Di, 12:01 Uhr
19.04.2022
ANTON ADLERAUGE FREUT SICH ÜBER DEN
Humor einer 100-Jährigen
Lothar und Hella Horlbeck wohnten in der vierten Etage der Justus-Jonas-Straße 11, Ilse Schmitter ein Stockwerk tiefer. Man war sich in den vielen Jahren näher gekommen. Unzählige Stunden erlebte man glücklich miteinander, feierte, was es zu feiern galt. Als Familie Horlbeck später nach Erfurt zur Tochter zog, fiel der Abschied allen schwer. Per Telefon blieb man sich verbunden...
Hella und Lothar Horlbeck nahmen die Jubilarin Ilse Schmitter liebevoll in ihre Mitte, als sie ihre einstige Mitbewohnerin nach langer Zeit wieder trafen. (Foto: Anton Adlerauge)
Nach langer Zeit lag man sich nun wieder in den Armen. Bei Ilse Schmitter, die noch immer in der 11 wohnt. Eigentlich war der Besuch schon früher geplant. Zum 100. Geburtstag wollten Lothar und Hella ihre Ilse in die Arme schließen, sie beglückwünschen und alles Gute wünschen. Doch die Jubilarin wollte Aufregung und Stress, der bei solchen Anlässen zu erwarten ist, vermeiden und blieb den heimatlichen Gefilden fern.
Am Ostermontag holten Lothar und Hella Horlbeck ihr Vorhaben nach. Große Freude. Liebevoll war die Kaffeetafel für die Gäste aus Erfurt gedeckt. Die erlebten ihre Ilse, wie sie sie in Erinnerung hatten: Immer guter Dinge, voller Mut und Lebensfreude. Ob sie, mit 100 Jahren, schon mal an ein Altersheim gedacht habe? Danach sei sie noch nicht gefragt worden. Man wolle sie noch nicht haben. Die Frage stelle sich ihr derzeit nicht, wo sie doch noch so gut beisammen sei.
Na ja, es knacke zwar mal hier mal dort, immerhin sei man ja in einem knackigen Alter. Auch brauche der Kopf jetzt etwas länger, um die Gedanken zu ordnen. Letztlich sei sie aber mit sich und der Welt zufrieden. Ob ihr das Treppensteigen bis in den dritten Stock nicht schwer falle? Für mich ist es nur das tägliche Training, lächelte sie ihren Gästen entgegen. Gern erledige sie ihre Einkäufe selbst, sei gern unter Menschen. Nur die Jahre der Pandemie wären wie eingesperrt gewesen. Einfach schrecklich.
Danach gefragt, was man tun müsse, um 100 Jahre alt zu werden und so fit zu bleiben, verriet die Jubilarin ihre Ansicht: Ich bin ledig geblieben, hatte keinen Mann, der mich abwirtschaften konnte. Meinte dann aber doch: So ein Mann wie Lothar Horlbeck wäre schon nicht schlecht gewesen. Sie könne heute nur den Rat geben, immer optimistisch zu denken, die Freude am Leben genießen.
Der Gedanke an ein Altersheim stelle sich ihr derzeit noch nicht. Dafür sei sie noch zu gut beisammen, meint Ilse Schmitter, die ihr 101.Wiegenfest zuversichtlich entgegen sieht. (Foto: Anton Adlerauge)
Mit Zuversicht sieht Ilse Schmitter ihrem 101. Geburtstag entgegen. Sie habe da ja eine liebe Schwester, die komme regelmäßig, um ihr die Tabletten zu verabreichen. Strikt achte die dann darauf, dass ich sie auch schlucke und nicht etwa in den Papierkorb werfe. Außerdem komme einmal in der Woche jemand, um ihr im Haushalt behilflich zu sein. Seine Gedanken sollte man nicht mit dem Alter verschwenden, gibt sie den Rat.
Anton Adlerauge
Autor: psg
Hella und Lothar Horlbeck nahmen die Jubilarin Ilse Schmitter liebevoll in ihre Mitte, als sie ihre einstige Mitbewohnerin nach langer Zeit wieder trafen. (Foto: Anton Adlerauge)
Nach langer Zeit lag man sich nun wieder in den Armen. Bei Ilse Schmitter, die noch immer in der 11 wohnt. Eigentlich war der Besuch schon früher geplant. Zum 100. Geburtstag wollten Lothar und Hella ihre Ilse in die Arme schließen, sie beglückwünschen und alles Gute wünschen. Doch die Jubilarin wollte Aufregung und Stress, der bei solchen Anlässen zu erwarten ist, vermeiden und blieb den heimatlichen Gefilden fern.
Am Ostermontag holten Lothar und Hella Horlbeck ihr Vorhaben nach. Große Freude. Liebevoll war die Kaffeetafel für die Gäste aus Erfurt gedeckt. Die erlebten ihre Ilse, wie sie sie in Erinnerung hatten: Immer guter Dinge, voller Mut und Lebensfreude. Ob sie, mit 100 Jahren, schon mal an ein Altersheim gedacht habe? Danach sei sie noch nicht gefragt worden. Man wolle sie noch nicht haben. Die Frage stelle sich ihr derzeit nicht, wo sie doch noch so gut beisammen sei.
Na ja, es knacke zwar mal hier mal dort, immerhin sei man ja in einem knackigen Alter. Auch brauche der Kopf jetzt etwas länger, um die Gedanken zu ordnen. Letztlich sei sie aber mit sich und der Welt zufrieden. Ob ihr das Treppensteigen bis in den dritten Stock nicht schwer falle? Für mich ist es nur das tägliche Training, lächelte sie ihren Gästen entgegen. Gern erledige sie ihre Einkäufe selbst, sei gern unter Menschen. Nur die Jahre der Pandemie wären wie eingesperrt gewesen. Einfach schrecklich.
Danach gefragt, was man tun müsse, um 100 Jahre alt zu werden und so fit zu bleiben, verriet die Jubilarin ihre Ansicht: Ich bin ledig geblieben, hatte keinen Mann, der mich abwirtschaften konnte. Meinte dann aber doch: So ein Mann wie Lothar Horlbeck wäre schon nicht schlecht gewesen. Sie könne heute nur den Rat geben, immer optimistisch zu denken, die Freude am Leben genießen.
Der Gedanke an ein Altersheim stelle sich ihr derzeit noch nicht. Dafür sei sie noch zu gut beisammen, meint Ilse Schmitter, die ihr 101.Wiegenfest zuversichtlich entgegen sieht. (Foto: Anton Adlerauge)
Mit Zuversicht sieht Ilse Schmitter ihrem 101. Geburtstag entgegen. Sie habe da ja eine liebe Schwester, die komme regelmäßig, um ihr die Tabletten zu verabreichen. Strikt achte die dann darauf, dass ich sie auch schlucke und nicht etwa in den Papierkorb werfe. Außerdem komme einmal in der Woche jemand, um ihr im Haushalt behilflich zu sein. Seine Gedanken sollte man nicht mit dem Alter verschwenden, gibt sie den Rat.
Anton Adlerauge

