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Mi, 05:01 Uhr
04.05.2022
Junge Menschen in Thüringen:

Sorgen um Ausbildungschancen

Fast die Hälfte der Jugendlichen in Thüringen macht sich Sorgen um die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt: 49 Prozent der thüringischen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren sind der Ansicht, dass sich die Ausbildungschancen wegen Corona verschlechtert haben...


Der Bundesschnitt liegt bei 54 Prozent. Die meisten Sorgen um Ausbildungschancen machen sich junge Menschen in Berlin, die wenigsten in Sachsen.

Bundesweit kritisieren 42 Prozent der 1.666 befragten Jugendlichen, die Politik tue eher wenig oder gar nichts für Ausbildungsplatzsuchende. Weitere 38 Prozent sind der Meinung, die Politik tue zwar viel, aber noch nicht genug. In Summe sind damit 80 Prozent mit dem Engagement der Politik für Ausbildungsplatzsuchende unzufrieden.

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Weniger kritisch sind die Jugendlichen in Thüringen: Hier sagen nur 30 Prozent, die Politik tue eher zu wenig oder gar nichts für Ausbildungsplatzsuchende. Immerhin 47 Prozent sind der Meinung, es werde viel getan, aber noch nicht genug. Auch dieses sind im Bundesvergleich gute Werte. Dieses Stimmungsbild ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung , für die das Institut iconkids & youth vom 28. Januar bis 6. März Jugendliche erstmals auch repräsentativ auf Länderebene nach ihren beruflichen Perspektiven befragt hat.

Zu wenig Ausbildungsplätze
Von Bundesland zu Bundesland unterscheidet sich auch die Einschätzung der Jugendlichen, ob die Zahl der Ausbildungsplätze ausreicht. Im Bundesschnitt meint knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent), es gebe genügend Ausbildungsplätze, während 37 Prozent den Eindruck haben, dass es zu wenige gibt. Hier liegt Thüringen im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld : 44 Prozent der befragten Jugendlichen sind der Ansicht, das Angebot an Ausbildungsplätzen sei ausreichend. Wie im Bundesschnitt sagen 37 Prozent, die Zahl der Stellen sei zu niedrig. Besonders kritisch sind die Einschätzungen in Berlin (50 Prozent).

Am schlechtesten schneidet hier im Ländervergleich Berlin ab. Dort sagen 50 Prozent, es gebe zu wenige Plätze. Am besten liegt Bayern mit 31 Prozent. „Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Thüringen ist weniger angespannt als im Bundesdurchschnitt. Dennoch gibt es viele unbesetzte Ausbildungsstellen und gleichzeitig viele Bewerber, die leer ausgehen. Das nehmen auch die Jugendlichen wahr. Offenkundig haben die jungen Menschen ein gutes Gespür für die tatsächliche Ausbildungssituation in ihrem Land“, sagt Clemens Wieland, Ausbildungsexperte der Bertelsmann Stiftung. Zum Ausgleich der Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt fordert er eine zügige und wirkungsvolle Umsetzung der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankerten Ausbildungsgarantie.

Interesse an Ausbildung geringer als im Bundesschnitt
Ungeachtet der Chancen bleibt die Ausbildung bei den Befragten hoch im Kurs: Bundesweit möchten 41 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall eine Ausbildung machen, ein weiteres Drittel (33 Prozent) ist noch unentschieden. Das bedeutet in Summe, dass drei Viertel aller Schüler eine Ausbildung mindestens als Option in Betracht ziehen. In Thüringen liegt dieser Wert deutlich niedriger: Nur 28 Prozent der Jugendlichen plant hier, eine Ausbildung zu absolvieren, ebenso viele sind noch unentschieden. Am höchsten ist die Zahl derjenigen, die auf jeden Fall eine Ausbildung machen wollen, in Niedersachsen (47 Prozent), am niedrigsten in Sachsen (18 Prozent).

Studium gewinnt an Attraktivität
Bei Jugendlichen mit hoher Schulbildung gewinnt das Studium wegen Corona zusätzlich an Attraktivität: Bundesweit findet mehr als ein Drittel (36 Prozent) der angehenden Abiturienten, dass ein Studium aufgrund von Corona im Vergleich zur Ausbildung interessanter geworden ist. In Thüringen sind es 29 Prozent. „Weil es in Corona-Zeiten Praktika und sonstige Berufsorientierungsmöglichkeiten nur eingeschränkt gibt, tendieren wieder mehr Jugendliche zu einem Studium oder einem längeren Verbleib in der Schule”, sagt Wieland.
Autor: psg

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