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Di, 10:32 Uhr
01.03.2022
Ministerpräsident Ramelowzeichnet verdienstvolle Thüringer aus

Bundesverdienstorden für Dr. Manfred Schröter

Verdiente Thüringerinnen und Thüringer werden am Donnerstag in Erfurt mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Unter ihnen befindet sich auch Nordhausens Ex-Oberbürgermeister Dr. Manfred Schröter...

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Dr. Manfred Schröter, erster nachsende-Oberbrügermeister Nordhausens wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung am Donnerstag ab 15 Uhr im Augustinerkloster zu Erfurt vornehmen.

In der Laudatio heißt es dazu:
Dr. Manfred Schröter aus Nordhausen wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein ehrenamtliches Engagement bei der Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Nordhausens in der Zeit des Nationalsozialismus geehrt.

Der Mediziner Dr. Manfred Schröter war von 1990 bis 1994 Nordhausens erster demokratisch und frei gewählter Bürgermeister nach der Wiedervereinigung. Bevor er im Jahr 2012 zum Ehrenstadtrat Nordhausens ernannt wurde, baute er bis zum Jahr 2002 den Kommunalen Versorgungsverband auf.

Als kritischer Erforscher der Regionalgeschichte publizierte er vor allem zur jüdischen Geschichte seiner Heimatstadt Nordhausen, aber auch zu deren Bombardierung im Jahr 1945. 2013 erschien darüber hinaus die überarbeitete und ergänzte Neuauflage seines Hauptwerks „Das Schicksal der Nordhäuser Juden 1933–1945“. Seine über Jahrzehnte gewachsene Materialsammlung übereignete er dem Nordhäuser Stadtarchiv.

Für alle Projekte zum Thema „Jüdische Bürgerinnen und Bürger in Nordhausen“ ist Dr. Manfred Schröter ein unverzichtbarer Ansprechpartner. Die erste Städtepartnerschaft Nordhausens mit einer Stadt in Israel – Bet Shemesh – aus dem Jahr 1992 ist ebenso sein Verdienst wie die zahlreichen „Stolpersteine“ in der Stadt. Noch heute ist er unermüdlich zu Zeitzeugengesprächen mit Schülerinnen und Schülern, zu Vorträgen oder zu thematischen Stadtführungen unterwegs.

Dr. Manfred Schröter ist für seine ehrenamtlich Arbeit und seine historischen Forschungen zur Verfolgung der Nordhäuser Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus bereits vielfache Anerkennung zuteilgeworden. Im Jahr 2005 erhielt er den Thüringer Verdienstorden und anlässlich der Feierstunde „30 Jahre Friedliche Revolution“ wurde ihm 2019 die Nordhäuser Ehrennadel verliehen.

„Die Herrschaft des verbrecherischen NS-Regimes währte zwölf Jahre. Die Aufarbeitung ihrer Verbrechen und die Aussöhnung mit ihren Opfern ist eine Aufgabe für Generationen“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow. „Dr. Manfred Schröter hat mit seinem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement zur Erforschung der Schicksaale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Nordhausens in der Zeit des Nationalsozialismus zu dieser Aussöhnung einen entscheidenden Beitrag geleistet. Es ist mir eine Ehre, ihm mit dem Verdienstkreuz am Bande auch eine Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland zu übergeben.“
Autor: red

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Kommentare
DDR-Facharbeiter
01.03.2022, 14:59 Uhr
Manfred Schröter hat frühe Verdienste am Umweltschutz und an der Hygiene der Sowjetarmee
Manfred Schröter hat frühe Verdienste am Umweltschutz und an der Hygiene der Sowjetarmee. Manfred Schröter hätte auch den Nordhäuser Treue-Orden verdient, wenn es den gäbe. Er hat nach einem brillianten Abschluss seines Medizinstudiums den Weg zu einem Universitäts- Laufbahn ausgeschlagen, weil er seine Heimatstadt nicht verlassen wollte. Auch spätere Einladungen zur Umsiedlung in die Bundesrepublik hat er abgelehnt. Als Kreis-Hygiene-Arzt hat er gegen viele Widerstände eine Abwasserreinigungsanlage des Helme-Wassers durchgesetzt.
In der Wendezeit holte er die damaligen Bundesminister Töpfer für Umwelt und Schäuble für Inneres nach Nordhausen. Minister Töpfer zeigte er an den Kies-Teichen das in allen Regenbogenfarben schillernde ungeklärte Grundwasser.
Auf Vorschlag Schröters veranlasste Minister Schäuble die Bundeswehr, aus ihren Beständen Gross-Küchen und Sanitär-Anlagen an die primitiv eingerichtete sowjetische Garnison im heutigen Landratsamt zu liefern.
Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit leitete er dank ausgezeichneter Beziehungen zur Landesregierung die erfolgreiche Bewerbung um die Landesgartenschau ein.
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