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Di, 19:48 Uhr
04.04.2023
Buchmann nimmt Stellung zum Verfahren

Nicht Totschlag, Korruption, Mord oder Vergewaltigung

Nachdem er am Freitag vorläufig seines Amtes enthoben wurde, hat Oberbürgermeister Kai Buchmann nun im Netz Stellung zu den Geschehnissen bezogen. Aufgelistet werden dabei auch die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen...

Oberbürgermeister Kai Buchmann hat heute zu den gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen Stellung bezogen (Foto: nnz-Archiv) Oberbürgermeister Kai Buchmann hat heute zu den gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen Stellung bezogen (Foto: nnz-Archiv)


Buchmann schreibt auf seiner Facebook-Seite: "Am 31. März 2023 hat mich das Landratsamt Nordhausen vorläufig des Dienstes als Oberbürgermeister der Stadt Nordhausen enthoben, wofür ich vor fünfeinhalb Jahren von den Nordhäuserinnen und Nordhäusern demokratisch gewählt wurde."

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Das entsprechende Disziplinarverfahren laufe demnach seit Mai 2022, Auslöser sei Buchman zu Folge "ein zu spät versandter Brief", den das Rathaus im Rahmen der Diskussionen um die Erweiterung des Herkulesmarktes in Niedersachswerfen hätte abschicken müssen.

So es sich um den gleichen Brief handeln sollte, gab es dazu aus dem Stadtrat bereits im vergangenen Frühjahr, offenbar kurz vor Start des jetzigen Verfahrens, offene Kritik. Die "Verspätung" habe sich auf ein knappes Jahr belaufen, monierte damals etwa die SPD.

Das Verfahren sei zwischenzeitlich fünf mal erweitert worden, teilt der OB weiter mit, die letzten drei Schritte datierten auf Ende Februar diesen Jahres. Die letzte Erweiterung habe er am 24. Februar erhalten, zusammen mit der Anhörung zur vorläufigen Dienstenthebung. Darin wurde Buchmann laut eigener Aussage auch aufgefordert, "wegen der Schwere der Vergehen bis 2. März 2023, um 18.00 Uhr, Stellung [zu] nehmen". Die vorläufige Amtsenthebung folgte bekanntermaßen erst am vergangenen Freitag.

"Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen, was dieses „Strafmaß“ rechtfertigt.", schreibt Buchmann, das Verfahren sei gegen ihn seitens des Landrates Jendricke in die Wege geleitet worden. Gegen seine Person liefen "keine strafrechtlichen Ermittlungen wegen Korruption, Tätlichkeiten, Vergewaltigung, Totschlag oder Mord." Auch habe er sich "nicht bereichert oder gegenüber der Stadt Nordhausen finanziellen Schaden verursacht." Ähnlich hatte sich Buchmann bereits in der letzten Stadtratssitzung geäußert.

"Mutmaßlich gesteuerte Schmutzkampagne"
Im weiteren erhebt Buchmann Vorwürfe gegen Landrat Jendricke und Bürgermeisterin Rieger. Als demokratisch gewählter Oberbürgermeister sei er "im Rahmen einer mutmaßlich gesteuerten Schmutzkampagne" seiner Dienstpflichten enthoben worden.

Die Vorwürfe

Buchmann listet auch die 14 gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe auf, angefangen mit dem "zu spät versandtem Brief":

  • 1. Herkulesmarkt - Verspätete Mitteilung an Rechtsaufsicht und Missbilligung durch den Stadtrat
  • 2. Führung eines Wortprotokolls
  • 3. Herkulesmarkt - Nichtumsetzung der Entscheidung der Kommunalaufsicht
  • 4. Herkulesmarkt - keine Information des Stadtrates
  • 5. Herkulesmarkt - Äußerung des OB trotz Befangenheit
  • 6. Verhalten gegenüber Stadtratsmitglied
  • 7. Datenpannenmeldung - Befassung mit Vorgang trotz Befangenheit
  • 8. Datenpannenmeldung - Unvollständigkeit der Akten
  • 9. Umgang mit Einzelverfügung "Verfügung Pressearbeit" vom 30.02.2013 [sic]
  • 10. Vorwurf der unzulässigen bzw. unzulänglichen Pressearbeit im Urlaub/bei krankheitsbedingter Abwesenheit des OB
  • 11. Verhalten des OB bei Urlaub der Bürgermeisterin
  • 12. Umgang bzgl. Geschäftsgangs des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt
  • 13. erschwerte/unzureichende Akteneinsicht und Aktenführung
  • 14. Mobbing/Verletzung der Fürsorgepflicht.


Öffentlich bekannt waren bisher lediglich die Vorwürfe rund um die Causa Herkulesmarkt, deren Verlauf und ihre Folgen.

Weitere Vorwürfe scheinen sich auf den Umgang des OB mit dem Stadtrat und der Bürgermeisterin zu beziehen. Dass die Verhältnisse hier angespannt sind ist kaum ein Geheimniss, Details und konkrete Vorwürfe gegen das Gebaren des OB wurden bisher aber nur anekdotisch und hinter vorgehaltener Hand zur Sprache gebracht.

Buchmann selber geht in seiner Stellungnahme näher auf einige Punkte ein. Er sei unter anderem wegen "der Umsetzung geltenden Rechts" seines Amtes enthoben worden, worunter "Dienstanweisungen zur Pressearbeit und zu Dienstreisen" fielen, die von der Bürgermeisterin seit ihrem Amtsantritt in Frage gestellt würden. Im werde außerdem vorgeworfen, zu viele E-Mails an die Bürgermeisterin versandt zu haben.

Für den Moment nicht einzuordnen sind scheinbar Rathaus-interne Vorwürfe wie die Punkte "Datenpanne", "Mobbing" und "Akteneinsicht und -führung".

Für Buchmann gibt es "keinerlei stichhaltige Anhaltspunkte, keine Gerichtsurteile o.ä. gegen meine Person", welche die Anwendung der Disziplinarmaßnahme rechtfertigen würden. "Entlastende Zusammenhänge" hätte das Landratsamt bisher nicht gewürdigt. Er selber fühle sich vorverurteilt und sieht einen Zusammenhang mit der OB Wahl im September. Ob das Verahren und die Amtsenthebung rechtens seien, müsse nun vor Gericht geklärt werden.

Morgen geht es weiter
Soweit die erste Stellungnahme des OB. Anzumerken ist, dass das Verfahren von der Kommunalaufsicht als übergeordnete Behörde durchgeführt wird. Die hat zwar im Landratsamt ihren Sitz und ist mit Angestellten des Landratsamtes besetzt, die Führung der Kommunalaufsicht obliegt aber einem Landesbeamten des Freistaates.

Da die von der Kommunalaufsicht vorgebrachten Punkte nun auf dem Tisch liegen, ist zu hoffen das sich die Fraktionen des Stadtrates morgen ausführlicher zu den Vorgängen im Nordhäuser Rathaus äußern können.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Pusteblume1
04.04.2023, 20:48 Uhr
Bitte an die Redaktion...
Siehe Punkt 9 der Vorwürfe. Hier wird als Datum der 30.02.2013 angegeben.
Schaltjahre sind meist mit geraden Jahreszahlen am Ende und auch da hat der Februar maximal 29 Tage...
Danke.
____________________________________________________________________________
Anm. d. Red.: So hat es der OB auf den sozialen Medien niedergeschrieben. Wir haben den Fehler gekennzeichnet
DerMeier
04.04.2023, 21:50 Uhr
Diese Vorwürfe rechtfertigen die Situation?
Ein "zu spät versandter Brief" und die weiteren genannten Vorwürfe rechtfertigen eine hollywoodreife Entlassung des Oberbürgermeisters? Rechfertigen die Entlassung von Mitarbeiterin ohne Begründung und gegen das Gesetz? Rechtfertigen neue/alte Stasi Methoden gegen die Mitarbeiter im Rathaus?

Man darf sehr gespannt sein auf die Reaktionen der Fraktionen. Besonders der SPD Politikern, die maßgeblich für diese Situation verantwortlich sein dürften.
Echter-Nordhaeuser
04.04.2023, 22:25 Uhr
Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen
Reines Intrigen Spiel von Jendricke und Rieger hier will man sich wieder Posten unberechtigt aneignen. Eine Hand wäscht die andere eklig solch Schlammschlacht. Neue Besen kehren gut.
Wie Bitte
04.04.2023, 23:17 Uhr
Ich bin jetzt kein Jurist, aber -
- für mich klingt jetzt keiner der Punkte nach einem Grund, jemanden mittels drei Polizeibeamten und vorheriger Information der Presse (bzw der nnz) "stellt euch mal um dann und dann dort und dorthin, dann kriegt ihr was vor die Linse!" abzuführen.

Anmerkung techn. Support:
Es waren keine Polizeibeamten.
DDR-Facharbeiter
04.04.2023, 23:55 Uhr
Ordnungshalber: 9 von 14 Vorwürfen betreffen Stadtrat, 2 Feindseligkeiten gg. Bürgermeisterin.
Der Ordnung halber: 9 von 14 Vorwürfen betreffen Stadtrat, 2 Feindseligkeiten gegen Bürgermeisterin Alexandra Rieger. Weder Landrat Jendricke noch der SPD-Fraktion kann man vorwerfen, weit vor dem Wahlkampf-Beginn , bereits im Mai 2022, eine "Schmutz-Kampagne gegen Herrn Oberbürgermeister Kai Buchmann gestartet zu haben." Vielmehr befassen sich mindestens 9 von 14 von Herrn Buchmann in Facebook, NordhausenWiki und nnz-online veröffentlichten Vorwürfen gegen den Oberbürgermeister Kai Buchmann eindeutig mit Vorwürfen von Versäumnissen Herrn Buchmanns gegenüber dem Dienstherren, dem Vertreter der Nordhäuser Bürger, dem Nordhäuser Stadtrat. Zwei Vorwürfe befassen sich mit seinem Verhalten gegenüber der Bürgermeisterin Alexandra Rieger. Die Rechtsaufsicht ist nicht Landrat Jendricke unterstellt, sondern ist unabhängig vom Landratsamt in dessen Räumen untergebracht. In den von Herrn Buchmann vorgetragenen Vorwürfen habe ich weder einen Vorwurf des Landrates Jendricke noch eine Aktion der SPD-Fraktion entdeckt..
Schnapsglas
05.04.2023, 06:47 Uhr
"Er sagte..." "Sie sagte ...", nerv, nerv.... MHL läuft
Blickt keiner durch, jeder wird seine Sichtweise als die richtige sehen. An beiden wird was dransein.
Im September stehen jedenfalls Kandidaten zur Auswahl die nichts damit zu tun haben, denen es um die Stadt geht und nicht ums Ego. Das ist gut so weil damit ein Befreiungsschlag für Nordhausen gelingen kann.
Auf jeden Fall lohnt sich immer ein Blick nach Mühlhausen. Dort bin ich fast täglich. Dort läuft der Laden, man siehts der Stadt an und man hört es von den Leuten auf der Straße. Vom Nachbarn lernen, ist nicht die schlechteste Variante.
Kritiker86
05.04.2023, 07:00 Uhr
Na
Endlich ist er weg. Das ist ja die Hauptsache. So unerträglich was die letzten Jahre passiert ist. Und das war die große Hoffnung für Nordhausen. Ich fühle mich auch schuldig den gewählt zu haben.
Bodo Bagger
05.04.2023, 07:19 Uhr
vom Stadtrat, als demokratischen Kontrollgremium,
der bei Bedarf auch ein Abwahlverfahren gegen eine Frau Rieger initieren könnte, darf man hier nichts erwarten.

Und das bezieht sich nicht ausschliesslich auf die SPD Genossen im Stadtrat, die zusammen mit dem Obergenossen im Landkreis M. Jendrike der Auslöser dieses Putsches von Oben sein dürften.

Tatsächlich gibt es im Stadtrat nur zwei Fraktionen, die Fraktion (wirtschaftlich) unabhängig von Landrat und die Fraktion, beim Landkreis oder einer der zum Landkreis gehörenden Firmen etc. angestellt und damit wirtschaftlich abhängig vom Landrat.
Bodo Bagger
05.04.2023, 07:30 Uhr
kleiner Nachtrag zu den "Feindseligkeiten gegen Rieger"
aus dem Stadtrat war zu vernehmen, dass sich Frau Rieger wohl besonders über nicht genehmigte Dienstreisen durch den OB echauffierte. Dass Buchmann hier lediglich eine Verordnung seines Vorgängers durchsetze, bleibt hier natürlich unerwähnt.

Aber da kann man sich schon mal gemobbt fühlen. Verständlich.

By the way, noch immer ungeklärt bleibt, wer eigentlich die Freistellung von Frau H. und Herrn F. unterschrieben hat. Der Personalrat der Stadt Nordhausen war zumindest nicht involviert wie man einem entsprechenden Schreiben gestern entnehmen konnte. Dieser zeigte sich schockiert vom Vorgehen von Rieger und sagte den von ihm vertretenen Angestellten der Stadt volle Unterstützung zu.

Diese Freistellungen von Tarifangestellten MUSS Frau Rieger dann ja selber persönlich vergangene Woche initiiert haben. Fragt sich nur ob hier nicht ein Interessenkonflikt vorliegt, wenn Frau Rieger als von den Tatvorwürfen gegen Herrn Buchmann Betroffene, dann gleichzeitig noch Richter spielt und ihr selber ungenehme Personen suspendiert.

Anmerkung techn. Support:
Das ist sehr spekulativ. Wir wissen es nicht.
K-R NDH
05.04.2023, 07:57 Uhr
Gratulation!!!
Gratulation an Herrn A. Trump zum neuen OB (ab Herbst)! Was man jetzt so alles liest, ist bei der nächsten Wahl die Frau Rieger absolut nicht wählbar! Mit der Aktion haben sich die Genossen selbst ins Knie geschossen!
Myro
05.04.2023, 08:18 Uhr
Jeder
hat seine Anhänger, das ist doch klar. Aber ich finde, dass die Nordhäuser Wähler sich mit der Wahl von K. Buchmann ein Eigentor geschossen haben. Nordhausen kann froh sein, dass es im September endlich die Möglichkeit gibt, das wieder gut zu machen. Und zwar sein Kreuz NICHT mehr bei K. Buchmann zu setzen. Das ist ein Mann ohne Charisma, Ausstrahlung und ohne Führungspersönlichkeit. Er wirkt stets wie ein bockigs Kind und argumentieren kann er ad hoc gar nicht.
Frankledig
05.04.2023, 08:33 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
nur_mal_so
05.04.2023, 08:56 Uhr
Über das Für und Wider wird entschieden werden, und jeder hat seine eigene Meinung, die Wiederwahl -
- ist ohnehin in jedem Fall gelaufen.

Ich frage mich nur: das öffentliche Aus-Dem-Rathaus-Geleiten muss doch in jedem Fall von irgend jemanden initiiert und geplant, zumindest weitergeleitet worden sein, um Herrn Buchmanns Ansehen (verdient oder unverdient, ich lasse solch eine Wertung völlig außen vor) möglichst großen öffentlichen Schaden zuzufügen. Irgend jemand muss gesagt haben:
"Um diese Uhrzeit solltet ihr mit der Kamera am Rathaus sein, es gibt was zu sehen."
Und danach lamentieren, "Oh, was für ein Ansehensverlust für Nordhausen, der Bürgermeister aus dem Amt geleitet, oh diese Fotos, oh wie peinlich!"

Sowas nenne ich hinterf+++ig, Verzeihung.
geloescht.20230927
05.04.2023, 09:01 Uhr
Da gibt es.....
nichts zu beschönigen.
Typisch "Nordhisser System "!
Frei nach dem Slogan "Wer hat uns verraten?--die Sozialdemokraten!"
:-( :-(:-(
Frank55
05.04.2023, 09:19 Uhr
Jendricke + Rieger
Kam Frau Rieger nicht vom Landratsamt ?
Das erinnert mich an ganz alte Zeiten. (DDR)
Myro
05.04.2023, 09:29 Uhr
Sicher
scheint alles sehr medienwirksam platziert und hat einen Beigeschmack, gerade auch im Hinblick auf die Wahl. Da gebe ich meinem Vorkommentator Recht, aber hey, so ist Politik. Im Kleinem wie im Großen....oftmals ein schmutziges Geschäft .
Suse123
05.04.2023, 09:29 Uhr
In diesen Anschuldigungen
Sehd ich kein Grund für eine Suspendierung.
Unser OB macht nicht den schlechtesten Job, es haben andere OB's schlechtere Arbeit geleistet.
Frau Riegers verhalten wundert mich allerdings nicht. Es war nicht anders zu erwarten, dass sie in das selbe Horn wir Jendricke bläst. Und zeigt wieder einmal mehr das die falsche Person im Rathaus sitzt und mit dem Jendricke gemeinsame Sache macht. Anscheinend ist dem Landrat wieder jedes Mittel recht um die Person die ihm nicht hörig und nicht nach seiner Pfeife tanzt ist zu entfernen.
Tauben52
05.04.2023, 09:45 Uhr
Hollywood in NDH
Wenn man sich die 14 Anklagepunkte durchliest, so bekommt man doch erhebliche Zweifel an der Handlungsweise gegen gewählten OB. Diese Inszenierung ist einfach nur lächerlich und geschmacklos. Welcher OB wurde für die Millionenverluste beim Bau des Gewerbegebietes Goldene Aue und für das völlig überdimensionierte Bürgerhaus in der Vergangenheit aus dem Amt begleitet? Ich sehe in der Amtsführung unter Buchmann keine Millionenverluste für die Stadt. Hier soll durch Intrigen ein neuer OB in Stellung gebracht werden. Hoffentlich durchschauen die Wähler dieses Vorhaben.
Caesar
05.04.2023, 09:52 Uhr
Sehr viele Vorwürfe gegen einen selbstherrlichen OB
Das sind sehr viele und vor allem sehr unterschiedliche Vorwürfe gegen einen Menschen, der glaubt, über dem Gesetz zu stehen. Klar, er sucht sich nur die vergleichsweise geringfügigeren Vorwürfe heraus. Aber wer als Beamter Weisungen der Rechtsaufsicht ignoriert, nach Stasi-Methoden Wortprotokolle anfertigt, ein oder mehrere Stadträte bedroht und dann trotz Befangenheit in mehreren Fällen an den Vorgängen weiter mitwirkt, der hat seine Stellung und seine gesetzlichen Pflichten offenbar nicht verstanden. Er sagt beim MDR, er hätte in den letzten vier Jahren sich immer weiter verbessert und könne keine Fehler finden. Wenn man dann den Katalog von Dienstpflichtverletzungen seit Mai 2022 betrachtet, dann möchte ich nicht wissen, was es in der Zeit davor noch an Gesetzesverstößen gegeben hat. Hier haben wir es mit einem Menschen zu tun, der jede Bodenhaftung verloren hat und dem die Macht anscheinend sehr zu Kopf gestiegen ist. Jetzt bekommt er die Quittung und das ist gut so in einem Rechtsstaat, in dem Gesetze gelten, an die sich jeder halten muss.
Zwischenrufer
05.04.2023, 10:01 Uhr
Verantwortlichkeiten
Im Artikel heißt es:

"Anzumerken ist, dass das Verfahren von der Kommunalaufsicht als übergeordnete Behörde durchgeführt wird. Die hat zwar im Landratsamt ihren Sitz und ist mit Angestellten des Landratsamtes besetzt, die Führung der Kommunalaufsicht obliegt aber einem Landesbeamten des Freistaates."

Dazu:

§ 118 Abs. 1 Satz 1 ThürKO:
„Rechtsaufsichtsbehörde für die kreisangehörigen Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Zweckverbände ist das Landratsamt als untere staatliche Verwaltungsbehörde.“

§ 107 Abs. 1 Satz 1 ThürKO:
„Der Landrat leitet das Landratsamt und bestimmt die Geschäftsverteilung.

§ 111 Abs. 4 ThürKO:
"Das Land weist jedem Landratsamt zur Wahrnehmung der Aufgabe der Rechtsaufsicht über die kreisangehörigen Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Zweckverbände einen direkt dem Landrat unterstellten leitenden staatlichen Beamten mit der Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt zu; das übrige Personal und die erforderlichen Einrichtungen stellt der Landkreis. Die Zuweisung erfolgt im Benehmen mit dem Landrat. Der Landrat ist Vorgesetzter und Dienstvorgesetzter der Landesbediensteten. […]"

§ 3 Abs. 2 Satz 2 ThürBG:
„Vorgesetzter ist, wer Beamten für ihre dienstliche Tätigkeit Anordnungen erteilen kann.“
Wernernaumann
05.04.2023, 10:28 Uhr
Ich musst zwei mal lesen,
bevor ich die "Anklagepunkte" begriffen habe. Nun frage ich mich wirklich, was mich davon so betroffen gemacht haben sollte, vor allem wovon ich durch den OB geschädigt wurde. Hier werden, das ist meine Meinung, Machtspiele der Stadtväter geübt, um einen von den Nordhäuser Bürgern gewählter, parteiloser Oberbürgermeister ins Lächerliche zu ziehen und zu zeigen, dass einer, der keiner Partei angehört, auch nicht so ein wichtiges Amt begleiten darf. Die Startpositionen zur neuen Wahl werden abgesteckt. Die Parteien haben dieses eine mal an einem Strang gezogen, was ich mir bei anderen Entscheidungen wo es um wichtigere Dinge geht, auch wünschen würde.
Wyatt Earp
05.04.2023, 10:52 Uhr
Wenn das Schule macht,
was hier gerade geschieht, dann ist dem Postenschacher nicht nur eine Tür sondern ein ganzes Tor geöffnet. Die Stadt wird zur Beute derer, die schon den Landkreis untereinander aufgeteilt haben.

Die Vorwürfe an OB Buchmann rechtfertigen in keiner Weise ein solches Vorgehen. A. Riegers Maulkörbe und Einschüchterungsversuche sind genau die Punkte, die Verwaltungen lähmen und ein unerträgliches Klima erzeugen. Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich an anderer Stelle las, dass zur Denunziation von Mitarbeitern aufgerufen wurde, die Kontakt zu den drei suspendierten Personen aufnehmen. Wo bin ich denn hier?
hannes07
05.04.2023, 10:56 Uhr
Mobbing
Einige der Vorwürfe mögen banal klingen, aber "Mobbing/Verletzung der Fürsorgepflicht" ist es z.B. eben nicht. Zumal dem OB das nicht zum ersten Mal vorgeworfen wird.
Auch das ignorieren von Stadtratsbeschlüssen kann man doch auf Dauer nicht hinnehmen. Sonst kann man gleich auf den Stadtrat verzichten.
Graue Eminenz
05.04.2023, 11:07 Uhr
Mord bedeutet Gefängnis und Dienstverpflichtverletzung Amtsenthebung - so ist das
Wenn Herr Buchmann schreibt, ihm wird kein Mord oder Vergewaltigung vorgeworfen und dann selbst einen umfangreichen Katalog von Dienstvergehen vorlegt, dann hat der Mann wirklich gar nichts begriffen. Für Mord kommt man ins Gefängnis. Dem Mord im normalen Leben entspricht es im Beamtenverhältnis, sich nicht an Weisungen der übergeordneten Behörde zu halten. Darauf steht nicht Gefängnis, sondern im öffentlichen Dienst die Amtsenthebung. So einfach ist das. Und wenn man sich dann den Rest der Vorwürfe ansieht, dann sind da noch Sachen bei, die reichen sprichwörtlich für mehrmals lebenslänglich. Herr Buchmann sollte sich für seinen Prozess besser vorbereiten und vielleicht etwas mehr Demut und Selbstrefelxion an den Tag legen, will er sich eine kleine Chance auf Erfolg vor Gericht bewahren. Der Hallenser OB ist schon zwei Jahre suspendiert und das nur wegen des einzigen Vorwurfs "Impfdrängelei".
Suse123
05.04.2023, 12:02 Uhr
Spekulationen
Im Moment wird ihm das ja alles nur vorgeworfen. Ob diese Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen ist eine andere Frage.
Was am Ende dabei raus kommt und was der Wahrheit entspricht wird sich zeigen.
Das was Frau Rieger da abzieht mit ihren verboten nicht in Kontakt zu treten bzw. informiert zu werden wann jemand Kontakt auf nimmt geht schon etwas zu weit. Es ist doch jeden selbst überlassen mit wem man in seiner Freizeit spricht. Das kann auch eine Frau Rieger nicht verbieten.
Ist
05.04.2023, 12:11 Uhr
Was für ein billiges Theater!
… inhaltlich werden die Vorwürfe ja geprüft. Der OB macht von seinem Recht zur Äußerung Gebrauch. Sicher fehlen ihm einige grundlegende Kompetenzen die ein OB haben sollte. Er sollte doch den Stadtrat irgendwie erreichen mit seinem Tun. Wenn es auch bei diesem Stadtrat nicht ganz einfach ist. Frau Rieger erscheint mir wie ferngesteuert. Wenn das vorbei ist, wird es für die Bürger nicht besser werden. Die ständige Streiterei und das vergiftete Klima zwischen der Stadt und dem Landkreis und den in der Nordhäuser Kommunalpolitik aktiven Parteien hat eine lange Tradition. Man beschäftigt sich gern mit sich selbst und sucht immer einen schwarzen Peter. Was haben wir Bürger und die Stadt davon? Trotz verschiedener Positionen der Parteien sollte es ein gemeinsames Ziel für die Stadt und den Landkreis geben, das attraktiv für alle ist und für das auch Kompromisse gefunden werden. Vielleicht bringt das Herr Trump tatsächlich fertig?
Flitzpiepe
05.04.2023, 13:30 Uhr
Sollte man nicht
das aktuelle Geschehen zum Anlass nehmen und per Stadtratsbeschluss auf das Amt des Oberbürgermeisters verzichten?
Die Stadt hat inzwischen trotz der Eingemeindungen bereits unter 40000 Einwohnern.
Tendenz weiter fallend.
Das Stadt versinkt weiter in der Bedeutungslosigkeit, weil sie wirtschaftlich völlig abgehängt ist.
Selbst die A38 hat keinen Effekt gehabt. Man fährt nur schneller vorbei an uns.
Da könnten wir mit dem Wegfall des OB Amtes ein paar 100 T € sparen.
Angemerkt sei, dass z.B. in Nordrhein-Westfalen es nur in kreisfreien Städten Oberbürgermeister gibt. Das bedeutet, dass dort Städte mit mehr als 150000 Einwohnern nur einen Bürgermeister haben!
Aber wir haben es ja...
Leser X
05.04.2023, 14:30 Uhr
Alles Gute, Herr Buchmann!
Ich bin mir sicher, dass sich diese Kampagne in Luft auflöst. Halten Sie bis dahin durch!
Gertrude
05.04.2023, 14:55 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Fred Fischer
06.04.2023, 12:20 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
nordhaeuser927
07.04.2023, 09:12 Uhr
@DDR Facharbeiter
Schaut man einmal die gesetzlichen Grundlagen an, so ist die Kommunalaufsicht keineswegs unabhängig. Der Landrat ist nämlich Vorgesetzter und Dienstvorgesetzter des Landesbediensteten der die Kommunalaufsicht leitet. Und was der Landrat als Vorgesetzter darf steht im nächsten Paragraphen…
§ 111 Abs. 4 ThürKO:
"Das Land weist jedem Landratsamt zur Wahrnehmung der Aufgabe der Rechtsaufsicht über die kreisangehörigen Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Zweckverbände einen direkt dem Landrat unterstellten leitenden staatlichen Beamten mit der Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt zu; das übrige Personal und die erforderlichen Einrichtungen stellt der Landkreis. Die Zuweisung erfolgt im Benehmen mit dem Landrat. Der Landrat ist Vorgesetzter und Dienstvorgesetzter der Landesbediensteten. […]"

§ 3 Abs. 2 Satz 2 ThürBG:
„Vorgesetzter ist, wer Beamten für ihre dienstliche Tätigkeit Anordnungen erteilen kann.“

Zudem sind alle diese Sachverhalte von Herrn Jendricke persönlich angezeigt wurden, deshalb sind alle diese Anschuldigen und Behauptungen auch direkt von ihm gekommen.
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