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Mi, 18:35 Uhr
15.02.2023
Automobilclub von Deutschland (AvD) zu EU-Entscheidung

EU-Entscheidung widerspricht Technologieoffenheit

Wenig erfreut zeigt sich der Automobilclub von Deutschland von der gestern Gefällten Entscheidung des EU-Parlaments. Bereits heute gefährde das Verbrennerverbot ab 2035 Europas Zukunft, argumentiert der Verein...

Europa katapultiert sich aus dem internationalen Wettbewerb, heißt es in der Presseerklärung und weiter: "Nur Technologieoffenheit kann eine rasche Dekarbonisierung der Mobilität realisieren."

Kritik an der Entscheidung der EU-Parlamentarier übt der AvD (Foto: AvD) Kritik an der Entscheidung der EU-Parlamentarier übt der AvD (Foto: AvD)

Mit einer erneuten Mehrheitsentscheidung hat das EU-Parlaments am 14. Februar de facto ein Zulassungsverbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2035 beschlossen. Für den Antrag, dass ab 2035 nur noch Fahrzeuge zulassungsfähig sind, die kein Kohlendioxid (CO2) emittieren, stimmten 340 Abgeordnete, 279 votierten dagegen, 21 enthielten sich. Damit haben die EU-Parlamentarier einmal mehr alle Expertenmeinungen in den Wind geschlagen, die angesichts der zunehmend an Fahrt gewinnenden Entwicklungen alternativer Antriebsvarianten und der sich einstellenden zuversichtlich stimmenden Zwischenergebnisse vor einer voreiligen Festlegung auf elektrische Antriebe warnen. In einem Zwischenschritt sollen die CO2-Emissionen von neu zugelassenen Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen bis 2030 um die Hälfte gesenkt werden.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) kritisiert die gefällte Entscheidung scharf und sieht in ihr das Produkt einer naiven Welt- und Techniksicht, die weitreichend negativen Aspekte ihrer Beschlussfassung ausblendet. Indem sie die Emissionen am Fahrzeug als Maßstab definieren, nehmen die Politiker die bei der Stromerzeugung sowie bei der Produktion von E-Antrieben entstehenden CO2-Emissionen schlicht nicht zur Kenntnis. Man kann sich des Anscheins kaum erwehren, dass die Befürworter lieber im Sinne der eigenen Ideologie eine schlechte Entscheidung für die Bürger Europas, die freie Marktwirtschaft in Europa sowie den Klimaschutz getroffen haben, als sich mit den bislang ungelösten Fragen und Probleme der Elektromobilität zu beschäftigen.

Das ist umso befremdlicher, als Europa im vergangenen Herbst durch den Krieg in der Ukraine sehr unmittelbar erlebt hat, dass die Versorgung mit elektrischer Energie den Bedarf kaum decken kann. Diese prekäre Versorgungslage nun noch durch weitere Bedarfsträger zu verschärfen, grenzt an grobe Fahrlässigkeit.

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Wider besseren Wissens oder aus Unverstand nimmt das EU-Parlament den europäischen Unternehmen und ihren Forschungsabteilungen die Chance, durch die Entwicklung von Hochwirkungsgradmotoren und die Produktion von regenerativen CO2-neutralen Kraftstoffen wie E-Fuels und synthetischer XtL-Fuels (Fischer-Tropsch-Kraftstoffe) die global bereits im Einsatz befindlichen Verbrennungsmotoren zu klimaneutralen Antrieben der Zukunft zu machen.

Statt sich darauf zu beschränken, klimapolitische Ziele vorzugeben und deren Erfüllung dem Markt und der Kreativität innovativen Ingenieuren zu überlassen, legen die EU-Politiker nun willkürlich eigene Technologievorgaben fest und verankern gesetzlich die Elektrifizierung der Mobilität de facto als alleinige Antriebstechnologie der Zukunft. Damit koppelt sich Europa bereits heute von der für den Klimaschutz unverzichtbaren globalen Dekarbonisierung des Verkehrssektors ab und gibt zugleich seine weltweite Wettbewerbsfähigkeit bei der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte auf. Die Zukunft einer gesamten Schlüsselindustrie Europas wird nun in die Hände außereuropäischer Stakeholder gegeben.

Sicher ist: Im Sinne rascher Antworten auf die akuten Herausforderungen des Klimawandels sind Einschränkungen der ingeniösen Kreativität die schlechtesten aller denkbaren Maßnahmen. Um die drängenden Problemstellungen des Klimaschutzes zu beantworten und gleichzeitig auch in Zukunft individuelle Mobilität für alle Gesellschaftsschichten ermöglichen zu können, bedarf es echter Technologieoffenheit. Nur so können sämtliche Lösungsansätze ihre Potenziale aufzeigen und der bestmögliche Technologiemix ist identifizierbar. Das gilt für Elektroautos, für die Wasserstoff-Technologie, aber ebenso auch für den Verbrenner. Allerdings bietet ausschließlich der Verbrennungsmotor durch den Einsatz klimaneutraler, synthetischer Kraftstoffe die Chance, sehr zeitnah und zugleich bezahlbar eine Dekarbonisierung des Individualverkehrs zu erreichen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leiste, um die bestehenden Klimaziele doch noch zu erreichen. Im Gegensatz dazu wird die offensichtlich angestrebte „Electric-only“-Strategie die Abhängigkeit von totalitären Staaten wie Russland und China erheblich vergrößern. Bereits heute zeigen die Auswirkungen erster Lieferengpässe für die Batterierohstoffe, in welch starkem Abhängigkeitsverhältnis sich die Europäer bereits befinden.

AvD Generalsekretär Lutz Leif Linden: „Die Entscheidung der EU-Parlamentarier wird sich schon bald als Pyrrhussieg erweisen, denn dem Klimaschutz wird damit ein Bärendienst erwiesen. Denn allein mit Elektroautos und ohne synthetische Kraftstoffe werden die gesetzten Klimaziele weder bis 2030 noch bis 2045 erreichbar sein. Stattdessen gefährdet die EU geradezu fahrlässig den langfristigen sozialen Frieden innerhalb der europäischen Staaten. Individuelle Mobilität wird in den nächsten Jahren so teuer werden, dass sie nur noch für Wohlhabende und politische Mandatsträger erschwinglich ist. Spätestens wenn die staatlichen Förderprogramme enden, werden sich Familien, Mittelschicht und Pendler ein eigenes Auto kaum mehr leisten können. Mit ihrer Entscheidung haben die EU-Volksvertreter mittelfristig rund der Hälfte der Bevölkerung die Möglichkeit genommen an der Individualmobilität teilzuhaben und räumlich flexibel einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. So wird der Wohlstand in Deutschland sehenden Auges durch das EU-Parlament zerstört.“
Autor: red

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Kommentare
berni
15.02.2023, 19:01 Uhr
Schwachsinn
Wiedermal ein schwachsinniges Gesetz was das überflüssige EU Parlament auf den Weg gebracht hat. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Bis 2035 wird es vielleicht keine EU mehr geben.
grobschmied56
16.02.2023, 01:25 Uhr
Und sie sägten ...
... „Und sie sägten an den Ästen, auf denen sie saßen und schrien sich ihre Erfahrungen zu, wie man besser sägen könne. Und fuhren mit Krachen in die Tiefe. Und die ihnen zusahen beim Sägen schüttelten die Köpfe und sägten kräftig weiter.“
Bertolt Brecht


Natürlich hat Bert Brecht nichts geahnt vom geistigen Vermögen unserer EU - Politiker.
Aber er war ein ausgezeichneter Menschenkenner. Nichts an dem merkwürdigen und wirren Treiben der EU - Experten des Jahres 2023 würde ihn vermutlich besonders überraschen.
Auch nicht ihre völlige Ignoranz angesichts des inzwischen laut und vernehmbaren Hohngelächters aus FERNOST, wo man sich den absurden Entscheidungen der EU -Kommission und des EU - Parlamentes ganz bewußt nicht anschließt, sondern seine eigenen Wege geht...
Jäger53
16.02.2023, 08:04 Uhr
Eine Frage
Womit fahren eigentlich Panzer, ich nehme an Sie fahren jetzt schon Umweltfreundlich.
Paulinchen
16.02.2023, 08:33 Uhr
Das EU Parlament,...
.... hat sich mit dem Beschluss zur größten psychiatrischen Anstalt erklärt.

"Denn sie wissen nicht, was sie tun....." Heilung ausgeschlossen.
Kobold2
16.02.2023, 08:40 Uhr
Technologieoffenheit.. .
Geht es um die Technologien, die jahrelang in Schubfächern und Archiven verstaubten und denen man jetzt hinterher rennt, weil andere die Zeichen der Zeit schneller erkannt haben und die Regierung nicht schützend die Hand über die Firmen gehalten hat?
Vorsprung durch Innovationen ist allemal besser, als durch Betrug. Für ersteres stehen alle Technologien offen.
diskobolos
16.02.2023, 10:21 Uhr
B. B.
Brecht hat es manchmal auf den Punkt gebracht. Mir kommt das Bild mit dem Sägen am Ast, auf dem man sitzt, in den Sinn, wenn ich an die Menschheit denke, die Ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Beispiele erspare ich mir.

Ein paar alte Leute hoffen, dass der Ast noch solange hält, wie sie leben. Einfach : "Immer so weiter wie die letzten 50 Jahre, damit ich mich nicht ändern muss". Die Enkel sehen es schon anders . . .
geloescht.20250302
16.02.2023, 17:30 Uhr
Frage:
Wo befinden sich denn Kobolds geheimnisumwitterte Schubfächer in welchen Archiven und welche technologisch-umweltfreundlichen Revolutionaritäten werden uns im dortigen Inneren vorenthalten ?

Etwa im Vatikan benachbart dem ominösen Evangelium des Judas oder eher bei Trump oder Biden auf einer Bonanza oder Shiloh Ranch, umwabert von 1000 Meilen Staub und beschützt durch Rauchende Colts?
Kobold2
16.02.2023, 18:05 Uhr
Antwort
Selbst suchen.
Es interessiert sie doch eh nicht, was von Leuten die berufsbedingt nun mal etwas weiter rumkommen und damit auch etwas mehr Kontakte haben, berichtet wird, wenn es nicht ihr antiquertes Bild passt.
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Anm. d. Red.: A dieser Stelle beenden wir bitte den kleinen Privatplausch.
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