, 22:38 Uhr
Ich habe sehr UNSCHÖNE Erinnerungen ...
... an die DDR. Zum Beispiel eine verzweifelte und weinende Mutter, die ihre im Sterben liegende Mutter NICHT besuchen durfte.
Die Mutter hatte sehr enge Bindung an ihre Mutti in Baden-Württemberg.
Obwohl sie nur noch ein Jahr bis zur Rente hatte, hat man ihr nicht gestattet, die totkranke Frau in Balingen zu besuchen und ihr einen letzten Trost und Abschied zu schenken.
Erst als die Großmutter tatsächlich verstorben war, wurde meiner Mutti 'gnädig genehmigt', zur Beisetzung ihrer Mutter in 'den Westen' zu fahren.
Diese Kaltherzigkeit und Grausamkeit habe ich den Kommunisten niemals verziehen!
Sie sind Unmenschen! Sie gehen über Leichen! Es ist ihnen völlig egal, was die von ihnen beherrschten Menschen erleiden müssen, wenn sie nur ihre bescheuerte Ideologie durchsetzen können.
Deshalb kann ich nur allen jungen Leuten sagen:
Wenn man Euch mit Sprüchen kommt, in denen 'Gleichheit', 'Gerechtigkeit', 'Klassenfeind' und ähnlicher Müll gehäuft vorkommt, laßt die Sprüchemacher abblitzen!
Die wollen keine bessere, gerechtere Gesellschaftsordnung.
Die wollen nur eine neue Diktatur!
Ganz egal, ob sie nun Hitler, Stalin, Mao oder Pol Pot heißen, sie produzieren unendliches menschliches Leid.
Stets fängt es damit an, darüber nachzudenken, das 'eine Prozent der Reichen zu erschießen'.
Regelmäßig endet es mit Lagern, umgeben von Stacheldraht, Selbstschußanlagen, Minenfeldern und Wachtürmen mit MG-Posten.
Bisweilen werden auch ganze Staaten so ausgestattet.
Staaten wie die DDR.
Jäger53
18.06.2023, 08:24 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verzichten Sie auf offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen.
diskobolos
18.06.2023, 11:08 Uhr
@ Axel und Grobschmied
"Die eigene Erinnerung neigt gerne zur Schönfärberei... negative Sachverhalte verblassen mit der Zeit."
Mag sein, trotzdem ist die Frage berchtigt, ob die Leute heute zufriedener oder glücklicher sind.

Was Stacheldraht, Wachtürme usw. betrifft, Grobschmied, kommt mir der Gedanke, dass viele heute fordern, die Staatsgrenze wieder dicht zu machen.
Viel anders als damals würde es heute aber auch nicht gehen. Für denjenigen, der aus dem Land A ins Land B gehen will, macht es übrigens keinen großen Unterschied, ob A oder B das verhindert.
Nebenbei in der vergangenen Woche sind beim Versuch dazu vielleicht mehr Menschen zu Tode gekommen (ertrunken) als in 40 Jahren DDR.
Das soll nichts von damals relativieren, sagt aber einiges über unsere Gegenwart. Letzte Bemerkung: Ich habe auch keine Lösung für das Migrationsproblem, bin mir aber der Schwierigkeiten bewusst.
RWE
18.06.2023, 15:58 Uhr
diskobolos
der Unterschied ist, daß die DDR und andere sozialistische Paradiese die Grenzen für die eigenen Bürger dicht gemacht, aus Angst daß man nicht weiß wie gut man es hatte.
Wenn heute die USA ihre Südgrenze schützen müssen oder die EU ihre Außengrenzen, dann nur deswegen, um die Kontrolle über eben jene Genzen zu haben. Kein US-Amerikaner oder kein EU-Bürger wird daran gehindert in eine Land seiner Wahl zu reisen. Das zu vergleichen ist polemisch und faktisch einfach falsch.
Übrigens, die DDR hat EIGENE Bürger umgebracht hat, während sich die illegalen Einwanderer fahrlässigerweise in die Hände krimineller Menscheschleuser begeben haben, wohlwissend wie gefährlich die Überfahrt sein kann und sie nicht legal handeln. die bedauernswerten Opfen wurden nicht von Grenzschützern ermordet, sondern sie sind bewußt ein Risiko eingegangen und den Opfer der Naturgewalten und der Gier der Schleuser geworden.
diskobolos
18.06.2023, 21:20 Uhr
Das kann man auch anders sehen, RWE
Ihre Argumentation wird bettelarme Leute aus Honduras oder Mexiko nicht wirklich überzeugen. Ihre Freiheit gilt also nur für Priveligierte. Wenn ich es richtig sehe, sind 95Prozent der US-Amerikaner Abkömmlinge von Immigranten, also von Menschen, vor denen sie sich jetzt schützen wollen.

Heute spricht man von kriminellen Schleusern. Vor 40 Jahren wurden sie noch als Fluchthelfer gefeiert oder habe ich das falsch in Erinnerung?
RWE
18.06.2023, 21:52 Uhr
Leere, linke Polemik lieber diskobolos
wollen sie es nicht verstehen??? Die von ihnen beschriebenen bettelarmen Leute aus Honduras und Mexico dürfen ihr Land verlassen. Im Gegensatz zum eingesperrten DDR-Bürger.
Die US-Amerikaner hingegen schützen ihre Grenze, sperren aber niemanden im eigenen Land ein. Übrigens kann jeder Mensch ein Touristenvisum für die USA beantragen.
Gehen sie doch mit gutem Beispiel voran und lassen jeden Obdachlosen oder am besten jeden Menschen, der weniger hat als sie, in ihre Wohnung oder ihr Haus. Und natürlich brauchen diese Leute nicht um ihre Erlaubnis fragen, sondern dürfen durch das Fenster hereinklettern.
Was die kriminellen Menschenschleuser betrifft...Die Fluchthelfer, die den Menschen in Freiheit halfen, handelten nach DDR Recht sicher illegal, aber sie wußten worauf sie sich einließen.
Um bei dem Vergleich mit den Wohnungen zu bleiben. Die Fluchthelfer damals halfen Menschen, die von ihrem Vermieter eigesperrt wurden, dabei das Haus zu verlassen. Die heutigen Schleuser unterstützen aktiv einen Einbruch. Man muß schon tief in seiner Bubble versunken oder etwas bösartig sein, um diese 2 konträren Dinge zu vergleichen.
bleibtmalfeinineurer
18.06.2023, 21:59 Uhr
discobolus...
...mit Ihrem letzten Satz kommt (bei mir) die Erkenntnis.

Im Grunde haben Sie Recht. Es kommt einmal mehr auf den Standpunkt an. Für den Flüchtenden ist der Schleuser ein Fluchthelfer.... für den, der den Flüchtenden nicht haben will ist der Fluchthelfer ein Schleuser. Es ist also ein mal mehr eine Moralisiererei. Jedenfalls wäre das die eine Sicht auf diese Dinge. Hier die andere:

Allerdings ist es in meinen Augen absolut nicht Rechtens, wenn ein Machthaber (egal welcher und vollkommen egal unter welchem Vorwand) sein Volk drangsaliert und einsperrt. Darum ging es letztendlich im Artikel. Die Flüchtenden, die zu uns (oder viel mehr nach Europa) kommen, fliehen aus den unterschiedlichsten Gründen vor Willkür, Gewalt und auch vor Armut und Hunger auf der Suche nach Freiheit oder dem Drang nach purem Überleben. In ihrer Verzweiflung verschulden sie sich (oftmals) um Schleuser bezahlen zu können, die daraus ein Geschäftsmodell entwickelt haben. Das macht die Schleuser zu Personen, die sich an der Not Anderer bereichern, was sie im Wesentlichen (es wird Ausnahmen gegeben haben) von den Fluchthelfern vor 40 Jahren unterscheidet.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)