Mi, 17:56 Uhr
18.01.2006
Gewinn für den Naturschutz
Nordhausen (nnz). Der Nordthüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Grund begrüßt den Verhandlungserfolg von Bund und Ländern vom letzten Freitag in Berlin, das Grüne Band unentgeltlich an die ostdeutschen Länder zu übertragen. Der Freistaat Thüringen könne damit die zahlreichen Projekte koordinieren.
Die Einigung hatte sich nach Grund Worten bereits angedeutet, nachdem Unionsparteien und SPD im Koalitionsvertrag vom November die Übertragung geregelt hatten. Demnach wird der Bund gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen bis zu 125.000 Hektar kostenfrei an die Länder übergeben. Gerade das Grüne Band mit seinen rund 14.000 Hektar war namentlich erwähnt worden.
Die Nutzung und Entwicklung von Naturschutz-Projekten im Grünen Band konnten nach Feststellung von Manfred Grund bisher nur ansatzweise realisiert werden, weil der Bund nicht auf die Flächen verzichten wollte, ohne Erlöse zu erzielen. Gemeinsam mit anderen Bundestagsabgeordneten setzte er sich seit den 90er Jahren für die kostenfreie Übertragung an die Länder ein. Manfred Grund fordert jetzt die beteiligten Ministerien – auf Bundesseite sind dies das Finanz- und das Umweltministerium – auf, schnell zu einem vertraglichen Abschluss zu kommen.
Vertrag in Teistungen unterschreiben
Dies ist wichtig für die Verhandlungen im Haushaltsausschuss des Bundestages. Der Bund hat sein Grundvermögen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben. Damit muss die kostenfreie Übertragung der Grundstücke vom Grünen Band an die Länder zweimal haushaltsrechtlich dargestellt und vom Bundestag gebilligt werden. Erforderlich sind weiter grundstücksgenaue Abgrenzungen und ggf. neue Vermessungen. Vor der Übergabe sind auch die letzten rund 200 von über 4.000 Rückübertragungsansprüchen der Alteigentümer zu entscheiden.
Wenn der Vertrag ausgehandelt ist, sollte die Vertragsunterzeichnung nach einer Idee von Manfred Grund nicht nur auf dem Grünen Band stattfinden. Sein Vorschlag ist, den Vertrag am ehemaligen Grenzübergang zwischen Teistungen und Duderstadt zu unterzeichnen. Hier könnten der Bundesumweltminister Gabriel aus Niedersachsen und der Thüringer Landwirtschaftsminister Dr. Sklenar als Verhandlungsführer der Länder auch gleich bestehende und neue Umweltprojekte im Grünen Band besichtigen.
Der damalige Umweltminister Klaus Töpfer nannte 1990 die nach dem Abbau der innerdeutschen Grenzanlagen entstandenen Flächen ein Grünes Band, das es für den Naturschutz zu erhalten gelte. Entlang von neun Bundesländern erstreckt sich auf ca. 1.400 km Länge eine Perlenkette von Biotopen, so auch in Nordthüringen.
Vom Harz bis ins Vogtland, entlang der Nachbarländer Niedersachsen, Hessen und Bayern hat Thüringen mit 737 Kilometern den größten Anteil aller Bundesländer am Grünen Band.
Bis heute sind entlang des Grünen Bandes 181 Naturschutzgebiete ausgewiesen worden, 47 befinden sich in Planung, u. a. durch die Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt. Das Grüne Band ist das größte Naturschutz-Einzelprojekt in Deutschland.
Das Grüne Band-Projekte im Eichsfeld
Der Höhenzug Gobert im Südwesten des Eichsfeldkreises zählt zu den interessantesten Wandergebieten. Die Gobert bildet dabei einen Teil des Komplexes Stein - Rachelsberg / Gobert, der als Vorranggebiet für Natur- und Landschaft im Regionalen Raumordnungsplan ausgewiesen wurde und als Naturschutzgebiet vorgesehen ist. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, die extensiven Grünlandflächen auf der Gobert durch geeignete Pflegemaßnahmen zu erhalten, die Erschließung über den Kolonnenweg weiterhin zu gewährleisten und den Gesamtbereich wieder für Wanderer zugänglich zu machen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
In der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hanstein - Rusteberg mit Sitz in Hohengandern / Eichsfeld waren die Auswirkungen des Neubaus der Bundesautobahn A 38 auf das Grüne Band zu untersuchen. In enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung, den ansässigen Landwirten und der Bevölkerung gelang es der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH) mit der Liegenschaftsverwaltung geeignete Kompensationsmaßnahmen für den Autobahnbau gezielt zur Sicherung und Entwicklung des Grünen Bandes einzusetzen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
Das lokale Projekt Friedaaue bei Großtöpfer wurde von der Naturparkverwaltung Eichsfeld-Hainich-Werratal (EHW) angeregt, um die unterbrochene Wanderwegeverbindung von der Gobert im Norden zum Hülfensberg im Süden wieder herzustellen. Hier wurde der ehemalige Kolonnenweg zurückgebaut und die Fläche anschließend landwirtschaftlich genutzt. Im Rahmen einer Moderation konnte unter Einbeziehung aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden. Die Wegeverbindung wird auf neuer Trasse und verkürzt wieder hergestellt, ohne die Bewirtschaftung des Agrarbetriebes wesentlich zu beeinträchtigen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
Bei Teistungen hat die Heinz-Sielmann-Stiftung den längsten deutschen Biotopverbund geplant. Vom Nationalpark Harz über den Nationalpark Hainich Richtung Rhön soll der mehr als 100 Kilometer lange Biotopverbund reichen, der sich gerade in der Entwurfs- und Antragsphase beim Bundesamt für Naturschutz befindet. Angestrebt wird ein Modell der nachhaltigen Landnutzung unter Einbeziehung von Forstverwaltung und der Landwirte. Bisher scheiterte die Umsetzung an der Verfügbarkeit von Bundesflächen.
Autor: nnzDie Einigung hatte sich nach Grund Worten bereits angedeutet, nachdem Unionsparteien und SPD im Koalitionsvertrag vom November die Übertragung geregelt hatten. Demnach wird der Bund gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen bis zu 125.000 Hektar kostenfrei an die Länder übergeben. Gerade das Grüne Band mit seinen rund 14.000 Hektar war namentlich erwähnt worden.
Die Nutzung und Entwicklung von Naturschutz-Projekten im Grünen Band konnten nach Feststellung von Manfred Grund bisher nur ansatzweise realisiert werden, weil der Bund nicht auf die Flächen verzichten wollte, ohne Erlöse zu erzielen. Gemeinsam mit anderen Bundestagsabgeordneten setzte er sich seit den 90er Jahren für die kostenfreie Übertragung an die Länder ein. Manfred Grund fordert jetzt die beteiligten Ministerien – auf Bundesseite sind dies das Finanz- und das Umweltministerium – auf, schnell zu einem vertraglichen Abschluss zu kommen.
Vertrag in Teistungen unterschreiben
Dies ist wichtig für die Verhandlungen im Haushaltsausschuss des Bundestages. Der Bund hat sein Grundvermögen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben. Damit muss die kostenfreie Übertragung der Grundstücke vom Grünen Band an die Länder zweimal haushaltsrechtlich dargestellt und vom Bundestag gebilligt werden. Erforderlich sind weiter grundstücksgenaue Abgrenzungen und ggf. neue Vermessungen. Vor der Übergabe sind auch die letzten rund 200 von über 4.000 Rückübertragungsansprüchen der Alteigentümer zu entscheiden.
Wenn der Vertrag ausgehandelt ist, sollte die Vertragsunterzeichnung nach einer Idee von Manfred Grund nicht nur auf dem Grünen Band stattfinden. Sein Vorschlag ist, den Vertrag am ehemaligen Grenzübergang zwischen Teistungen und Duderstadt zu unterzeichnen. Hier könnten der Bundesumweltminister Gabriel aus Niedersachsen und der Thüringer Landwirtschaftsminister Dr. Sklenar als Verhandlungsführer der Länder auch gleich bestehende und neue Umweltprojekte im Grünen Band besichtigen.
Der damalige Umweltminister Klaus Töpfer nannte 1990 die nach dem Abbau der innerdeutschen Grenzanlagen entstandenen Flächen ein Grünes Band, das es für den Naturschutz zu erhalten gelte. Entlang von neun Bundesländern erstreckt sich auf ca. 1.400 km Länge eine Perlenkette von Biotopen, so auch in Nordthüringen.
Vom Harz bis ins Vogtland, entlang der Nachbarländer Niedersachsen, Hessen und Bayern hat Thüringen mit 737 Kilometern den größten Anteil aller Bundesländer am Grünen Band.
Bis heute sind entlang des Grünen Bandes 181 Naturschutzgebiete ausgewiesen worden, 47 befinden sich in Planung, u. a. durch die Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt. Das Grüne Band ist das größte Naturschutz-Einzelprojekt in Deutschland.
Das Grüne Band-Projekte im Eichsfeld
Der Höhenzug Gobert im Südwesten des Eichsfeldkreises zählt zu den interessantesten Wandergebieten. Die Gobert bildet dabei einen Teil des Komplexes Stein - Rachelsberg / Gobert, der als Vorranggebiet für Natur- und Landschaft im Regionalen Raumordnungsplan ausgewiesen wurde und als Naturschutzgebiet vorgesehen ist. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, die extensiven Grünlandflächen auf der Gobert durch geeignete Pflegemaßnahmen zu erhalten, die Erschließung über den Kolonnenweg weiterhin zu gewährleisten und den Gesamtbereich wieder für Wanderer zugänglich zu machen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
In der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hanstein - Rusteberg mit Sitz in Hohengandern / Eichsfeld waren die Auswirkungen des Neubaus der Bundesautobahn A 38 auf das Grüne Band zu untersuchen. In enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung, den ansässigen Landwirten und der Bevölkerung gelang es der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH) mit der Liegenschaftsverwaltung geeignete Kompensationsmaßnahmen für den Autobahnbau gezielt zur Sicherung und Entwicklung des Grünen Bandes einzusetzen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
Das lokale Projekt Friedaaue bei Großtöpfer wurde von der Naturparkverwaltung Eichsfeld-Hainich-Werratal (EHW) angeregt, um die unterbrochene Wanderwegeverbindung von der Gobert im Norden zum Hülfensberg im Süden wieder herzustellen. Hier wurde der ehemalige Kolonnenweg zurückgebaut und die Fläche anschließend landwirtschaftlich genutzt. Im Rahmen einer Moderation konnte unter Einbeziehung aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden. Die Wegeverbindung wird auf neuer Trasse und verkürzt wieder hergestellt, ohne die Bewirtschaftung des Agrarbetriebes wesentlich zu beeinträchtigen (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt).
Bei Teistungen hat die Heinz-Sielmann-Stiftung den längsten deutschen Biotopverbund geplant. Vom Nationalpark Harz über den Nationalpark Hainich Richtung Rhön soll der mehr als 100 Kilometer lange Biotopverbund reichen, der sich gerade in der Entwurfs- und Antragsphase beim Bundesamt für Naturschutz befindet. Angestrebt wird ein Modell der nachhaltigen Landnutzung unter Einbeziehung von Forstverwaltung und der Landwirte. Bisher scheiterte die Umsetzung an der Verfügbarkeit von Bundesflächen.

