Mi, 07:27 Uhr
18.01.2006
Willkommen in der Anonymität
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in den zurückliegenden Monaten schon öfter mal über die Familienkasse Nordhausen berichtet. Jetzt gibt es Neues zu berichten – aber wenig erfreuliches.
Wem die Familienkasse eigentlich zugeordnet ist, das weiß in diesem Lande so recht niemand. Nur dass sie noch unter dem Dach der Agentur für Arbeit untergebracht ist – räumlich und vermutlich dafür Miete zahlt. Vermutlich auch zählen die Mitarbeiterinnen der Familienkasse nicht mehr zur Agentur für Arbeit – so speckt man ab.
Dafür gibt es jetzt ein munteres Call-Center. In Göttingen. Das erreicht man über eine 0180er Nummer, die aber immer besetzt ist. Wer pfiffig ist, der wählt die bekannte Nummer 650...., aber auch dann landet man in Göttingen. Da heißen die freundlichen Damen vielleicht Meier, Schulze oder Bartels, doch wirklich helfen können die auch nicht. Aber aufnehmen. Fragen zum Beispiel.
Man stelle sich vor: Derjenige, der zum Beispiel zum Kindergeld eine Frage hat, die in den Jahren zuvor die Kindergeld-Sachbearbeiterin mit einem Ja oder einem Nein beantworten konnte, der muß jetzt seine Fragen telefonisch in Göttingen stellen. Auf die Antwort wartet er vergebens, denn die Frage wird vermutlich weitergeleitet – an die Uferstraße in Nordhausen. Wer nun noch denkt, die Mitarbeiterin an der Uferstraße kann vielleicht am nächsten Tag zurückrufen und das Nein oder Ja mitteilen, der irrt. Original-Ton aus Göttingen: Morgen werden sie garantiert keine Antwort erhalten. Wenn man sich genervt über diese Verfahrensweise beschwert, dann muß der Rückruf auch nicht morgen erfolgen. Er kann ja auch mal verloren gehen. Vielleicht auch nicht.
Was bleibt dem bittenden und fragenden Antragsteller also übrig: Er wird sich gedulden, bis er eine Antwort erhält oder er macht sich auf den Weg nach Nordhausen zur Uferstraße. Dort vermutlich wird er die Sachbearbeiterin in persona antreffen. Oder vielleicht nicht? Vielleicht gibt es da auch nur eine Box, in die man reinsprechen muß. Willkommen in der Anonymität der Familien-Kasse.
Autor: nnzWem die Familienkasse eigentlich zugeordnet ist, das weiß in diesem Lande so recht niemand. Nur dass sie noch unter dem Dach der Agentur für Arbeit untergebracht ist – räumlich und vermutlich dafür Miete zahlt. Vermutlich auch zählen die Mitarbeiterinnen der Familienkasse nicht mehr zur Agentur für Arbeit – so speckt man ab.
Dafür gibt es jetzt ein munteres Call-Center. In Göttingen. Das erreicht man über eine 0180er Nummer, die aber immer besetzt ist. Wer pfiffig ist, der wählt die bekannte Nummer 650...., aber auch dann landet man in Göttingen. Da heißen die freundlichen Damen vielleicht Meier, Schulze oder Bartels, doch wirklich helfen können die auch nicht. Aber aufnehmen. Fragen zum Beispiel.
Man stelle sich vor: Derjenige, der zum Beispiel zum Kindergeld eine Frage hat, die in den Jahren zuvor die Kindergeld-Sachbearbeiterin mit einem Ja oder einem Nein beantworten konnte, der muß jetzt seine Fragen telefonisch in Göttingen stellen. Auf die Antwort wartet er vergebens, denn die Frage wird vermutlich weitergeleitet – an die Uferstraße in Nordhausen. Wer nun noch denkt, die Mitarbeiterin an der Uferstraße kann vielleicht am nächsten Tag zurückrufen und das Nein oder Ja mitteilen, der irrt. Original-Ton aus Göttingen: Morgen werden sie garantiert keine Antwort erhalten. Wenn man sich genervt über diese Verfahrensweise beschwert, dann muß der Rückruf auch nicht morgen erfolgen. Er kann ja auch mal verloren gehen. Vielleicht auch nicht.
Was bleibt dem bittenden und fragenden Antragsteller also übrig: Er wird sich gedulden, bis er eine Antwort erhält oder er macht sich auf den Weg nach Nordhausen zur Uferstraße. Dort vermutlich wird er die Sachbearbeiterin in persona antreffen. Oder vielleicht nicht? Vielleicht gibt es da auch nur eine Box, in die man reinsprechen muß. Willkommen in der Anonymität der Familien-Kasse.


