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Do, 16:02 Uhr
03.03.2022
Kurt Frank ZUM ABSCHIED VON KLAUS ZEH

Ein Mann, den ich als OB mochte

Dr. Klaus Zeh verabschiedete sich endgültig von der politischen Bühne. Sein Stadtrats- und Kreistagsmandat legte er nieder. An einem für Verliebte denkwürdigen Tag: 22.2.2022! Ich will hier nicht die Biografie eines Politikers schildern, nicht all seine Ämter in seiner über 30-jährigen politischen Tätigkeit aufzählen. Mir geht es um den Menschen Klaus Zeh. In meiner beruflichen Tätigkeit führte ich wiederholt mit ihm Gespräche, lernte ihn kennen...

Klaus Zeh bei Aufräumarbeiten im Gehege im April 2014 (Foto: Kurt Frank) Klaus Zeh bei Aufräumarbeiten im Gehege im April 2014 (Foto: Kurt Frank)
Ich mochte den Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Immer hatte er ein offenes Ohr, wenn ich ein Anliegen hatte. So zögerte er auch nicht, als ich ihn fragte, ob er auch für ein so genanntes lockeres Interview bereit sei, das auch vielerlei Einblicke in sein Familienleben bot. Sofort fing er Feuer, als ich ihm die gemeinsame „Aktion sauberes Gehege“ zwischen dieser Zeitung und dem Rathaus vorschlug.

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Da am ursprünglich vorgesehenen Termin der Stadtchef terminlich gebunden war, legten wir ihn einvernehmlich vor. Der OB wollte selbst unbedingt mit Hand anlegen. Das tat er in einer bewundernswerten Art. Am Tag der „Aktion sauberes Gehege“ stimmte alles perfekt: Wetter, Stimmung, Einsatzfreude, Verpflegung.

Auch mehrere Amtsleiter waren vor Ort: Martin Juckeland (Zukunftsfragen und Stadtentwicklung), Christian Kowal (Ordnungsamt), Jens Kohlhause, damals Bauamt. Zugegen waren der Sachgebietsleiter Umwelt und Grünordnung, Steffen Meyer, und Stadtförster Axel Axt. Axt und Meyer bewährten sich als Organisatoren im Auftrag des OB. An die 70 Personen, darunter Vertreter der SWG und Jugendliche, hatten sich insgesamt eingefunden. Der Erfolg konnte sich sehen lassen. Nichts dergleichen gab es vordem und danach.

Auch Klaus Zeh schien nicht jeden Tag die Sonne. Im Gegenteil. In einem Interview machte er kein Hehl daraus, wie ihn persönliche Anfeindungen und Beschimpfungen zu schaffen machten. Die Hälfte seines Gehalts sei Schmerzensgeld, meinte er scherzhaft und nannte einen Arbeitstag von 14 bis 16 Stunden. Aufgewühlt und maßlos geärgert habe ihn eine Zeitungsschlagzeile. „Wer seine Meinung sagt, wird im Rathaus verfolgt“, war zu lesen. Sein Gegenspieler hatte das behauptet.

Zeh tröstete sich mit dem Wissen, dass seine Frau, die Kinder und viele Menschen, die ihn kannten, wussten: dies ist eine falsche Behauptung! Der OB wirkte mir gegenüber gelassen, doch war seinen Worten zu entnehmen, wie ihm diese öffentliche Behauptung an die Nieren ging. Als Mandatsträger, sei ihm bewusst, müsse man sich eine besonders kritische Begleitung seines Handelns gefallen lassen, aber so ein Satz war jenseits der Toleranzgrenze.

In seiner Zeit als Oberbürgermeister blühte die Altstadt auf. Genannt seien auch der „Garten der Städtepartnerschaft“, die Einweihung der Kulturbibliothek und der Beginn eines Mammutprojektes mit dem Quartier Schärfgasse. Wie jeder unter uns, hatte auch Klaus Zeh seine Schwächen. Vielleicht war er in manchen Entscheidungen zu zögerlich. Aber es waren keine „verlorenen Jahre unter Klaus Zeh“, wie es jemand sieht, der mit Zehs Amtszeit „verbunden“ war, und es schlagkräftig in einer Zeitung platzieren ließ.

Jetzt ist Dr. Klaus Zeh Rentner, aller kommunalpolitischen Ämter ledig. Nun hat er die Muse, die ihm in all den Jahren fehlte. Kann sich intensiv Haus, Hof und Garten und vollauf der Familie widmen, all das genießen, wofür bislang die Zeit fehlte. In Anlehnung an Goethes Faust kann er, froh und munter, sagen: Jetzt und hier bin ich Mensch, hier lasst mich sein.
Kurt Frank
Autor: psg

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Kommentare
Dirk67
13.03.2022, 16:52 Uhr
Nichts gegen Ihre Sympathien für den ehemaligen OB
Herr Frank, da muss man mal ein paar Aussagen korrigieren.
Ja, "die Altstdtadt blühte auf", aber der Beitrag von Herrn Zeh war dabei sehr gering. Denn der Bereich Rosengasse/Rosenmühle wurde durch einen privaten Investor aufgewertet und der Bereich Am Altentor/Schärfgasse wurde durch die SWG saniert. Ich sehe da keinen erkennbaren Anteil des OB. Die Einweihung der Bibliothek hier zu erwähnen finde ich schon frech. Eine der ersten Amtshandlungen des "neuen" OB war die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Bibliothek. Er hat jede Menge Schmutz seiner Vorgängerin hinterher geworfen. Bereits bestehende Verträge (z. B. zum Lesecafé) gekündigt. Seine Rufmordkampagne zum damaligen Bürgermeister darf man bei seiner "Amtswürdigung" auch nicht vergessen. Sämtliche Blumenkübel im Stadtzentrum und Blumenkästen am Rathaus wurden entfernt, soviel zum "aufblühen" der Stadt unter seiner Regie.
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