So, 09:13 Uhr
02.12.2001
JS-Special: Erwartungen an die FHN
Nordhausen (nnz). Im Rahmen seiner Moderation beim Innovationsmarkt am Donnerstag im BIC in Nordhausen bemerkte Dr. Klaus Zeh, dass sich Unzufriedenheit gegenüber der Fachhochschule Nordhausen (FHN) zu regen beginne. Von der Einrichtung gehe bislang angeblich zu wenig Initiative in wirtschaftlicher Hinsicht aus.
Dr. Zeh beließ es bei diesem Bemerken. Es mag auch klug gewesen sein, zumal kein Anlass bestand, diese Bemerkung zu thematisieren. Zu fragen wäre aber angesichts derartiger Äußerungen von wem auch immer sie gemacht worden sein könnten was man eigentlich für Vorstellungen mit dieser Fachhochschule verbindet. Daran einige Gedanken zu knüpfen kann wohl nicht schaden.
Im Vorfeld der Gründung hieß es ja vielfach, eine Fachhochschule in Nordhausen würde eine enorme Aufwertung Nordthüringens mit sich bringen. Einfältige Gemüter mögen dabei Aufwertung mit Aufschwung gleichgesetzt haben. Daß die FHN diese Aufwertung der Region einleitete, ist unbestritten, ihre bisherige Aufbauleistung geradezu beispiellos. Dass es möglich war, gerade in der vergangenen Woche die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs zur Umgestaltung des Campus vorzustellen, gehört zu dieser Leistung, die nach der Umsetzung der Planungen die Stadt Nordhausen als FH-Standort weiter aufwerten wird. Unbestritten entsprechen auch die Studiengänge den wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen der Zeit, während die inzwischen von der FH geschaffenen Verbindungen zu ausländischen Studieneinrichtungen zukunftsweisend sind. Das wechselseitige (Studien-)Leben beweist es. Die FH erfreut sich sowohl bundesweit als auch darüber hinaus hoher Wertschätzung.
Die ihr regional noch weitgehend fehlt. Man hat hier diese Fachhochschule Nordhausen zwar begrüßt und zur Kenntnis genommen verbunden aber fühlt man sich mit ihr damit noch lange nicht. Dabei hat sie bislang so ziemlich alles getan, um Vertrauen und Akzeptanz zu bewirken. Erinnert sei z.B. an ihre Beteiligung an der Süd-Harz-Messe im Jahre 1999: Präsenz und dort gehaltenen Vorträge fanden weitgehend bei fehlender Zuhörerschaft statt. Beispiele ähnlicher Art bis zu den Vorträgen der FHN-Impulse-Reihe oder der mangelnden Beteiligung der Bürger bei Veranstaltungen auf dem Campus könnten beliebig fortgeführt werden.
Wer nun allerdings angenommen hatte, die FHN würde wirtschaftlichen Aufschwung oder gar Arbeitsplätze in Größenordnungen schaffen, verkennt den Auftrag und den Zweck dieser Bildungseinrichtung völlig. Es sollte sich erübrigen, darüber weitere Ausführungen zu machen. Demgegenüber aber scheint es geboten, nicht nur auf die Praktikumsplätze und deren Nutzen für jene Unternehmen hinzuweisen, die solche zur Verfügung stellen. Dass sie auch bei Projekten wirtschaftsnaher Forschung involviert ist, sollte bekannt sein. Mehr aber noch scheint es demgegenüber notwendig, Erwartungen zu dämpfen, die man mit ihren Kooperationen und Mitwirken bei den verschiedensten Projekten verbindet. Erinnert sei hier an das erste Projekt Inno Regio, an dem die FHN mitwirkte. Dass es scheiterte lag nicht an der FHN, sondern an einigen Mitgliedsunternehmen. Und wenn die FHN dem Tourismusverband bei dessen Bemühungen zur Seite steht, bedeutet das noch lange nicht, dass deshalb demnächst Touristen in die Region geströmt kommen. Bekanntlich ist die FHN jüngst erst wieder eine Kooperation auf Inspiration des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft eingegangen, die ein Insider nicht einmal vorbehaltlos begrüßen kann. Ihr jeweiliges Engagement kann dabei ja im wesentlichen nur darin bestehen, Anregungen zu geben oder auch beratend und koordinierend zu wirken. Es gibt inzwischen eine ganze Anzahl an Konzepten und Projekten, an denen sie in dieser Weise beteiligt ist. Sie kann aber nie Aufgaben der Wirtschaftsförderung oder gar der Akquise übernehmen.
Es schien an der Zeit, auf diese Umstände hinzuweisen und zu betonen, dass die FHN im Rahmen ihrer Möglichkeiten und sogar bis zu deren Grenzen bemüht ist, mitzuwirken am wirtschaftlichen Leben und Streben in der Region. Es scheint demgegenüber eher an der Zeit, dieser FHN aktiv zu zeigen, dass man sich zu ihr bekennt und ihr das Vertrauen entgegen bringt, das sie verdient. Damit nicht sie es schließlich ist, die in eine Phase der Enttäuschung über die Zurückhaltung der Menschen ihr gegenüber gerät. Leben und Fortentwicklung gedeiht nur in einer Wechselbeziehung. Die Fachhochschule bietet sie an.
Autor: nnzDr. Zeh beließ es bei diesem Bemerken. Es mag auch klug gewesen sein, zumal kein Anlass bestand, diese Bemerkung zu thematisieren. Zu fragen wäre aber angesichts derartiger Äußerungen von wem auch immer sie gemacht worden sein könnten was man eigentlich für Vorstellungen mit dieser Fachhochschule verbindet. Daran einige Gedanken zu knüpfen kann wohl nicht schaden.
Im Vorfeld der Gründung hieß es ja vielfach, eine Fachhochschule in Nordhausen würde eine enorme Aufwertung Nordthüringens mit sich bringen. Einfältige Gemüter mögen dabei Aufwertung mit Aufschwung gleichgesetzt haben. Daß die FHN diese Aufwertung der Region einleitete, ist unbestritten, ihre bisherige Aufbauleistung geradezu beispiellos. Dass es möglich war, gerade in der vergangenen Woche die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs zur Umgestaltung des Campus vorzustellen, gehört zu dieser Leistung, die nach der Umsetzung der Planungen die Stadt Nordhausen als FH-Standort weiter aufwerten wird. Unbestritten entsprechen auch die Studiengänge den wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen der Zeit, während die inzwischen von der FH geschaffenen Verbindungen zu ausländischen Studieneinrichtungen zukunftsweisend sind. Das wechselseitige (Studien-)Leben beweist es. Die FH erfreut sich sowohl bundesweit als auch darüber hinaus hoher Wertschätzung.
Die ihr regional noch weitgehend fehlt. Man hat hier diese Fachhochschule Nordhausen zwar begrüßt und zur Kenntnis genommen verbunden aber fühlt man sich mit ihr damit noch lange nicht. Dabei hat sie bislang so ziemlich alles getan, um Vertrauen und Akzeptanz zu bewirken. Erinnert sei z.B. an ihre Beteiligung an der Süd-Harz-Messe im Jahre 1999: Präsenz und dort gehaltenen Vorträge fanden weitgehend bei fehlender Zuhörerschaft statt. Beispiele ähnlicher Art bis zu den Vorträgen der FHN-Impulse-Reihe oder der mangelnden Beteiligung der Bürger bei Veranstaltungen auf dem Campus könnten beliebig fortgeführt werden.
Wer nun allerdings angenommen hatte, die FHN würde wirtschaftlichen Aufschwung oder gar Arbeitsplätze in Größenordnungen schaffen, verkennt den Auftrag und den Zweck dieser Bildungseinrichtung völlig. Es sollte sich erübrigen, darüber weitere Ausführungen zu machen. Demgegenüber aber scheint es geboten, nicht nur auf die Praktikumsplätze und deren Nutzen für jene Unternehmen hinzuweisen, die solche zur Verfügung stellen. Dass sie auch bei Projekten wirtschaftsnaher Forschung involviert ist, sollte bekannt sein. Mehr aber noch scheint es demgegenüber notwendig, Erwartungen zu dämpfen, die man mit ihren Kooperationen und Mitwirken bei den verschiedensten Projekten verbindet. Erinnert sei hier an das erste Projekt Inno Regio, an dem die FHN mitwirkte. Dass es scheiterte lag nicht an der FHN, sondern an einigen Mitgliedsunternehmen. Und wenn die FHN dem Tourismusverband bei dessen Bemühungen zur Seite steht, bedeutet das noch lange nicht, dass deshalb demnächst Touristen in die Region geströmt kommen. Bekanntlich ist die FHN jüngst erst wieder eine Kooperation auf Inspiration des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft eingegangen, die ein Insider nicht einmal vorbehaltlos begrüßen kann. Ihr jeweiliges Engagement kann dabei ja im wesentlichen nur darin bestehen, Anregungen zu geben oder auch beratend und koordinierend zu wirken. Es gibt inzwischen eine ganze Anzahl an Konzepten und Projekten, an denen sie in dieser Weise beteiligt ist. Sie kann aber nie Aufgaben der Wirtschaftsförderung oder gar der Akquise übernehmen.
Es schien an der Zeit, auf diese Umstände hinzuweisen und zu betonen, dass die FHN im Rahmen ihrer Möglichkeiten und sogar bis zu deren Grenzen bemüht ist, mitzuwirken am wirtschaftlichen Leben und Streben in der Region. Es scheint demgegenüber eher an der Zeit, dieser FHN aktiv zu zeigen, dass man sich zu ihr bekennt und ihr das Vertrauen entgegen bringt, das sie verdient. Damit nicht sie es schließlich ist, die in eine Phase der Enttäuschung über die Zurückhaltung der Menschen ihr gegenüber gerät. Leben und Fortentwicklung gedeiht nur in einer Wechselbeziehung. Die Fachhochschule bietet sie an.

