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Sa, 06:36 Uhr
04.03.2023
IHK-Umfrage Going International 2023

Protektionismus bremst Auslandsgeschäft

Die diesjährige Befragung „Going International” der IHK-Organisation zeigt, dass die international agierenden deutschen Unternehmen sich zunehmend weiter mit neuen und zusätzlichen Handelshemmnissen konfrontiert sehen...

Insgesamt 56 Prozent der Unternehmen – ein Höchststand seit Beginn der Erhebung – haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme von Hürden bei ihren internationalen Geschäften registriert. Insbesondere lokale Zertifizierungsanforderungen und verstärkte Sicherheitsanforderungen erhöhen die Kosten und den Zeitaufwand für die Abwicklung internationaler Geschäfte.

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An der Erhebung beteiligten sich über 2.400 Exportunternehmen, darunter auch 85 aus Thüringen. Die befragten Betriebe kommen aus den verschiedensten Branchen und sind in allen Weltregionen aktiv. Der zunehmende Protektionismus, der durch die ansteigenden Handelshemmnisse vergrößert wird, wirkt sich negativ auf die globalen Geschäfte der deutschen Unternehmen aus. 24 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Auslandsgeschäfte im laufenden Jahr, lediglich 15 Prozent erwarten eine Verbesserung.

Die Sanktionen der Europäischen Union (EU) und anderer Staaten gegen Russland und Belarus und die Gegensanktionen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine sorgen für gestiegene Herausforderungen. Auch die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich (UK) sind nach wie vor problematisch. Drei Jahre nach dem britischen Austritt aus der EU macht sich der Wegfall der Vorteile des gemeinsamen Binnenmarktes deutlich bemerkbar.

„Der EU-Binnenmarkt mit seinen Grundfreiheiten für Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital ist gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Belastungen und länderübergreifender Krisen wichtiger denn je“, so Mark Bremer, Teamleiter International bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Die Thüringer Unternehmen sehen daher vor allem in Europa aber auch in Nordamerika, insbesondere in den USA, die besten Geschäftsaussichten, während sie den Rest der Welt etwas pessimistischer einschätzen.

Für die international vernetzte Thüringer Wirtschaft sind funktionierende und verlässliche Lieferketten von großer Bedeutung. Daher planen knapp 42 Prozent der Befragten aktuell die Erschließung neuer Märkte. Für mehr als jedes zweite Unternehmen sind Handelsabkommen mit wichtigen Partnern, wie zum Beispiel das im Januar unterzeichnete CETA-Gesetz zum Handel der EU mit Kanada, hilfreich, um sich breiter aufzustellen. Zur Unterstützung bei der Neuausrichtung ihrer Lieferketten wünscht sich zudem ein Großteil der Betriebe weitere geeignete politische Maßnahmen zum Abbau von Handelshemmnissen. So wirkt nicht zuletzt das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) eher wie eine zusätzliche Hürde im internationalen Geschäft.

„Der Thüringer Außenhandel befindet sich trotz aller Erschwernisse auf dem Erholungskurs“, so Bremer abschließend. Immerhin seien die Exporte 2022 um rund 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Zurückzuführen ist das nicht zuletzt auch auf die merklichen Preisanstiege für Produkte und Rohstoffe.
Autor: red

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