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Mi, 11:30 Uhr
28.11.2001

Ein Minister mit Verspätung

Nordhausen (nnz/fhn). Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster war der zweite Vortragende im Rahmen der FHN-Impulse-Reihe des Wintersemesters 2001/2002. Der Vortrag des Politikers hatte die Bedeutung der Technologiepolitik im Rahmen Thüringer Wirtschaftspolitik zum Inhalt. Ein brisantes Thema, vor allem für den Thüringer Norden.


Franz Schuster begann mit einem Kompliment an die Geduld der Zuhörerschaft, hatte diese doch eine knappe Stunde auf die Ankunft des Ministers warten müssen, der sich aufgrund einer überlangen Kabinettssitzung verspätet hatte. Doch das Warten hatte sich für die Zuhörerinnen und Zuhörer gelohnt, denn Franz Schuster nahm eine umfassende Bestandsaufnahme der Thüringer Wirtschaftsförderungspolitik vor und skizzierte die zukünftigen Förderschwerpunkte.

Aus dem Fundus umfassender Statistiken legte der Minister dar, dass die wirtschaftliche Situation Thüringens sich innerhalb eines schwierigen Umfeldes gut behauptet habe, auch wenn es gleichwohl Eintrübungen wie durch die Bauwirtschaft gebe. Der Minister erteilte allen kurzfristig angelegten Konjunkturprogrammen eine klare Absage. Stattdessen forderte er eine innovationsorientierte Strukturpolitik, denn langfristig könne Thüringen nicht den Kampf und immer billiger produzierte Produkte insbesondere gegenüber Osteuropa gewinnen, sondern müsse stattdessen in Hochtechnologie investieren. Nur hier seien langfristig die Arbeitsplätze der Zukunft zu sichern. Deshalb fördere das Land Gründer- und Anwendungszentren sowie Gründerinitiativen ebenso wie es sich um die Clusterbildung für einzelne Regionen bemühe. Ferner würden auch Einzelunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung gefördert, da die stark mittelständisch geprägte Wirtschaft häufig nicht die Möglichkeiten habe, Innovationen im Unternehmen selbst freizusetzen. Hier gelte es die Zusammenarbeit mit Hochschulen und wirtschaftsnahen Forschungs-einrichtungen weiter zu forcieren, um so nicht nur als verlängerte Werkbank zu wirtschaften, sondern eigenständig zu produzieren.

In diesem Zusammenhang sieht Schuster auch die derzeitige Imagekampagne des Freistaates. Es gehe darum, Thüringen als Denkfabrik in den Köpfen der Entscheider zu positionieren, um so an alte Traditionen wieder anzuknüpfen und Investoren aus dem In- und Ausland ins Land zu holen.

In Nordthüringen sieht er die FH Nordhausen als typischen Zellkern für neue Wirtschaftsimpulse der Region. Wichtig sei insbesondere die Formulierung eines Forschungs- und Wirtschaftsschwerpunktes mit Zukunftsperspektiven, um so sich gegenüber anderen Regionen abzusetzen und ein eigenständiges Profil zu entwickeln. Die nächste FHN-Impulse-Veranstaltung ist für Januar 2002 geplant.
Autor: nnz

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