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Fr, 15:38 Uhr
13.05.2022
Saison-Start am Zappelini Zelt

Der Blaue Balloon hebt ab

Es ist groß, es ist blau und man muss weit reisen, um etwas vergleichbares zu finden: das Zappelini Zelt am Alten Tor öffnet heute wieder seine Pforten. Das zeitgenössische Zirkusfestival am Harz bietet wieder hochkarätige Kunst der etwas anderen Art und ganz in diesem Sinne startet man auch…

Alexander Jäger und Steffi Böttcher (links und rechts) haben lange darauf gewartet, Michael Zandl und seine Show "Janus" im Zappelini-Zelt begrüßen zu dürfen (Foto: agl) Alexander Jäger und Steffi Böttcher (links und rechts) haben lange darauf gewartet, Michael Zandl und seine Show "Janus" im Zappelini-Zelt begrüßen zu dürfen (Foto: agl)


Dieser Auftakt hat lange auf sich warten lassen: heute Abend freut man nach zig pandemiebedingten Verschiebungen endlich auf das Stück „Janus“ von Michael Zandl und Tom Henden. Der magische Psychothriller vereint die visuelle Kraft des artistischen Zirkus und die erzählerische Tiefe des Schauspiels.

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Selbst für das an außergewöhnlichen Gästen nicht eben arme blaue Zirkuszelt der Zappelinis ist das eine Besonderheit. „Der moderne Zirkus baut verständlicherweise sehr stark auf das visuelle und körperliche Erzählen. Also im Grunde: wir machen jetzt hier mal was krasses, was schick aussieht und das sonst keiner kann. Bei „Janus“ wird dem die Sprache des Theaters beigemengt und was dabei herauskommt, ist nur schwer in Worte zu fassen aber uns hat es unglaublich gut gefallen und wir sind froh, das endlich im Zelt zeigen zu können“, sagt Steffi Böttcher vom Zirkus Zappelini.

Das man dem Stück aus Artistik, Illusion und Magie den Namen des doppelgesichtigen römischen Gottes gegeben hat, sei nicht von ungefähr gekommen, erklärt Michael Zandl. Man erzählt eine dichtere Geschichte, als das im neuen Zirkus üblich ist, aber es bleibt auch viel Spielraum für Interpretationen.

Der gebürtige Österreicher ist Absolvent der Rotterdamer Zirkusschule, die auch in der neuen Saison wieder prominent in Nordhausen vertreten sein wird. Die Gemeinschaft der modernen Zirkusartisten ist überschaubar und vielleicht hat sich das kleine Nordhausen nicht nur einen Ruf als Spielstätte erwerben, sondern ihn auch über die Pandemie hinweg halten können. „Wir sind wieder international unterwegs mit Künstlern aus Österreich, Italien, den Niederlanden, Irland und natürlich Deutschland“, erzählt Steffit Böttcher. „Die Leute spielen hier einen Abend und danach geht es weiter nach Berlin oder Paris, oder Rotterdam. Es ist schon etwas besonderes, dass sich unser Zirkusfestival am Harz so etablieren konnte. Schön wäre es, wenn das noch bekannter würde, aber der Neue Zirkus hat es da allgemein schwer. Wir bauen unser Zelt hier seit Jahren auf und es gibt trotzdem immer mal wieder Leute, die über den Zaun brüllen, wir sollten doch aufhören Tiere zu quälen.“

Die gibt es im Zappelini-Zelt aber gar nicht, hier kommen nur Menschen auf die Bühne. Insgesamt sechs Shows an fünf Abenden konnte man für „Blue Balloon“, den „blauen Balloon“ an das Innere des Zeltes erinnert, an Land ziehen. Darunter Geheimtipps und bekannte Hochkaräter wie die „Pigreco Compagnie“ oder die Freunde des Hauses vom „Zirkus Kadarka“, die wieder mit einer verrückten Show für die ganze Familie aufwarten werden. Generell richtet sich das Programm aber eher an Erwachsene und spart nicht an dunklem Humor, kafkaesken Elementen und Gesellschaftskritik. „Wir wollen den Kinder- und Jugendzirkus stärker vom Zirkusfestival abgrenzen, deswegen kommt auch der Name „Zappelini“ im Programm nur am Rande vor. Wir sind froh endlich wieder im Zelt trainieren zu können, aber die Shows haben mit dem jungen Zirkus wenig zu tun.“, erklärt Böttcher. Was die großen Artisten auf die Bühne bringen, ist dass, was im besten Falle dabei herauskommen kann, wenn man in jungen Jahren Möglichkeiten wie den Zappelini-Zirkus hat, aber am Programm ist nichts „kindliches“.

Mit einer Ausnahme und das ist der Auftritt des „erfreulichen Theaters Erfurt“, das sich am 5. Juli mit dem Puppentheaterstück „Ich will das, was du nicht willst!“ auf die Zeltbühne begeben wird. Das interaktive Stück ab 7 Jahren befasst sich unter anderem damit, wie Demokratie funktioniert und kann kostenlos besucht werden.

Eine Übersicht über das weitere Programm findet sich auf der Website des Zirkus Zappelini. Und wer den „schrägen Psychothriller“ „Janus“ nicht verpassen will, für den öffnet das Zelt schon heute Abend um 20 Uhr seine Pforten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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